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Bombe in Dortmund erfolgreich gesprengt – Anwohner greift städtischen Mitarbeiter an

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Von: Oliver Schmitz

Das Ordnungsamt und die Polizei in der Düsseldorfer Innenstadt.
Das Ordnungsamt kontrolliert in der menschenleeren Fußgängerzone. Wegen des Fundes einer 250 Kilo Bombe aus dem 2. Weltkrieg mussten tausende Menschen ihre Häuser verlassen. © Bernd Thissen/dpa

Nach einer Überprüfung stand fest: In Dortmund wurde tatsächlich ein Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Alle Infos im Überblick.

Dortmund – Erneuter Bombenalarm in Dortmund: Erst vergangene Woche war bei Bauarbeiten ein 250-Kilo-Blindgänger gefunden worden, am Freitag, 13. August, hieß es, dass sich eine weitere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Dortmund befinden könnte. Am Sonntag, 15. August, ist dieser Verdacht nun bei einer Überprüfung bestätigt worden. Um 9:41 Uhr teilte die Stadt Dortmund auf Twitter mit, dass ein 250 Kilogramm schwerer Blindgänger britischer Herkunft gefunden wurde. Die Bombe befindet sich im Bereich des Schwanenwalls in der Innenstadt. Alle Informationen im Überblick.

Bombenfund in Dortmund: Sprengung ist erfolgt – Anwohner können zurück in ihre Wohnungen

Tausende Menschen sollten am Sonntagmorgen (15. August) bis 8:00 Uhr ihre Häuser verlassen. Gegen 17:00 Uhr wurde dann die Freigabe zur kontrollierten Sprengung erteilt. 20 Minuten später teilte die Stadt mit, dass die Sprengung erfolgt sei. Zunächst durften Anwohner aber nicht in ihre Häuser zurückkehren, da zuerst noch die Kontrollen der Gas- und Wasserleitungen erfolgen sollten.

Gegen 18:20 Uhr wurde der Evakuierungsbereich dann für den Fußverkehr freigeben. Eine halbe Stunde später teilte die Stadt mit: „Der Radius ist nun auch für den Straßenverkehr freigegeben. Es besteht lediglich noch eine kleine Sperrung rund um den Fundort. Alle Anwohner*innen können also wieder in ihr Zuhause zurück“. Die Stadtbahn fährt inzwischen wieder regulär.

Bomben in Dortmund gesprengt: Video zeigt Sprengung

Ein Video der Polizei Dortmund zeigt die Sprengung der Bombe am Schwanenwall. Durch die Sprengung seien kleinere Schäden entstanden, berichtete der Einsatzleiter des Dortmunder Ordnungsamtes. Diese seien auf den ersten blick „marginal“. Am U-Bahntunnel seien keine Schäden festgestellt worden. Der Einsatzleiter zeigte sich mit dem gesamten Ablauf zufrieden, einziger Wermutstropfen sei der durch einen Anwohner verletzte städtische Mitarbeiter.

Bombensprengung in Dortmund: Ein Überblick, was bisher passiert ist:

Bombe in Dortmund: Anwohner verletzt Mitarbeiter der Stadt schwer – Stadt appelliert: „Ruhe bewahren!“

Noch dürfen Anwohner also nicht in ihre Häuser zurück. Daher heißt es weiter: Ruhe bewahren und Geduld mitbringen. Das kann jedoch offensichtlich nicht jeder. Wie die Stadt mitteilte, griff ein Anwohner an einer Sperrstelle einen Kollegen der Stadt an und verletzte diesen schwer. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Der Angreifer konnte gestellt werden, die Stadt wird Anzeige erstellen. „Wir bitten Anwohner*innen Ruhe zu bewahren!“, appellierte die Stadt.

Bombenfund in Dortmund: Deshalb muss die Bombe gesprengt werden – Entschärfung nicht möglich

Ein Polizist steht an der Baugrube in Dortmund, in der eine Bombe gefunden wurde.
Bombenalarm in Dortmund: Ein Polizist steht an der Baugrube, in der eine Bombe gefunden wurde. © Bernd Thissen/dpa

Wie die Stadt auf Twitter mitteilt, soll die Bombe auf Empfehlung des Kampfmittelräumdienstes kontrolliert gesprengt werden. „Die vorbereitenden Maßnahmen werden ca. drei Stunden dauern“, hieß es zunächst. Eine Entschärfung sei dagegen nicht mehr möglich, da der Zünder für eine Entschärfung in einem viel zu schlechtem Zustand sei, so der Einsatzleiter des Ordnungsamtes in einem Video, das die Stadt auf Twitter veröffentlicht hat. Da die Bombe gesprengt und nicht wie zuvor angekündigt, entschärft werden kann, verzögere sich auch der Zeitplan, hieß es. So müsse zum Beispiel Sand herbeigeschafft werden, der als Dämmung dient.

