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Dormagen – die Stadt mit Chemie, Zollfeste und einem berühmten Kaiman

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Von: Christian Beissel

Eine kleine Strasse innerhalb der Zollfeste Zons in Dormagen
Eine kleine Strasse innerhalb der Zollfeste Zons in Dormagen © Rolf Vennenbernd / dpa

Dormagen liegt verkehrsmäßig zwischen Köln und Düsseldorf. Die Zollfeste mit ihrem Stadtteil Stadt Zons lockt Touristen an und an den Badeausflug eines kleinen Kaimans erinnert sich heute noch ganz Deutschland.

Dormagen ist eine Stadt im Norden von Köln in Nordrhein-Westfalen, sie gehört zum Rhein-Kreis Neuss. Im Norden grenzt es an die Landeshauptstadt Düsseldorf und an die Stadt Neuss. Dormagen hat etwa 64.000 Einwohner. Wahrscheinlich hat es die erste Besiedelung bereits in der Mittelsteinzeit gegeben. Beim Bau einer Wasserleitung wurden Urnengräber gefunden, die vermutlich aus der Zeit vor Christus stammen. Städtepartnerschaften bestehen zu Orten in Frankreich, Spanien und Israel.

Dormagen beherbergt das Phono- und Radiomuseum. Es wurde 2010 eröffnet und zeigt an Sonntagen seine Sammlungen von Grammophon, alten Schallplatten, Tonbandgerät und Radios. Es wird privat von zwei Sammlern geführt. 2012 stiftete der Entertainer Chris Howland sein „Ein-Mann Tonstudio“ an das Museum in Dormagen. Howland starb ein Jahr später in Rösrath im Bergischen Land. Ein weiteres Highlight des Museums ist das erste Mischpult mit Verstärker der Kölner Rockband BAP.

Basisinformationen Dormagen (Rhein-Kreis Neuss)

Einwohnerzahl Dormagen64.300 (Stand 12/2019)
KreisRhein-Kreis Neuss
RegierungsbezirkDüsseldorf
BundeslandNordrhein-Westfalen
Postleitzahl Dormagen41539-41542
Vorwahl Dormagen02133, 02182
Autokennzeichen DormagenNE, GV

Zollfeste Zons beherbergt einen ganzen Stadtteil hinter Mauern

Direkt am Rhein liegt der Stadtteil Stadt Zons, der aus einer gut erhaltenen mittelalterlichen Bebauung besteht. Viele Touristen kommen deswegen nach Dormagen. Die Feste Zons wurde im 14. Jahrhundert als Zollstation zwischen Köln und Neuss errichtet. Im Sommer finden auf einer Freilichtbühne Märchenspiele statt.

In der Innenstadt von Dormagen laden etwa 150 Geschäfte zum Shoppen ein. Ein Einkaufszentrum in der Innenstadt, die Rathaus-Galerie zieht pro Woche bis zu 90.000 Besucher an.

Der Karneval spielt ebenfalls eine Rolle in Dormagen, nicht zuletzt aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Hochburg Köln. Es gibt in Dormagen zwei Karnevalsvereine, die KG „Ahl Dormagener Junge“ von 1979 und die KG „Thalia Blau-Weiß Delhoven“ von 1877.

Dormagen hat einen recht hohen Freizeitwert. Im Osten der Stadt liegt der Rhein, dort am Ufer liegen verschiedene Naturschutzgebiete. Darunter die Altrheinschlinge Zons und das Zonser Grind. Dort gibt es auch einen Campingplatz. Der Deich am Rhein wird häufig von Spaziergängern,  Radfahrern oder Joggern genutzt. Im Tannenbusch gibt es verschiedene Freizeitaktivitäten für Familien mit Kindern. Neben einem Spielplatz gibt es dort einen kleinen Tierpark, einen Geopark und einen Trimmdichpfad.

