1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

Mit Luftballons und Konfetti-Kanonen: Dortmunder Friseurin Bianka Bergler feiert die Wiedereröffnung

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Nina Büchs

Bianka Bergler und ihre Angestellten feiern die Wiedereröffnung ihres Friseurladens in Dortmund.

Die Dortmunderin Bianka Bergler feierte am Montag die Wiedereröffnung ihres Friseurgeschäfts. © Facebook/Cutfactory by Bibi B

Mit einem emotionalen Video machte die Dortmunder Friseurin Bianka Bergler Ende Januar auf die Probleme ihrer Branche aufmerksam. Jetzt konnte sie wieder öffnen und feiert das mit einem neuen Video.

Update vom 1. März, 13:30 Uhr: Die lange Wartezeit hat endlich ein Ende. Seit Montag (1. März) dürfen die Friseure in NRW wieder öffnen. Einige von ihnen empfingen die ersten Kunden sogar schon kurz nach Mitternacht. Hart dafür gekämpft hat auch die Dortmunder Friseurmeisterin Bianka Bergler, die mit einem emotionalen Facebook-Video Ende Januar für viel Aufmerksamkeit sorgte. Später war Bergler sogar bei Stern TV auf RTL zu Gast und kritisierte die Corona-Politik der Regierung und anderem im hitzigen Gespräch mit SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.

Jetzt konnte Bergler endlich wieder die Türen ihres Friseursalons „Cutfactory by Bibi B“ öffnen und zelebrierte das regelrecht. Auf der Facebookseite des Salons postete Bergler ein Video der feierlichen Wiedereröffnung. Bergler steht vor dem Geschäft und schneidet ein Band durch, während Mitarbeiter von ihr im Hintergrund Konfetti-Kanonen abfeuern. Natürlich alle mit Masken bekleidet. Luftballons runden die Partystimmung ab. Ihre Kundinnen und Kunden werden wahrscheinlich nicht weniger begeistert sein. (bs)

Emotionales Video von Dortmunder Friseurin: Bianka Bergler glaubt nicht an Öffnung Mitte Februar

Update vom 5. Februar, 17:15 Uhr: Friseurin Bianka Bergler hat nach ihrem TV-Auftritt bei RTL in einem Social-Media-Interview der Sendung Stern TV noch einmal die dramatische Situation ihres Handwerks betont. Die Lage sei sogar so dramatisch, dass viele ihrer Kollegen überlegten, illegal Haare zu schneiden oder es sogar schon tun. Ihr selbst sei angeboten worden: „Ich kann dir ein paar Kunden schicken.“

Bianka Bergler glaubt nicht daran, dass die Salons im Februar wieder öffnen. Sie geht davon aus, dass es März wird. Grundsätzlich finde sie alle Maßnahmen gut, die der Gesundheit dienen, aber ohne die Hilfen ginge es nicht, sagte sie in dem Interview. (sk)

Bianka Bergler: In Talkshow legt sie nach – „Warum nichts aus Fehlern gelernt?“

Update vom 4. Februar, 11:22 Uhr: Das Facebook-Video der Dortmunder Friseurin Bianka Bergler rührte zu Tränen – auch das allgemeine öffentliche Echo auf Berglers verzweifelten Aufruf war groß. Bei Stern TV auf RTL hat sie nun über das Video gesprochen – und sich mit SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, ebenfalls Gast in der Sendung am Mittwochabend, angelegt.

So beschreibt Bergler, wie es überhaupt zu diesem emotionalen Video kam. Als ihr am Telefon erklärt worden sei, dass sie auf das Überbrückungsgeld weiter warten müsse, verlor die Dortmunderin die Fassung. „Das Gespräch ist dann eskaliert, weil ich meine Gesprächspartnerin am Telefon gefragt habe, ob sie wisse, wie das ist, Existenzängste zu haben. Daraufhin wurde mir gesagt, ich sei gemein und solle doch die Politiker anrufen“, erklärt sie. Ihre Antwort: „Das würde ich ja gerne machen, ich bezweifle aber, dass mir da jemand zuhört“.

