1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

„Der Druck ist immens“: Lage auf NRW-Intensivstationen angespannt – Düsseldorfer Klinik schränkt ein

Erstellt:

Seit geraumer Zeit beklagen Mediziner die Auslastung der Intensivstationen aufgrund der Corona-Pandemie. Eine nun geplante Notbremse sei schon längst nötig gewesen. (Symbolfoto)
Seit geraumer Zeit beklagen Mediziner die Auslastung der Intensivstationen aufgrund der Corona-Pandemie. (Symbolfoto) © Jefferson Bernardes/dpa/AP

Mediziner aus NRW äußern sich zunehmend besorgt über Auslastung der Intensivstation. In der Uniklinik Düsseldorf werden nun erneut Einschränkungen vorgenommen.

Aachen/Düsseldorf – Die Lage auf den Intensivstationen in ganz Deutschland ist nach Angaben von Medizinern nach wie vor besonders angespannt. „Der Druck ist immens“, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Professor Gernot Marx, am Dienstag in einem Video zur aktuellen Lage.

Marx, der auch Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care am Uniklinikum Aachen ist, nannte dabei die Zahl von bundesweit beinahe 5000 Covid-19-Patienten. Es handele sich bei den neu Aufzunehmenden in den Krankenhäusern inzwischen oftmals um sehr junge Corona-Patienten in den 30er und in den 40er Lebensjahren im Unterschied zur ersten und zweiten Welle.

Coronavirus in NRW: Uniklinik Düsseldorf verlegt planbare Behandlungen – Immer mehr Kliniken betroffen

Mit der Uniklinik Düsseldorf gab am Dienstag eine weiteres großes medizinisches Zentrum die Auswirkungen der steigenden Corona-Zahlen auf den Klinikbetrieb bekannt. Mit ersten Einschränkungen bei planbaren Behandlungen soll das vorhandene Personal flexibler auch auf den Intensivstationen einsetzbar sein. Konkret werden deshalb fünf von 28 OP-Sälen vorerst nicht mehr genutzt. Zudem könnten weniger Betten belegt werden. Wenn sich Behandlungstermine verschieben sollten, kontaktierten die Kliniken die davon Betroffenen, teilte ein Sprecher mit.

Erst gut vier Wochen zuvor war das Uniklinikum Düsseldorf nach den erforderlichen Einschränkungen während der zweiten Welle der Corona-Pandemie wieder in den Normalbetrieb zurückgekehrt. Neben der Landeshauptstadt haben zurzeit vor allem die Kölner, Bonner und auch Essener Kliniken mit Überbelastung zu kämpfen.

Intensivstationen in NRW: Auslastung steigt immer weiter an – erste Hochstände erreicht

Nach Daten der Landesregierung werden in Nordrhein-Westfalen mit Stand Dienstag 3875 Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern behandelt. Das sind 288 mehr als nach dem Stand von Montag. Der bisherige Höchststand in der Pandemie war Ende Dezember mit gut 6000 Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern. Mehr als 1000 der aktuell knapp 3900 Patienten müssen auf den Intensivstationen (1033 nach 1001 am Montag) versorgt werden. Der bisherige Höchststand in der Pandemie lag landesweit bei 1165 Intensivpatienten Ende Dezember.

In Köln war der bisherige Höchststand schon vor gut einer Woche überschritten worden. Die Zahl der freien Intensivbetten mit Beatmungstechnik stieg am Dienstag landesweit auf 525 (510) an. In der vergangenen Woche hatte diese Zahl zeitweise unter der Marke von 500 gelegen. (dpa/lnw)

Auch interessant