Wassersport kann man im Sommer im Straberg-Nievenheimer See ausüben. Seit 2013 kann man Wakeboard und Wasserski fahren, die Anlage verfügt über zwei Bahnen. Ebenfalls wird Stand-Up-Paddeling angeboten.

Kaiman „Sammy“ brachte Dormagen in die Schlagzeilen in ganz Deutschland

1994 erlangte der See deutschlandweite Berühmtheit, als ein Kaiman namens Sammy von seinem damaligen Besitzer mit an den See genommen wurde - an einer Katzenleine. Das 80 Zentimeter lange Reptil konnte sich losreißen und verschwand im See. Nach fünf Tagen konnte ein Sporttaucher mit bloßen Händen den Kaiman fangen. Zu seinem Besitzer durfte das Tier nicht zurück. Erst wurde er in den Kölner Zoo gebracht. Später kam er über mehrere Stationen auf eine Alligator-Farm in Hessen, wo das Tier 2013 starb. Dormagener Schüler führten später ein Sammy-Musical auf dem Rathausplatz auf, 2017 wurde das neue Hallenbad von Dormagen nach dem Tier benannt.

Kaiman Sammy umringt von Kameras nachdem er von einem Taucher gefangen werden konnte
Kaiman Sammy war 1994 in einem Badesee in Dormagen verschwunden © Stephan Jansen/dpa

Chempark Dormagen

Die chemische Industrie ist wichtigster Arbeitgeber der Stadt: Sie stellt etwa 18 Prozent der Arbeitsplätze. Im ChemPark Dormagen produzieren unter anderem bekannte Firmen wie Bayer, Lanxess und Covestro. Hergestellt werden die unterschiedlichsten chemischen Produkte – von Beschichtungen bis zum Pflanzenschutzmittel.

Flughäfen Köln und Düsseldorf von Dormagen gut erreichbar

Durch die Lage zwischen Köln und Bonn und Düsseldorf ist Dormagen gut an die Autobahn angebunden. Durch das Stadtgebiet führt die Autobahn A57. Über diese ist im Norden die Autobahn A46 leicht zu erreichen. Im Süden für die A57 direkt bis in die Kölner Innenstadt, vorher kann man aber auf der A1 am Kreuz Köln Nord die Rheinseite wechseln und so z.B. den Konrad-Adenauer-Flughafen Köln/Bonn erreichen. Den Düsseldorfer Flughafen erreicht man entweder durch die Innenstadt von Düsseldorf oder über die A44.

Über den Bahnhof Dormagen ist die Stadt an den regionalen Zugverkehr angebunden. Dort halten der Rhein-Münsterland-Express RE7, der Rhein-Weser-Express RE6 und die S-Bahn-Linie S11 aus Köln. Die RE6 fährt von Dormagen aus auch zum Bahnhof des Konrad-Adenauer-Flughafens Köln/Bonn. In die andere Richtung  gibt es so eine Verbindung zum Düsseldorfer Flughafen oder ins Ruhrgebiet. Über den Rhein-Kreis Neuss gehört Dormagen dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr an. Es liegt im Grenzbereich der Verkehrsverbünde Rhein-Ruhr und Rhein-Sieg, insofern gelten hier beide Tarife.

Unter den in Dormagen geborenen Persönlichkeiten ist besonders Cornelius Stüssgen zu erwähnen. Der Unternehmer wurde 1877 hier geboren und gründete die gleichnamige Firma, die ersten Geschäfte, die als Selbstbedienungsgeschäfte gestaltet waren. Seinen ersten Laden eröffnete Stüssgen allerdings in Köln, im Jahre 1897. Im Zweiten Weltkrieg wurden viele Läden von Stüssgen und auch die Zentrale zerstört, Stüssgen begann aber direkt mit dem Wiederaufbau und hatte 1948 wieder 82 Filialen, 1956 starb er in Köln. Die Supermartkette wurde 1989 komplett von Rewe übernommen, 2005 verschwand die Marke „Stüssgen“. (cb)

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