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Dortmund: Frau zieht Notbremse im Zug – weil ihr Ehemann zu spät kam

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Von: Benjamin Stroka

Eine Regionalbahn von Eurobahn.
Der Lokführer leitete sofort eine Schnellbremsung ein, um den Zug zu stoppen. (Symbolbild) © Rüdiger Wölk/Imago

Eine 31-jährige Frau zog in einem Zug am Dortmund Hauptbahnhof die Notbremse, damit ihr Mann die Bahn noch erreichen konnte. Der Zug legte eine Vollbremsung ein.

Dortmund – Riesenschreck für die Fahrgäste einer Regionalbahn in Dortmund*. Eine Frau löste dort gestern Nacht die Notbremse aus und sorgte damit für eine Vollbremsung. Der Grund: Ihr Ehemann hatte den Zug verpasst.

Dortmund Hauptbahnhof: Frau stoppt Zug per Notbremse

Diese Aktion war an Leichtsinn kaum zu überbieten. In der Nacht zu Freitag fuhr der RB59 wie immer am Dortmund Hauptbahnhof* ab, um Fahrgäste über Unna bis nach Soest zu bringen. Doch kurz nach der Abfahrt setzte die Bahn plötzlich zur Vollbremsung an. Ein großer Schreck für die rund 30 Fahrgäste und sicher auch für den Lokführer, der die Schnellbremsung einleitete.

Eine Frau aus Sundern soll die Notbremse gezogen haben. Ihre Begründung machte nicht nur die herbeigerufene Bundespolizei fassungslos. Denn der Ehemann der 31-Jährigen hatte sich verspätet und so den Zug verpasst. Die Frau wollte dann die Sache selbst in die Hand nehmen und zog die Notbremse. Doch nicht nur das: Außerdem öffnete sie danach die bereits geschlossenen Zugtüren auch noch manuell. Eine ähnliche Aktion leistete sich ein Mann im Hauptbahnhof Köln*: Er wollte ebenfalls seinen Zug nicht verpassen und sprang einfach auf das Trittbrett des Zuges* auf.

Polizei Dortmund: Frau zieht Notbremse, weil Mann zu spät kommt?

Der Zugführer reagierte umgehend auf das Signal und leitete mit „größerer Intensität“, wie die Polizei mitteilt, eine Vollbremsung ein. Der Zug kam so kurz hinter dem Bahnsteigende zum Stehen. Glücklicherweise sind laut Polizeiangaben nach derzeitigem Stand alle 30 Fahrgäste mit dem Schrecken davongekommen. Verletzte gab es wohl nicht.

Dennoch wartet nun eine Anzeige auf die Frau aus Sundern. „Wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und wegen des Missbrauchs von Nothilfeeinrichtungen“, erklärt ein Polizeisprecher am Freitagmorgen. Der RB59 konnte seine Fahrt daraufhin mit rund 50 Minuten Verspätung fortsetzen. (bs) *24RHEIN ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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