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Dormagen: Seltsames Fischsterben im Rhein – Hunderte tote Aale geben Rätsel auf

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Von: Lydia Mayer

Ein toter Aal liegt am Ufer des Rheins
Ein toter Aal liegt am Ufer des Rheins. Hunderte tote Aale bei Dormagen geben Umweltschützern jetzt Rätsel auf. (Symbolbild) © Horst Welke/dpa

Am Rhein bei Dormagen sind nach dem Hochwasser etwa hundert tote Aale angeschwemmt worden. Nun wird über die Gründe des Fischsterbens gerätselt.

Dormagen – Umweltschützer, die das Rheinufer in Dormagen vom Unrat säubern wollten, haben Hunderte tote Aale im Sand und in Büschen hängend entdeckt. Nach Angaben des Landesumweltamtes Nordrhein-Westfalen von Donnerstag gibt es aktuell keinen Hinweis auf eine Krankheit oder einen Schadstoff im Wasser, der für das Fischsterben verantwortlich ist.

Jedes Jahr würden kleinere Mengen toter Aale in verschiedenen Rheinabschnitten gefunden, die zuvor offenbar durch Schiffsschrauben oder Triebwerke von Wasserkraftanlagen verletzt wurden. Die Stadt Dormagen hatte den Fund der Bezirksregierung gemeldet.

Tote Aale am Rhein in Dormagen: „ungewöhnliches Phänomen“

„Dass die Aale genau jetzt angeschwemmt werden, hat auch etwas mit dem Hochwasser zu tun“, erklärte das Landesumweltamt. Denn normalerweise bleiben die toten Tiere im Flussbett, aber durch das Rhein-Hochwasser Anfang Februar wurden sie in entferntere Uferbereiche getrieben. Die Tiere wurden auf etwa 500 Metern Länge verteilt gefunden. Möglicherweise wird das auch in Zukunft öfter passieren. Experten gehen davon aus, dass es am auch am Rhein immer öfter zu Hochwassern kommen wird.

Es sei ein „ungewöhnliches Phänomen“, dass so viele tote Aale angeschwemmt wurden, sagte Stefan Saas, Geschäftsführer der Rheinfischereigenossenschaft. Möglicherweise seien die Tiere erfroren. In der vergangenen Woche war es in NRW mit Temperaturen von bis zu minus 20 Grad enorm frostig. Die toten Aale würden nun untersucht. Der Aal ist generell ein Sorgenkind: Trotz aller Maßnahmen bleibt der Bestand sehr gering. Vom Verzehr von Aalen aus dem Rhein wird abgeraten: In seinem fetten Fleisch sammeln sich Umweltgifte an.

Tote Aale im Rhein: Funde bei Dormagen geben Auskunft über Fischwanderung

Das Landesumweltamt erklärte, die Funde seien ein Zeichen, dass sich wieder vermehrt Aale im Rhein befänden, um zu den Laichplätzen in die Saragossa-See abzuwandern. Sie seien auch ein Zeichen dafür, dass der Fluss noch nicht überall für Wanderfische durchgängig sei.

Während die toten Fische in Dormagen ein Grund zur Sorge sind, hatte ein Rentner erst kürzlich Grund zu Freude, weil ihn eine Kassiererin von einem Netto-Supermarkt in Dormagen ihn davor bewahrt hat, von Betrügern noch mehr Geld abgezockt zu bekommen.

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