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Friseure dürfen ab 1. März öffnen – Salonbesitzerin hat 150 Nachrichten von Kunden auf dem Handy

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Ungenutzt liegen Arbeitsgeräte in einem Friseursalon in Köln Ehrenfeld
In Salons wie diesen in Köln-Ehrenfeld kehrt schon bald wieder Leben ein. © Henning Kaiser/dpa

Friseure in NRW haben endlich eine Perspektive: Ab 1. März dürfen sie ihre Läden wieder aufmachen. Das hat bereits für einen Kundenansturm gesorgt.

Köln – Nach dem Bund-Länder-Beschluss zur Wiedereröffnung der Friseursalons am 1. März können sich Nordrhein-Westfalens Friseure kaum retten vor Kundenanfragen. „Wir bekommen unzählige Mails und Anrufe - eigentlich will jeder Kunde schon in der ersten Woche drankommen“, sagte der Vorsitzende des Friseur- und Kosmetikverbandes NRW, Harald Esser, am Donnerstag in Köln. In seinem eigenen Salon in der Domstadt werde er aber erst Mitte nächster Woche mit der Terminvergabe starten, schließlich müssten erst noch Details aus den Länder-Schutzverordnungen bekannt werden– erst dann wäre klar, wie viele Bedienplätze der Salon habe.

Der Branchenvertreter ist erfreut über die Berliner Entscheidung. „Das ist eine Perspektive, nun sehen wir endlich wieder Licht am Ende des Tunnels.“ Gut sei auch, dass Friseure seit kurzem einen Antrag stellen können für staatliche Unterstützung – die sogenannte Überbrückungshilfe III. Zumindest die Teilzahlung werde wohl relativ bald kommen, sagt Esser. „Unsere Branche braucht das Geld dringend.“

Corona in NRW: Friseure haben seit Dezember geschlossen

Der Branchenvertreter findet den Zeitpunkt der Wiedereröffnung positiv. „Früher wäre zwar schön gewesen, aber noch schlimmer wäre eine frühe Öffnung und nur wenige Wochen später wieder eine Schließung wegen steigender Infektionszahlen.“

In Deutschland gibt es 80.000 Friseurbetriebe mit 240.000 Mitarbeitern. Seit Mitte Dezember sind die Salons wegen der Pandemie geschlossen. Ihre finanzielle Situation ist dementsprechend angespannt, zumal sie im Frühjahr 2020 schon mal dichtmachen mussten. Ein Facebook-Video der Dortmunder Friseurin Binaka Bergler, die sich tränenüberströmt an die Politik wandte, ist viral gegangen.

Corona in NRW: Friseure können sich vor Anfragen kaum retten

Die Erleichterung unter Friseuren und ihren Kunden ist groß. Die Solinger Friseurmeisterin Melanie Tillert berichtet, dass sie am Mittwochabend zwei Stunden Sport gemacht und danach gesehen habe, dass sie 150 Nachrichten von Kunden auf ihrem Handy hatte. Sie könne aber noch keine konkreten Termine vergeben, weil vorher die genauen Auflagen erst klar sein müssten. In Solingen hatten sich etwa 120 Friseure aus ganz NRW zu einer Demonstration versammelt.

Der Essener Friseurmeister Mirko Schoroth hat für Anfang März zwei neue Mitarbeiterinnen eingestellt. Schon seit einigen Tagen habe die Zahl der Kundenanfragen deutlich zugenommen - „man hat ja schon geahnt, dass es bald wieder losgeht“. Er selbst werde sich auch frisieren lassen. „Mein Haarschnitt ist schließlich auch schon zweieinhalb Monate alt.“ (dpa/lnw)

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