1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

Fuchs streift regelmäßig durch Dortmund – kann er gefährlich werden?

Erstellt:

Von: Lydia Mayer

Ein Fuchs in der Stadt
In Dortmund streift seit Wochen immer wieder ein Fuchs durch die Innenstadt. (Symbolbild) © Annette Riedl/dpa

Ein Fuchs, der seit Wochen durch die Dortmunder Innenstadt streift, zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Viele fragen sich: Kann er gefährlich werden?

Dortmund – Ein Fuchs, der seit Wochen regelmäßig in der Dortmunder Innenstadt gesichtet wird und umherstreift, sorgt für Aufsehen. Darüber berichten die Ruhrnachrichten. Die Vorsitzende des Dortmunder Tierschutzvereins äußerte gegenüber der Zeitung die Vermutung, dass der Fuchs möglicherweise seinen Bau im Dortmunder Stadtwäldchen hat.

Fuchs streunt durch Dortmunder Innenstadt: „Füchse fühlen sich in der Nähe des Menschen wohl“

Etliche Nutzer berichten unter dem Beitrag auf der Facebookseite der Ruhrnachrichten, dass sie den Fuchs schon gesehen haben. „Einen Fuchs habe ich bereits im November und Dezember in der Silberstraße gesehen .... hatte mich auch schon gewundert“, schreibt ein Nutzer dazu. Auch eine andere Facebooknutzerin ist dem Fuchs in Dortmund schon begegnet: „Er spaziert auch auf dem Friedensplatz und der Betenstraße umher“, schreibt sie.

Neben Füchsen gibt es im Rheinland auch immer wieder Begegnungen mit einem anderen Wildtier: dem Nutria. Nutrias können, wenn sie ihren Nachwuchs verteidigen wollen, sehr aggressiv und eine Gefahr für Kinder sein. In Lippstadt wurde ein Hund von einem aggressiven Nutria getötet. Begegnungen von Füchsen mit Hunden und Katzen verlaufen laut stadtwildtiere.de in der Regel friedlich. Aber: auch ein Fuchs, der sich bedroht oder bedrängt fühlt, kann aggressiv werden. Deshalb gilt bei Nutrias wie bei Füchsen: Abstand halten!

Füchse sind laut Deutschem Jagdverband Kulturfolger. Das heißt, die Füchse fühlen sich in der Nähe des Menschen wohl, weil die Städte nicht nur viele Versteckmöglichkeiten bieten, sondern die Füchse dort auch immer etwas Essbares finden, sei es auf Komposthaufen, in Gärten oder in Mülltonnen.

Fuchs in Dortmunder Innenstadt: Füchse haben sich ans Leben der Menschen angepasst

„Füchse haben sich perfekt an den Trubel der Stadt angepasst und eine deutlich geringere bis gar keine Fluchtdistanz gegenüber Menschen (und ihren Haustieren) mehr“, schreibt dazu der Nabu Berlin. Nicht nur in der deutschen Hauptstadt gehören Füchse mittlerweile zum Leben dazu. In anderen Großstädten, auch in Nordrhein-Westfalen, werden sie immer öfter in Städten entdeckt.

Eher selten hingegen sind in NRW Goldschakale anzutreffen. Im November 2020 ist erstmals ein Goldschakal in NRW gesichtet worden. Das männliche Tier war in Mülheim an der Ruhr und in Kleve unterwegs.

Fuchs in Dortmunder Innenstadt unterwegs: Angst vor Tollwut ist unbegründet

Die Angst davor, dass der Fuchs möglicherweise Tollwut überträgt, ist laut Nabu NRW unbegründet. „NRW gilt seit 2001 als ‚tollwutfrei‘“, heißt es auf der Webseite des Naturschutzverbands. Wesentlich gefährlicher sind Krankheiten wie Staupe. Im Kreis Unna etwa wurde laut Landesjagdverband NRW im Juli 2020 bei drei verendeten Füchsen das Staupe-Virus nachgewiesen. Staupe kann auf Hunde übertragen werden und Lähmungen, epileptische Anfälle, Erbrechen oder Blindheit auslösen. Aus diesem Grund sollten Hundebesitzer ihre Tiere unbedingt gegen das Virus impfen lassen.

Lebensbedrohlich für den Menschen hingegen kann der Fuchsbandwurm werden. Dieser kann durch mit Fuchskot verunreinigte Waldfrüchte oder über die Erde nach Gartenarbeiten übertragen werden. Deshalb gilt in allen Fällen: gründlich waschen. Allerdings sind Erkrankungen mit dem Fuchsbandwurm äußerst selten.

Auch in NRW: Immer mehr Füchse in Städten – „nicht füttern!“

Prinzipiell steht einem harmonischen Zusammenleben zwischen Füchsen und Menschen in Städten nichts im Weg. Problematisch wird es aber, wenn Menschen meinen, die Wildtiere füttern zu müssen.

„Wer Füchse aus falsch verstandener Tierliebe füttert, erweist ihnen keinen guten Dienst. Füchse können dadurch ihre natürliche Scheu verlieren und sogar aufdringlich werden. Solche halbzahmen Füchse müssen in Städten meist geschossen werden, da sie oft Probleme verursachen und es für Mensch und Fuchs zu gefährlichen Situationen kommen kann“, heißt es dazu auf der Webseite von stadtwildtiere.de.

Füchse in NRW rufen auch mal die Feuerwehr auf den Plan

Füchse können übrigens auch mal die Feuerwehr auf den Plan rufen. So etwa im September 2019 in Dortmund. Ein Fuchs war zwischen einer Spundwand und Aufstiegsleiter am Dortmund-Ems-Kanal eingeklemmt. Die Feuerwehr musste ihn befreien. Mitte März 2021 musste die Feuerwehr Düsseldorf ein Fuchsbaby retten, nachdem es verlassen und mutterlos in einem Garten in Düsseldorf entdeckt wurde. (lys)

Auch interessant