1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

Telefon-Terror: Jugendliche setzen 50 falsche Notrufe ab

Erstellt:

Eine Hand hält ein Smartphone und wählt die 110.
Bis zu 50 Mal riefen zwei Jugendliche bei der Bundespolizei an (Symbolbild). © Sophia Weimer/dpa

Stundelang belästigten zwei Jugendliche (14 und 16) die Bundespolizei mit falschen Notrufen. Die beiden wurden schließlich am Hauptbahnhof Dortmund geschnappt.

Dortmund – Gehörig genervt waren sicherlich die Beamten der Bundespolizei, als in der Nacht zu Freitag (24. September) immer wieder Anrufe eingingen, die mit einer echten Notlage nichts zu tun hatten. Was die Beamten von zwei weiblichen Anruferinnen über Stunden zu hören bekamen, war ganz und gar nicht lustig. Das Lachen sollte auch den beiden jungen Täterinnen bald vergehen.

Beleidigungen, Beschimpfungen und Tierlaute mussten sich die Beamten bis zu 50 Mal anhören. Der Telefon-Terror begann schon am Vortag um 18 Uhr. Enden sollte er erst um 4 Uhr in der Nacht, berichtete die Bundespolizeidirektion Sankt Augustin. Mehrfach sei die Bundespolizei von ein bis zwei Jugendlichen angerufen worden. Die Telefonleitung sei dadurch blockiert gewesen.

Dortmund: Bundespolizei findet Jugendliche am Hauptbahnhof

Mitten in der Nacht, gegen 4:15 Uhr, gelang es dann einer Beamtin der Bundespolizei, die Jugendlichen in ein längeres Gespräch zu verwickeln. Dadurch stellte sich heraus, dass die vermeintlichen Notrufe aus dem Bereich des Dortmunder Hauptbahnhofs kamen. Mit Hilfe von Überwachungskameras konnten die Täterinnen, 14 und 16 Jahre alt, ausfindig gemacht werden.

Wenig später kassierte die Bundespolizei die Übeltäterinnen ein. Sie hatten ihre Anruflisten auf den Handys zwar schon gelöscht, gaben aber zu, für den Telefon-Terror verantwortlich zu sein. Die Mobiltelefone wurden sichergestellt, die Jugendlichen mussten mit zur Wache.

Was macht die Bundepolizei?

Die Bundespolizei ist dem Bundesinnenministerium unterstellt. Die Aufgaben und Befugnisse sind durch das Bundespolizeigesetz geregelt. Die Bundespolizei ist unter anderem zuständig für Bahnhöfe, Luftsicherheit (Flughäfen) oder den Grenzschutz. Das Spektrum der Aufgaben der Bundespolizei ist vielfältig.

Die Bundespolizeidirektion für NRW sitzt in Sankt Augustin und hat nach eigenen Angaben etwa 3500 Beschäftigte. Zur Direktion gehören neun Bundespolizeiinspektionen: Aachen, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Kleve, Münster, Flughafen Düsseldorf, Flughafen Köln/Bonn, Kriminalitätsbekämpfung Köln

Dortmund Hauptbahnhof: Strafverfahren wegen Missbrauchs von Notrufen

Zu allem Überfluss fanden die Beamten bei der 14-Jährigen noch eine Ecstasy-Tablette. Sie wurde später an ihre Mutter übergeben. Die 16-Jährige ist der Polizei bereits „hinreichend bekannt“, wie es in der Mitteilung heißt – auch schon wegen des Missbrauchs von Notrufeinrichtungen. Sie wurde in eine Jugendschutzstelle gebracht.

Gegen die jungen Täterinnen wurden jeweils Strafverfahren wegen Missbrauchs von Notrufen und des Verstoßes gegen das Betäubungsmittel eingeleitet. Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant