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Corona in NRW: Grenzregionen fordern aus Angst vor Nachbarländern mehr Impfstoffe

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Impfstoffdosen von BioNTech.
Die Grenzregion möchte mehr Impfdosen wegen höherer Gefahr (Symbolfoto). © Sven Hoppe/dpa

Die Grenzregionen in NRW fordern von der Landesregierung mehr Impfstoffe. Aufgrund der offenen Grenzen gäbe es bei ihnen höhere Inzidenzwerte.

Update vom 9. März, 18:30 Uhr: Die nordrhein-westfälischen Kreise an der Grenze zu den Niederlanden und zu Belgien fordern von der Landesregierung mehr Impfdosen. In den beiden Nachbarländern seien die Sieben-Tage-Inzidenzen seit Wochen auf einem vielfach höheren Niveau als in Deutschland, erklärten die Kreise Borken, Euskirchen, Heinsberg, Kleve und Viersen sowie die Städteregion Aachen am Dienstag.

NRW-Grenzregionen beklagen höhere Inzidenzwerte – Bayern als Vorbild für Impfstoffverteilung

Die Grenzkreise betonten in ihrem gemeinsamen Appell, seit Beginn der Pandemie sei es der politische Wille von Bund und Land, die Grenze zu den Niederlanden und zu Belgien offen zu halten. Diese Entscheidung habe Folgen für die im deutschen Grenzgebiet lebenden Bürger. Die Kreise an der Grenze hätten deutlich höhere Inzidenzwerte als vergleichbare im Inneren von NRW.

In ihrem außergewöhnlichen gemeinsamen Vorgehen erinnern die Kreise auch daran, dass Impfstoffe laut einer Vereinbarung der Ministerpräsidentenkonferenz und der Bundeskanzlerin vorrangig für Grenzregionen genutzt werden dürften. Das Land werde „mit Nachdruck“ gebeten, „möglichst schnell zusätzliche Impfmittel an diese Kreise zu liefern“. Ein ähnliches Vorgehen habe vorige Woche der bayerische Ministerpräsident mit Blick auf die Grenzregionen zu Tschechien angekündigt. Die Grenze von NRW zu den Niederlanden ist 400 Kilometer, die zu Belgien 100 Kilometer lang. (os mit dpa)

Corona in NRW: Pandemie sorgt für deutlichen Schuldenanstieg bei angeschlagenen Unternehmen

Update vom 8. März, 11:05 Uhr: Die Verschuldung angeschlagener Unternehmen hat sich im vergangenen Jahr deutlich erhöht. Wie das Statistikamt IT.NRW am Montag mitteilte, kamen die 17.866 Unternehmen in Nordrhein-Westfalen, die im vergangenen Jahr einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt haben, auf voraussichtliche Forderungen von Gläubigern in Höhe von 8,9 Milliarden Euro. Das war fast doppelt so viel wie im Vorjahr, als noch 4,8 Milliarden Euro als Schulden aufgeführt worden waren.

Das ist ungewöhnlich, zumal fast ein Drittel (29,1 Prozent) weniger Firmen ein Insolvenzverfahren beantragt hatten. 2019 waren es noch 25.198 gewesen. Es begeben sich also weniger Unternehmen auf den Weg zum Amtsgericht, diese haben aber deutlich mehr Verbindlichkeiten in ihren Büchern. Diese gegenläufige Entwicklung liegt an der Corona-Pandemie. Um eine Pleitewelle zu verhindern, setzte die Bundesregierung die Insolvenzantragspflicht im vergangenen Jahr großteils aus. Außerdem liegt das deutlich gestiegene Forderungsvolumen daran, dass die Firmen, die bei den Amtsgerichten vorstellig wurden, im Schnitt größer waren als zuvor. (bs/dpa)

Corona in NRW: Die meisten Firmen halten sich an die Homeoffice-Pflicht – aber es gibt andere Probleme