Bombenfund in Dortmund: Kontrollierte Sprengung verschiebt sich – das passiert danach

Auch wenn die Bombe anschließend gesprengt wurde, können die Anwohner nicht wieder direkt in ihre Wohnungen zurückkehren, so der Einsatzleiter. „Mann muss schauen, ob und in welchem Bereich Schäden entstanden sind.“ Auf Schäden untersucht werden müssen dann zum Beispiel auch Gas- und Wasserleitungen, um Gefahren und Leitungsbrüche auszuschließen, so die Stadt Dortmund. „Dies wird ca. 1 Stunde dauern. Erst danach kann die Freigabe des gesamten Evakuierungsgebiets erfolgen.“

Eigentlich wurde mit einer Sprengung um 15 Uhr gerechnet, nun ist jedoch klar: Die Sprengung wird sich auf mindestens 16 Uhr verschieben. Das twittere die Stadt am Sonntag gegen 14:40 Uhr. Grund für die Verzögerung sei, dass derzeit noch Sand fehle, der aktuell nachbeschafft wird. Zudem werden aktuell noch Wasser-Bigpacks unterstützend zum Sand für die geplante Sprengung befüllt. Um kurz vor 16 Uhr hieß es dann, dass sich die Sprengung der Weltkriegsbombe nochmals verschieben wird. Eine Person aus dem Evakuierunsradius habe erst jetzt gemeldet, dass sie einen Krankenhaustransport benötigt, zudem laufen die letzten Vorarbeituen zur kontrollierten Sprengung, so die Stadt Dortmund.

Dortmund: Bombe aus Zweitem Weltkrieg wird gesprengt – so sind die Bahnen aktuell betroffen

Züge des Fernverkehrs fahren den Dortmunder Hauptbahnhof nun nicht mehr an. Sie werden über Gelsenkirchen umgeleitet“, teilte die Stadt Dortmund um 16:55 Uhr mit. Zudem sind die Stadtbahnlinien U42, U43 und U46 jetzt unterbrochen und werden durch einen Schienenersatzverkehr ergänzt. Der Schienenersatzverkehr soll von Dortmund Hbf zur Funkenburg eingerichtet werden, hieß es weiter.

Bombe in Dortmund: Evakuierung abgeschlossen – Person weigert sich, Wohnung zu verlassen

„Die Evakuierung ist abgeschlossen. Jetzt finden noch Nachkontrollen im gesamten Gebiet statt. Parallel laufen die Vorbereitungen an der Fundstelle“, twitterte die Stadt Dortmund um 13:42 Uhr. Zudem hieß es, dass sich in zwei Situationen Personen weigerten, die Wohnung zu verlassen. Sie befinden sich inzwischen jedoch außerhalb des Evakuierungsbereichs, so die Stadt Dortmund. Gegen 14:30 Uhr meldete die Stadt nun, dass sich eine weitere Person weitere, ihre Wohnung zu verlassen. Der Schlüsseldienst sei unterwegs.

Fliegerbombe in Dortmund: 7200 Anwohner von Evakuierung betroffen

Bombe in Dortmund gefunden: Bis 8:00 Uhr müssen Wohnungen verlassen werden

Am Schwanenwall/Platz von Novi Sad wurde am Freitag, 13. August, ein „Verdachtspunkt“ für eine Fliegerbombe entdeckt. Es gilt ein Evakuierungsradius von 500 Metern. Am Sonntag müssen deshalb 7200 Menschen in 4590 Haushalten (zuzüglich Hotels) das Gebiet bis 8 Uhr morgens verlassen.

Trotz des starken Verdachts, kann erst durch eine Ausgrabung mit Sicherheit festgestellt werden, ob sich in der Dortmunder Innenstadt eine Fliegerbombe befindet, erklärte die Stadt am Freitag in einer Mitteilung. Genau das sollte am Sonntag passieren. Weshalb die rund 7200 betroffenen Anwohner, die innerhalb des Evakuierungsradius von 500 Metern liegen, ihre Wohnungen und Häuser verlassen müssen – und das bis 8:00 Uhr morgens, ab dann sollen die Sperrmaßnahmen beginnen. Man plane etwa vier Stunden für die Evakuierungsmaßnahmen ein, sagte ein Stadtsprecher. Auch ein Seniorenheim und einige Hotels sind betroffen.

Anschließend sollte es, wie es am Freitag hieß, voraussichtlich am Mittag zu der Entschärfung kommen, falls sich der Bombenverdacht bestätigt. Experten sind auf mehrere Verdachtspunkte gestoßen, bei einigen sei laut Stadt aber bereits Entwarnung gegeben worden. In einem verbliebenen Bereich am Platz von Novi Sad sollten am Sonntag Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KBD) Westfalen-Lippe Untersuchungen durchführen und gegebenenfalls Blindgänger entschärfen.

Die Stadt bittet alle Anwohner für den Zeitraum der Sperrung bei Verwandten oder Freunden unterzukommen. Alternativ wird auch eine Betreuungsstelle in der Gesamtschule Scharnhorst, am Mackenrothweg 15, eingerichtet, hieß es.

