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Unabhängig von Inzidenz: Weitere Schulöffnungen für NRW noch im März geplant

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Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) spricht auf einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei NRW.
Yvonne Gebauer hat wohl ihre Meinung geändert. © picture alliance/dpa/dpa-Pool | Fabian Strauch

Yvonne Gebauer plant im März noch weitere Schüler in den Präsenzunterricht zu holen – unabhängig von der Inzidenz. Zuvor hatte sie noch auf einen Wert von unter 50 bestanden.

Düsseldorf – NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer will einem Bericht zufolge weitere Schüler in NRW noch im März zurück in die Schulen holen – unabhängig von der Wocheninzidenz. Auch für die Schüler der weiterführenden Schulen gelte, dass man sie „so schnell wie möglich zumindest anteilig wieder in den Präsenzunterricht zurückholen“ müsse, sagte Gebauer dem Kölner Stadt-Anzeiger am Dienstag. Das werde derzeit wohl nur im Wechselmodell möglich sein.

Auf die Frage, ob sie dazu schon von Mitte März an ein Wechselmodell in Kraft setzen wolle, auch wenn die Inzidenz - Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche – auf über 50 bleibe, antwortete die FDP-Politikerin: „Das ist in meinen Augen der sinnvollste Weg – sonst verlieren wir die Kinder“. Zeitgleich gab Gebauer bekannt in Zukunft 18 Millionen Euro in den digitalen Ausbau an Schulen investieren zu wollen.

Schulöffnungen in NRW: Yvonne Gebauer mit Kurswechsel – Kritik von Lehrergewerkschaft

Bisher hatte Gebauer gesagt, erst bei einer Inzidenz von unter 50 könne es weitere Öffnungen des Schulbetriebs geben. Erst wenn diese Zielmarke stabil erreicht sei, werde die Landesregierung über eine Erweiterung des Präsenzunterrichts entscheiden. Am 22. Februar hatte für Grund- und Förderschüler der Primarstufe ein Wechselmodell aus Distanz- und Präsenzunterricht begonnen. Die Abschlussjahrgänge, die seitdem ebenfalls zu den ersten Schulrückkehrern gehören, dürfen sogar in voller Klassen- oder Kursstärke unterrichtet werden.

Der Zeitung sagte Gebauer: „Bei höherer Inzidenz brauchen wir mehr Anteile von Wechselunterricht, bei niedrigeren mehr Präsenzanteile.“ Mittlerweile bekomme sie Hilferufe von Eltern, die Situation verschärfe sich in allen Familien. „Wenn wir es nun durch regelmäßige Testungen zulassen, dass wieder mehr Kinder mit mehr Präsenzunterricht in die Schulen können, kehrt ein wenig Normalität in die Gesellschaft insgesamt zurück“.

Die Lehrergewerkschaft VBE sprach von einem „Kurswechsel“. Die Abkehr vom Wert 50 als dem „Maß aller Dinge“ zeige erneut, dass auf politische Aussagen „wenig Verlass“ sei. Wenn es nun zu weiteren Öffnungen an den weiterführenden Schulen komme, dürfe das nur mit Wechselmodellen und festen Lerngruppen erfolgen. (dpa)

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