Update vom 8. März, 8:40 Uhr: Die allermeisten Firmen in Nordrhein-Westfalen halten sich an die Pflicht zum Homeoffice in Pandemie-Zeiten. Nur knapp sechs Prozent der kontrollierten Betriebe, die ihren Beschäftigten Heimarbeit anbieten müssen, hätten dies „nicht oder nicht entsprechend der betrieblichen Möglichkeiten“ getan, teilte das NRW-Arbeitsministerium auf Anfrage mit. Das waren 58 Unternehmen. Kontrolleure hatten den Angaben zufolge im Februar 2799 Betriebe wegen mehrerer Corona-Regeln unter die Lupe genommen. Von den Firmen waren 1800 nicht an die Homeoffice-Pflicht gebunden – für die Tätigkeit bei ihnen war die Arbeit zu Hause nicht möglich. Bei 941, für die die Vorgabe galt, gab es keine Mängel.

Als Maßnahme gegen die Corona-Pandemie gilt seit Ende Januar die Pflicht zum Homeoffice – und zwar dort, wie die Tätigkeit es zulässt und der Arbeitnehmer das will. Die Bundesregierung sieht dies als einen Baustein der Pandemie-Bekämpfung, damit die Zahl der Kontakte reduziert wird und sich weniger Menschen anstecken. Bußgelder auf Grundlage der Corona-Arbeitsschutzverordnung drohen den Firmen, die dagegen verstoßen, nicht. Solche Zahlungen könnten nur über ein separates Gesetz verhängt werden – dies ist aber eher theoretisch und soll laut Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) nur im „allergrößten Notfall“ erfolgen.

Sorgenfalten legten die Kontrolleure bei den Betrieben wegen anderer Themen an den Tag. So ergaben die Februar-Kontrollen zum Beispiel, dass fast jeder vierte kontrollierte Betrieb (22,6 Prozent) Mängel bei der Durchführung der arbeitsmedizinischen Vorsorge hatte – hierbei geht es zum Beispiel um Arbeitsschutzkleidung, von der nicht genug da war. In 15 Prozent der überprüften Betriebe wurden zudem Mängel bei Reinigungsmöglichkeiten protokolliert – mal fehlte Flüssigseife im Seifenspender, mal war das Desinfektionsmittel am Eingang aufgebraucht. (bs/dpa/lnw)

Corona in NRW: Mehr als 1 Million Menschen sind geimpft – Land liegt mit 5,7 Prozent unter dem Bundesschnitt

Update vom 7. März, 10:30 Uhr: In Nordrhein-Westfalen sind nun eine Million Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Seit dem Impfstart Ende Dezember hätten 1.026.612 Menschen ihre Erstimpfung erhalten, teilte das Robert Koch-Institut am Samstag mit. Damit sind in NRW 5,7 Prozent der Bürger mindestens einmal gegen Corona geimpft – bundesweit sind es mit 5,9 Prozent etwas mehr. Knapp 480.000 Menschen haben in NRW auch die zweite Spritze für den vollen Impfschutz erhalten. (dpa)

Corona in NRW: Alle Schüler sollen noch vor Ostern wieder in die Schule gehen – Wechselunterricht ab 15. März

Update vom 5. März, 11:30 Uhr: NRW hat seine neue Corona-Schutzverordnung veröffentlicht. Unter anderem sind körpernahe Dienstleistungen unter bestimmten Voraussetzungen wieder erlaubt. Ab Montag ist Einkaufen im gesamten Einzelhandel mit Termin und einem begrenzten Zeitfenster erlaubt, wobei die Anzahl von Kunden je nach Quadratmeterzahl begrenzt ist. Die entsprechende Regelung sieht eine „stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100“ vor.

Schreibwarengeschäfte, Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte dürfen laut Ministerium ohne Termin öffnen. Unter anderem Zoos und Museen dürfen unter bestimmten Auflagen und mit Terminbuchung ab 8. März öffnen. Eine Öffnung der Außengastronomie stellt das Land für den 22. März in Aussicht. (sk mit dpa)

Update vom 5. März, 11:25 Uhr: Das Land NRW holt ab 15. März auch alle Schüler der weiterführenden Schulen zumindest tageweise in die Klassen zurück. Geplant sei vorerst bis zu den Osterferien ein Unterricht bei halbierter Klassenstärke im Wechselmodus, schrieb das NRW-Schulministerium am Freitag in einer Mail an die Schulen. Kein Schüler solle dabei länger als eine Woche ohne Präsenzunterricht zu Hause lernen müssen. (dpa)

