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Deutsche Bahn: Lokführer kündigen Streiks an

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Ein ICE der Deutschen Bahn fährt im Landkreis Hildesheim über die sanierte ICE-Trasse zwischen Hannover und Göttingen.
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer kündigt neue Bahn-Streiks an (Symbolbild) © Julian Stratenschulte/dpa

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer kündigt nach gescheiterten Tarifverhandlungen einen Bahn-Streik an. Welche Strecken betroffen sind, sei noch nicht bekannt.

Berlin/NRW – Bahnkunden müssen sich auf einen Streik einstellen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer erklärte am Dienstag ihre Tarifverhandlungen mit dem Unternehmen für gescheitert und beschloss die Einleitung von Arbeitskampfmaßnahmen. Einen Termin nannte die Gewerkschaft noch nicht. Sie ließ auch offen, welche Bereiche der Deutschen Bahn zunächst betroffen sein könnten. Da die Sommerferien jedoch kurz bevorstehen, dürfte ein Bahn-Streik das Unternehmen besonders treffen.

Bahn-Streik angekündigt – Termine und Strecken noch nicht bekannt

Konkret heißt das, dass bestimmte Zugverbindung schon bald verspätet oder ausfallen könnten. Ab wann die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) streikt, sei noch nicht bekannt. Unklar ist auch, ob Strecken in NRW betroffen sind. Gestreikt werde, weil auch die vierte Verhandlungsrunde am Montag, 7. Juni, keine Einigung gebracht habe.

„Wir wollten verhandeln und eine Einigung erzielen, doch die DB hat sich erneut verweigert“, erklärte Gewerkschaftschef Claus Weselsky am Dienstag. Er warf der Bahn vor, die Arbeitsbedingungen des Zugpersonals verschlechtern zu wollen und in anderslautenden Aussagen zu lügen.

Bahn-Streik ist keine Überraschung – Gespräche blieben ergebnislos

Die letzte Streikwelle der GDL ist schon sechs Jahre her. Nun stehen die Maßnahmen kurz bevor – überraschend sind sie jedoch nicht. Die Bahn hatte die Eskalation nach dem ergebnislosen Gespräch in Berlin schon kommen sehen. Nach dem Treffen kritisierte Deutsche-Bahn-Vorstand Martin Seiler, die Gewerkschaft ziele auf Konfrontation um jeden Preis. Die GDL nehme bewusst Schaden für die Kundinnen und Kunden in Kauf. Der Konzern sei weiter gesprächsbereit.

Die Bahn schlug nach eigenen Angaben am Montag einen Tarifabschluss vor, der den Beschäftigten Einkommenssteigerungen wie im Öffentlichen Dienst im Bereich Flughäfen gebracht hätte. Die Gewerkschaft habe sich jedoch geweigert, über Spielräume und Lösungen zu sprechen. Sie beharre auf deutlich höheren Forderungen.

Streik bei der Deutschen Bahn: Konzern bereits finanziell angeschlagen

Der Arbeitskampf trifft nicht nur die Kunden, sondern auch den finanziell schwer angeschlagenen Konzern in einem ungünstigen Moment. Nach der Lockerung der Corona-Regeln nimmt das Geschäft des bundeseigenen Unternehmens gerade wieder Fahrt auf. Im Regionalverkehr fahre man das volle Angebot, im Fernverkehr nahezu 100 Prozent, sagte Seiler. „Die Buchungen ziehen wieder an, das ist schön.“ Umso wichtiger sei es, dass die GDL ihren solidarischen Beitrag leiste. (dpa/lnw)

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