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Essener Universitätskliniken am Limit: Nur noch sieben Intensivbetten frei

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In einem Zimmer der Intensivstation wird ein Patient mit einem schweren Covid-19 Krankheitsverlauf behandelt.

Die Intensivstationen kommen an ihr Limit: Bei den Essener Universitätskliniken sind lediglich sieben Betten frei (Symbolbild) © Christophe Gateau/dpa

Die Lage auf den Intensivstationen spitzt sich deutlich zu. In den Essener Universitätskliniken seien lediglich sieben Betten frei. In anderen Kliniken sei es noch dramatischer.

Essen – Die Essener Universitätskliniken nähern sich bei der Belegung der Intensivstationen mit Covid-19-Patienten wieder dem bisherigen Höchstwert aus dem vergangenen Jahr. Im Dezember 2020 sei mit 41 Corona-Patienten auf Intensivstationen die bisher höchste Zahl erreicht worden, aktuell seien es 38, sagte ein Kliniksprecher am Mittwoch.

Essener Universitätskliniken am Limit: Nur noch sieben Intensivbetten für Corona-Patienten frei

Die Essener Universitätskliniken im Millionen-Ballungsraum Ruhrgebiet behandeln NRW-weit mit Abstand die meisten Patienten, die an dem Coronavirus leiden. Auch bundesweit liegt Essen nach der Charité Berlin bei der Corona-Patientenzahl in der Spitzengruppe.

Die Essener Universitätsmedizin habe ihre planbaren Operationen etwa der Hüfte, des Knies oder mancher Krebs-OPs um ein Drittel reduziert, um Intensivbetten für Corona-Patienten zu sparen, sagte der Sprecher. Dennoch seien von den insgesamt 180 Intensivbetten der Häuser Stand Mittwochmorgen nur sieben frei. Hinzu kämen allerdings 15 sogenannte Überwachungsbetten, auf die etwa Unfallopfer verlegt werden könnten, um Raum für zunehmend jüngere Corona-Patienten zu gewinnen.

Intensivstationen am Limit: In Köln und Bonn sind die Kliniken „an die Grenzen ihrer Notfallkapazitäten gekommen“

Der Präsident der Krankenhausgesellschaft NRW (KGNW), Jochen Brink, hatte in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung vor einer drohenden Überlastung der Intensivstationen gewarnt. In Köln spitzt sich bereits seit einigen Tagen die Lage auf den Intensivstationen deutlich zu. „In den Kliniken der Stadt Köln sind die Intensivstationen zu 100 Prozent belegt“, sagt Prof. Horst Kierdorf, Direktor der Städtischen Kliniken, gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger. Weshalb nun ein Patient fast vier Stunden auf eine Versorgung warten musste.

„Immer mehr Krankenhäuser melden spürbare Engpässe auf den Intensivstationen. Dass in Köln und Bonn nun erste Kliniken an die Grenzen ihrer Notfallkapazitäten gekommen sind, muss uns alle wachrütteln“, sagte Brink. Die Intensivmediziner erwarten Brink zufolge weiter deutlich steigende Fallzahlen. (dpa/jw)

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