Corona in NRW: Nur eine Million Dosen Astrazenaca bis Ende März – Laumann: „Wir haben nicht mehr“

Update vom 5. März, 7:55 Uhr: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann befürchtet, dass sich die Impfung von Lehrern, Kita-Mitarbeitern und der Polizei verzögern könnte. Die Impfung dieser Gruppen werde „natürlich nicht mehr so schnell vorangehen“, sagte Laumann am Donnerstag im Landtag. Grund dafür ist die Zulassung von Astrazeneca für Menschen ab 65. Bis Ende März stünden in NRW nur eine Million Astrazenaca-Dosen zur Verfügung – „Wir haben nicht mehr“ – doch allein 1,6 Millionen Menschen über 70 gehören der Prio-Gruppe zwei an. NRW werde sich an die festgelegte Impfreihenfolge halten, sagte Laumann. (sk mit dpa)

Corona in NRW: Fast eine Million Menschen sind geimpft – Biontech/Pfizer am häufigsten verabreicht

Erstmeldung vom 4. März, 17:15 Uhr: NRW – Fast eine Million Menschen haben in Nordrhein-Westfalen eine Erstimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Seit dem Impfstart Ende Dezember sind mit Stand Donnerstag (4. März) 8 Uhr landesweit 959.746 Erstimpfungen erfolgt. 449.292 Menschen haben auch die zweite Spritze für den vollen Impfschutz erhalten. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor, die das Gesundheitsministerium auch in seiner Rubrik „Zahlen des Tages“ im Internet veröffentlichte.

Corona in NRW: Impfstoff-Engpass soll bis Ende März beseitigt sein

Innerhalb eines Tages haben in NRW laut RKI zuletzt 33.483 Menschen ihre Corona-Erstimpfung erhalten, wobei der Meldestand Mittwoch und Donnerstag verglichen wurde. Diese Zahl kann aber wegen der Meldewege auch stärker schwanken. Die Impfquote bei den Erstimpfungen beträgt in NRW 5,3 Prozent und liegt so leicht unter dem Bundesdurchschnitt, den das RKI mit 5,5 Prozent beziffert. Bei den Zweitimpfungen sieht es mit Impfquoten von 2,5 Prozent in NRW und 2,7 Prozent bundesweit nach den jüngsten Meldedaten mit Stand Donnerstag ähnlich aus.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) erklärte am Donnerstag im Landtag bei der Erläuterung der Bund-Länder-Beschlüsse zum Kurs in der Pandemie, dass noch in dieser Woche der Ein-Millionste Mensch in NRW geimpft werde. Laschet sprach von anfangs 70.000 Erstimpfungen pro Woche, deren Zahl auf 100.000 pro Woche gestiegen sei. „Und ich finde, es muss noch mehr werden.“ Der Impfstoff-Engpass werde bis Ende März beseitigt sein. Deshalb könnten im April auch Hausärzte in die Impfaktion eingebunden werden. Voraussichtlich werde noch im März ein vierter Impfstoff, der von Johnson & Johnson, hinzukommen.

Corona in NRW: 143.407 Erstimpfungen mit Astrazeneca durchgeführt

Nach den RKI-Daten stellt der Impfstoff von Biontech/Pfizer mit bisher 794.705 Injektionen den mit Abstand den größten Anteil an den Corona-Erstimpfungen. Er wird in der priorisierten Altersgruppe über 80 geimpft. Auf Platz zwei folgt der Impfstoff von Astrazeneca mit 143.407 Erstimpfungen, die Personen unter 65 Jahre erhalten. Dazu gehören bisher Krankenhausmitarbeiter und Rettungskräfte. Mit dem Impfstoff von Moderna haben bisher 21.634 Menschen die Erstimpfung in NRW bekommen. Damit werden Mitarbeiter der Unikliniken geimpft. Beim Impfstoff von Astrazeneca waren zunächst viele Menschen skeptisch – in Köln blieben sogar Dosen von Astrazenaca übrig. (dpa/lnw)

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