Als Bergler daraufhin aus der Leitung fliegt, kann sie ihre Emotionen nicht mehr zurückhalten. „Ich bin erstmal in das Nebenzimmer gegangen, habe geschrien, geflucht und geweint.“ Das Video davon, das sich auf Facebook wie ein Lauffeuer verbreitete, hat auch Karl Lauterbach gesehen, der Bergler bei Stern TV für ihren emotionalen Aufruf dankt. „Wir müssen den Betroffenen schneller und unbürokratischer helfen“, erklärt er – bei Bergler platzt daraufhin die Hutschnur.

„Das aktuelle Corona-Konzept ist schwammig und verzerrt. Wieso hat man aus den großen Fehlern des ersten Lockdowns nichts gelernt?Lauterbach unternimmt einen Erklärungsversuch. „Ich habe früh darauf hingewiesen, dass wir eine zweite Welle bekommen. Das haben viele Wissenschaftler, die auch hier regelmäßig in der Sendung sitzen, verneint. Also haben wir damals eine falsche Diskussion geführt, und die Vorbereitungen auf den zweiten Lockdown haben erst sehr spät begonnen. Weil die Politik im Glauben war, dass wir an dieser zweiten Welle vorbeikommen.“

Friseurin aus Dortmund veröffentlicht emotionales Video: „Halte durch!“

Update vom 3. Februar, 12 Uhr: Die Dortmunder Friseurin Bianka Bergler wird heute Abend zu Gast beim RTL-Magazin Stern TV sein und vor einem Millionenpublikum von ihren Problemen und Nöten als Friseur-Unternehmerin im Corona-Lockdown erzählen. Die Dortmunderin betreibt einen von rund 80.000 Friseursalons, die es in ganz Deutschland gibt, und kämpft wie ihre Kollegen mit Existenznöten. In einem emotionalen Video, dass sie auf dem Facebook-Kanal ihres Friseursalons gepostet hat, hat sie ihrer Verzweiflung Luft gemacht.

Die Reaktionen auf ihr Video sind vor allem positiv. So wünschen etliche User der Dortmunderin Kraft, oder bieten sogar finanzielle Unterstützung an. „Ich bin so erschüttert! Hoffe, das sehen auch die Leute, die wirklich was ändern können! Halte durch liebe Bibi!“, schreibt eine Userin. Aber es gibt auch Kommentatoren, die eine andere Tonart anschlagen und kein Verständnis für die Dortmunder Friseurin zeigen: „Wer sich selbständig macht, sollte sich etwas auf der Kante legen“, schreibt ein anderer Nutzer.

Verzweifelte Friseurin aus Dortmund: Kanzleramtschef Helge Braun reagiert auf Tränen-Video

Update vom 31. Januar, 16 Uhr: Friseurmeisterin Bianka Bergler bewegte das gesamte Internet, nun ist ihre Botschaft in Berlin im Bundeskanzleramt angekommen. Helge Braun, Chef des Bundeskanzleramtes, äußerte sich in einem Fernseh-Interview des Senders RTL zum Clip.

Im Gespräch mit dem Sender nannte er das Video „bestürzend und eindrucksvoll“. Denn das Video von Bianka Bergler zeige, wie schwierig die aktuelle Lage für viele Unternehmer und Arbeitgeber sei. Deshalb müsse nun alles daran gesetzt werden, dass die Corona-Hilfen bei den Betroffenen möglichst schnell ankommen.

Als Grund, weshalb die Novemberhilfen noch nicht ausgezahlt wurden, sagte Braun, die Verzögerung würde an einem „sehr aufwendigen EDV-Verfahren“ liegen. Aktuell werde aber daran gearbeitet, automatisierte Abschlagszahlungen umzusetzen.

Helge Braun, Chef des Bundeskanzleramts, wartet auf den Beginn einer Sitzung.

Helge Braun, Chef des Bundeskanzleramts, äußert sich zur Friseur-Branche. © Michael Kappeler/dpa

Erst am Freitag hatten sich in Solingen etwa 120 Friseure zu einer Demonstration versammelt. Sie protestierten gegen die Schließungen und für schnellere staatliche Hilfen. Ihr Motto lautete „Wir machen schön, nicht krank“. Damit wollten sie auf ihre schwierige Lage aufmerksam machen.