Der Evakuierungsradius für die Ausgrabung und mögliche Entschärfung einer Bombe in Dortmund.
Der Fundort für die mögliche Fliegerbombe wird um Umkreis von 500 Metern evakuiert. © Stadt Dortmund

Möglicher Bombenfund in Dortmund: Das sollten Anwohner beachten

Für alle Menschen, die während der Sperrung zur Betreuungsstelle möchten, hat die Stadt einen Shuttle-Service eingerichtet. Vom Evakuierungsbereich fahren Bussen zur Haltestelle Brügmannplatz, von dort werden die betroffenen Personen dann weiter mit der Stadtbahn nach Scharnhorst gebracht. Jeder, der eventuell Hilfe benötigt oder unter Quarantäne steht, soll sich bis zum 14. August um 18:00 Uhr bei der Stadt Dortmund unter der Nummer 0231 50 1 33 33 melden.

Um den von der Evakuierung betroffenen Menschen etwas entgegenzukommen, bietet die Stadt am Sonntag kostenlose Freizeit-Angebote an. Alle Anwohner können an dem Tag entweder den Dortmunder Zoo oder den Westfalenpark frei besuchen. Dafür muss man vor Ort lediglich seinen Personalausweis vorzeigen.

Bombenfund: Verhaltenshinweise für betroffene Anwohner

Die Stadt Dortmund weist darauf hin, dass Anwohner notwendige Medikamente, Baby- und Spezialnahrung oder Dinge des besonderen Bedarfs (z.B. Windeln) mitnehmen sollen. Hintergrund ist vor allem, dass nicht absehbar ist, wie lange die Evakuierung genau dauert. Darüber hinaus soll man vor dem Verlassen der Wohnung darauf achten, dass alle elektrischen Geräte ausgeschaltet, alle Wasserhähne abgedreht und sämtliche Fenster sowie die Wohnungstür geschlossen sind. Haustiere sollen „ausreichend versorgt“ werden. In einigen Häusern wird bereits ab 6 Uhr die Wasser- und Gasversorgung abgedreht.

Bombenfund in Dortmund: So ist der Verkehr betroffen

Vom Evakuierungsgebiet sind die Stadtbahnlinien U42, U43, U44 und U46 sowie die Buslinien 452 und S30 betroffen. „Während der Evakuierungsphase können Sie an den Haltestellen „U Reinoldikirche“, „U Brügmannplatz“ und „U Ostentor“ um- und zusteigen. Das Verlassen der Haltestellen ist nicht möglich“, heißt es auf der Website der DSW21.

Mit Beginn der kontrollierten Sprengung sollen die Stadtbahnlinien U42, U43 und U46 unterbrochen werden und fahren dann nur noch in bestimmten Streckenabschnitten. DSW21 richtet daher einen Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen den Haltestellen „Dortmund Hauptbahnhof (Nordausgang/Cinestar)„ und „Am Zehnthof“ ein. Die übrigen vier Stadtbahnlinien fahren im regulären Sonntagsbetrieb.

Ein Überblick über die Einschränkungen:

Um die unterbrochenen Stadtbahnlinien miteinander zu verbinden, wird es auch einen Schienenersatzverkehr mit Bussen geben. Dieser soll im Acht-Minuten-Takt fahren. Auch der Busverkehr wird teils eingeschränkt. In dem Fall sind die Linie 452 und die S30 aus Unna betroffen.

Mögliche Bombe in Dortmund: JVA Dortmund muss ebenfalls evakuiert werden

Wegen des möglichen Bombenfunds wird auch die Justizvollzugsanstalt mit gut 300 Gefangenen evakuiert. Die Verlegung in andere Gefängnisse laufe bereits seit mehreren Tagen, schilderte JVA-Leiter Ralf Bothge der Nachrichtenagentur dpa am Freitag. Mehr als 200 Insassen seien in andere Anstalten etwa nach Bochum, Essen, Gelsenkirchen, Köln, Düsseldorf, Werl oder Bielefeld gebracht worden. „Das ist sehr aufwendig, eine logistische Herausforderung für uns und die aufnehmenden Anstalten, deren Hilfe sensationell ist.“ Die letzten 87 Insassen würden am Sonntagmorgen in andere Gefängnisse verteilt.

Alle Transporte seien bisher reibungslos verlaufen, sagte der JVA-Leiter. „Wir konnten die Gefangenen lautlos abführen, das hat in der Öffentlichkeit kaum jemand gemerkt.“ Das Gros der Insassen werde am Montag und Dienstag nach Dortmund zurückkehren, die anderen danach im Verlauf von etwa einer Woche. Zum genauen Konzept machte Bothge aus Sicherheitsgründen keine Angabe. Es sei aber eigens ein Masterplan erstellt worden. Bei der Dortmunder JVA mit Plätzen für Kurzstrafen und U-Haft handelt es sich nicht um eine Hochsicherheitsanstalt. (os mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.

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