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Corona in NRW: Krankenhäuser sind startklar und warten auf Impfstoff – diese Mitarbeiter werden zuerst geimpft

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Von: Nina Büchs

Ein Mann hält eine Ampulle eines für das Impfzentrum des Klinikum Stuttgart bestimmten Covid-19 Impfstoffes von Moderna in der Hand.
Die Mitarbeiter in den großen Krankenhäusern in NRW sind startklar für die Corona-Impfungen. © Marijan Murat/dpa

Die Impfungen der Ärzte und Pfleger in den großen Krankenhäusern in NRW stehen kurz bevor - es fehlt nun nur noch der Impfstoff.

Düsseldorf - Die Lage in den Krankenhäusern in NRW ist kritisch. Derzeit sind noch knapp 13 Prozent der Intensivbetten frei, das meldete das RKI am 14. Januar. Um weitere Ansteckungen zu vermeiden und genug Ärzte und Pfleger bereitzustellen, sollen nun auch diese gegen das Coronavirus geimpft werden. Ab dem 18. Januar wird dann auch das medizinische Personal in Köln und Düsseldorf ihre Impfdosis erhalten.

Coronavirus in NRW: Krankenhäuser sind startklar – nur der Impfstoff fehlt noch

Die großen Krankenhäuser Nordrhein-Westfalens sind nun startbereit für die Corona-Impfungen zugunsten ihrer besonders betroffenen Mitarbeiter. „Wir rechnen täglich mit dem Eingang des Corona-Impfstoffes und werden dann unverzüglich mit den Impfungen beginnen. Aktuell planen wir mit einem Impfstart am 18. Januar 2021“, sagte ein Sprecher des Universitätsklinikum Köln am Donnerstag bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Ähnlich äußerten sich auch die Sprecher weiterer Unikliniken zum bevorstehenden Impfstart.

Auch das Universitätsmedizin Essen ist nach Angaben eines Sprechers auf einen möglicherweise früheren Impfstart vorbereitet. Wann es losgehe, hänge von der Lieferung des Impfstoffs ab. „Das einzige, was noch fehlt, ist der Impfstoff“, schilderte ein Sprecher der Uniklinik Düsseldorf mit Verweis auf ein funktionstüchtiges Impfzentrum. Der Impfstart sei für Montag geplant. Auch das Universitätsklinikum Münster startet laut einer Sprecherin mit dem Impfen am Montag. „Wir warten darauf, dass die Lieferung kommt“, sagte eine Sprecherin des größten Krankenhauses von Nordrhein-Westfalen, der Uniklinik RWTH Aachen. Sie rechnet ebenfalls am Montag mit einem Impfstart. Es gebe zahlreiche Nachfragen von Mitarbeitern: „Wann sind wir dran?“.

Impfung von Ärzten und Pflegern in den Kliniken könnte sogar früher beginnen

Die Impfung von Ärzten und Pflegern in den Kliniken kann Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums möglicherweise früher beginnen. Die eingetroffene erste Lieferung des Impfstoffes der Firma Moderna solle zeitnah genutzt werden, sagte eine Ministeriumssprecherin. Daher habe man sich dazu entschieden, die Unikliniken anzuschreiben und ein Impfangebot bereits vor dem 18. Januar zu machen, sofern diese bereits dazu organisatorisch vorbereitet sind. Für den großflächigen Impfstart in den besonders von Covid-19 betroffenen Bereichen der Krankenhäuser sei weiterhin der Montag vorgesehen, hieß es.

Bei den Corona-Impfungen sind nach Darstellung der Kliniksprecher insbesondere die Auswirkungen auf die Dienstpläne zu beachten. Die Vorgaben für einen coronakonformen Ablauf gelte es einzuhalten.

Corona-Impfungen in Krankenhäusern: Diese Mitarbeiter werden zuerst geimpft

„Wir sind ohnehin schon sehr lange in den Startlöchern“, erklärte der Sprecher der Uniklinik Düsseldorf. In einem Versorgungsgebäude sei die Impfstelle von einem Messebauer errichtet worden. Dass alles funktioniere, habe ein Probebetrieb gezeigt. Die Krankenhausleitung gehe von einer hohen Impfbereitschaft unter den 8000 Mitarbeitern aus. Das Personal, das Covid-19-Patienten behandelt, solle bei der Impfung zuerst an die Reihe kommen. Aber auch die Mitarbeiter der Notaufnahme würden priorisiert. In einem im Eiltempo errichteten Modulbau werden schwerpunktmäßig Corona-Patienten behandelt. Am Donnerstag waren es in der gesamten Uniklinik 45 Patienten.

Coronavirus: Ärzte und Pflegekräfte haben ein erhöhtes Infektionsriskio

Der Ärzteverband Marburger Bund betonte die Dringlichkeit. „Seit über zwei Wochen warten die Klinikmitarbeiter händeringend auf diese Impfungen“, erklärte der Verbandsvorsitzende für Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, Hans-Albert Gehle. In dem Nachbarland würden Klinikmitarbeiter bereits seit dem 29. Dezember geimpft. „Es ist außerordentlich wichtig, dass sich jetzt alle Klinikärzte und Pflegekräfte so rasch wie möglich gegen das Corona-Virus immunisieren lassen, denn berufsbedingt sind Klinikmitarbeiter einem deutlich erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt“, unterstrich er.

In den vergangenen Wochen hätten sich „unzählige“ Klinikmitarbeiter bei der Behandlung von Covid-19-Patienten infiziert und hätten deswegen in die häusliche Quarantäne gehen müssen. „Um die Versorgung der hohen Zahl an Covid-19-Patienten weiterhin gewährleisten zu können, benötigen wir aber jeden Arzt und jede Pflegekraft“, betonte Gehle. Ohnehin fehlten ausreichend Ärzte und Pflegekräfte.

Coronavirus: 53 Impfzentren in NRW – Betrieb soll ab dem 1. Februar losgehen

Unterdessen werden auch in den Impfzentren bald die ersten Impfdosen verteilt. Insgesamt gibt es in NRW derzeit 53 Impfzentren. Sie sollen ab dem 1. Februar den Betrieb aufnehmen. Eine Impfung ist dort jedoch nur mit Termin möglich, zunächst für Personen, die 80 Jahre oder älter sind.  

Sie wollen über die aktuellen Entwicklungen zur Pandemie informiert bleiben? Dann verfolgen Sie unseren Ticker zu Corona in NRW. Aktuelle Entwicklungen zu Coronavirus in Köln und zu Coronavirus in Düsseldorf finden Sie ebenfalls im Überblick. (nb mit dpa)

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