Corona: Verzweifelte Friseurin veröffentlicht tränenreiches Facebook-Video – die Reaktionen sind sehr emotional

Erstmeldung vom 29. Januar

Dortmund – Ein verzweifelter Hilferuf einer Friseurin aus Dortmund löst bei Facebook-Usern derzeit große Emotionen aus. Ihr Unternehmen und das vieler anderer Friseure steht wegen Corona kurz vor dem Aus.

Dortmund: Friseurin ist am Ende – auf Facebook zeigt sie ihre Verzweiflung

„Mein Name ist Bianka Bergler. Ich habe ein Unternehmen in Dortmund mit fünf wundervollen Mitarbeitern“, so stellt sich die Friseurin zu Beginn in ihrem Video vor. Mit zittriger Stimme fährt sie fort: „Meine Zündschnur ist abgelaufen. Jeden Tag schaue ich auf das Konto, aktuell bin ich auf dem Geschäftskonto mit 5000 Euro im Minus. Es ist noch keine Überbrückungshilfe angekommen.“ Sie erzählt, dass sie sogar ihren Vermieter angerufen hat, weil ihre finanzielle Lage es ihr schwer macht, die Miete zu zahlen. Auch ihre Mitarbeiter warten auf ihren Lohn, den die verzweifelte Friseurin ihnen nicht zahlen kann. Zwischendurch unterbricht die Unternehmerin immer wieder und schnieft in ihr Taschentuch.

Wir haben Herrn Laschet angeschrieben, wir haben Frau Merkel angeschrieben, wir haben TV-Sender angeschrieben“, zählt Bergler in ihrem Video auf. „Jahre für Jahre gehen wir arbeiten, kümmern uns um die Mitarbeiter, sind immer mit voller Liebe da für unsere Kunden und jetzt werden wir im Stich gelassen“, erzählt sie unter Tränen. Ihr Video endet mit einem Appell: „Schließt euch an, zeigt eure Gesichter. Zeigt wer ihr seid und was ihr für Probleme habt in diesem Lockdown.“ Ein „Bleibt gesund“ fügt sie noch hinzu, ehe das Video abbricht.

Auch in Köln äußern die Friseure in einem Video ihre Existenzangst. Ebenso betroffen sind auch die Kölner Gastronomen und Wirte – da wegen Corona etwa zwanzig Prozent weniger Kölsch gebraut wird und wichtige Einnahmen fehlen.

Coronavirus: So reagiert das Netz auf das emotionale Video der Friseurin aus Dortmund

Auf Facebook ist das Video der Friseurin schon längst viral gegangen. Über 46.000 Leute haben den emotionalen Post auf Facebook verbreitet, über 6.500-mal wurde das Video kommentiert. Zahlreiche Facebook-User wünschen darin der Friseurin Kraft, diese schwere Zeit zu überstehen.

„Mir blutet das Herz, wenn ich sowas ansehe!“, schreibt zum Beispiel Claudia Triebig. „Meiner Freundin geht es ebenfalls so. Die November- und Dezemberhilfe kam bis heute nicht!“, kommentiert eine andere Userin. Auch Klaus Mondry kennt das Problem und kritisiert dabei vor allem eines: „Meine Freundin hat ein super Hygiene-Konzept, genau wie die meisten Restaurants. Trotzdem dürfen die nicht arbeiten. Der Hundefriseur in der Nähe darf arbeiten und da warten die Leute auch bis sie an der Reihe sind. Ist nicht zu verstehen.“

Friseure haben Existenzangst: Mit dieser Aktion machen sie auf ihre Situation aufmerksam

Über die dramatische Lage der Friseure berichtete nun auch der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks aus Köln. „Die rund 80.000 Salons des deutschen Friseurhandwerks sind seit dem 16. Dezember 2020 im zweiten Lockdown geschlossen. Viele Familienbetriebe im Friseurhandwerk können die damit verbundenen Umsatzverluste nicht mehr überbrücken, sie stehen vor dem existenziellen Aus“, heißt es in der Pressemitteilung. Mit der Aktion „Licht an, bevor es ganz aus geht“ kämpft der Verband nun für eine Wiedereröffnung ab dem 15. Februar 2021 und ruft alle Betriebsunternehmer dazu auf, vom 31. Januar bis zum 1. Februar 24 Stunden ein Licht im Salon anzumachen. (nb)

Auch interessant