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Gefälschte Impfpässe: Apotheker sollen unbemerkt Notruf absetzen

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Ein Smartphone mit Impfpass-App liegt auf einem Impfausweis und einem Apotheken-Kassenzettel
In Apotheken können sich Geimpfte ein digitales Impfzertifikat ausstellen lassen (Symbolbild). © Christian Ohde/Imago

Die Polizei in Dortmund hat reihenweise gefälschte Impfpässe einkassiert. Möglich war das durch aufmerksame Apotheker, die sich an die Polizei wandten.

Dortmund – Weil aufmerksame Apotheker Verdacht schöpften, konnte die Dortmunder Polizei am Mittwoch (17. November) zahlreiche gefälschte Impfpässe sicherstellen. Die Behörde appelliert jetzt noch einmal an Apothekerinnen und Apotheker, bei der Ausstellung digitaler Impfzertifikate besonders vorsichtig zu sein.

Wie die Polizei Dortmund berichtete, seien in den vergangenen Tagen häufiger Verdachtsfälle an die Polizei gemeldet worden. Auch im vorliegenden Fall fielen den Apotheken-Angestellten Unstimmigkeiten aus. Sie reagierten aus Polizeisicht „vorbildlich“: Sie kopierten den angeblichen Impfausweis und den Personalausweis der Tatverdächtigen. „In allen Fällen wurde der Verdacht der Fälschung später bestätigt“, hieß von der Polizei.

Gefälschte Impfpässe in Dortmund: Polizei mit dringender Bitte

Aus gegebenem Anlass appelliert die Dortmunder Polizei Apotheken-Angestellte, bei der Prüfung von Impfdokumenten auch besonders aufmerksam zu sein. „Sollten Sie einen Grund haben, die Echtheit eines Impfausweises anzuzweifeln, wenden Sie sich möglichst unbemerkt an den Notruf der Polizei“, so die Empfehlung.

Im Einzelfall solle auch geprüft werden, ob es Sinn mache, die verdächtigen Impfausweise direkt einzubehalten. „Bringen Sie sich dabei allerdings nicht selbst in Gefahr“, erklärte die Polizei. „Vermeiden Sie bei Bedenken bitte unbedingt eine direkte Konfrontation.“ Zu einer solchen war es gerade erst Ende Oktober gekommen.

Impfpass gehört nicht in Soziale Medien

Die Polizei appelliert auch an Geimpfte, ihre Impfpässe nicht ins Netz zu stellen, also auf Facebook, Insgtagram, im Whats-App-Status oder anderen sozialen Medien zu posten. „Häufig nutzen Urkundenfälscher die Chargennummern solcher Fotos, um ihre Impfausweise zu fälschen“, so die Begründung.

Dortmund: Apothekerin von Kunde angegriffen – weil sie Fälschung bemerkte

Eine Apothekerin hatte am 30. Oktober bei einem „Kunden“ mehrere Fälschungsmerkmale an einem Impfpass festgestellt und sprach den Mann darauf an. Dieser griff die Apothekerin an, um das Dokument zurückzubekommen, ergriff aber schließlich die Flucht. Die zurückgelassene Fälschung enthielt die Adresse des Verdächtigen. Deshalb konnte die Polizei gegen einen 30-Jährigen wegen des Verdachts auf Körperverletzung und Urkundenfälschung ermitteln.

Für NRW-Innenminister Herbert Reul sind Fälschungen von Impfnachweisen keine Kavaliersdelikte, sondern „zum Teil handfeste Straftaten“. Entsprechend hoch sind in NRW die Strafen für gefälschte Impfpässe. Das Fälschen wird mit bis zu fünf Jahren oder einer hohen Geldstrafe geahndet. Auch wer einen solchen „nur“ benutzt, kann eine Freiheitsstrafe oder hohe Geldstrafe kassieren. (sk/ots) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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