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Verurteilter bleibt trotz lebenslanger Haftstrafe auf freiem Fuß

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Von: Nina Büchs

Außenansicht der Justizvollzugsanstalt Dortmund
Ein verurteilter Mörder aus Dortmund bleibt vorerst auf freiem Fuß. © IMAGO / biky

Oktober 1993: Ein Mann überfällt und erwürgt eine Schülerin. 27 Jahre später wird der Täter gefasst und verurteilt – doch ins Gefängnis muss er erst einmal nicht.

Dortmund/Hamm – Im Oktober 1993 erschütterte ein abscheuliches Verbrechen die Stadt Dortmund im Ruhrgebiet. Eine 16-jährige Schülerin wurde erwürgt – ihre Leiche fand man vor einer Schule. Der Fall wurde auch in der Sendung „Aktenzeichen XY“ im ZDF ausgestrahlt. 27 Jahre später steht fest, wer die junge Frau ermordet hat. Doch der Verurteilte darf vorerst trotzdem auf freiem Fuß bleiben.

Dortmund: 56-Jähriger wird zu lebenslanger Haft verurteilt – doch er muss vorerst nicht hinter Gitter

Auch nach der Verurteilung zu einer lebenslangen Haftstrafe durch das Landgericht Dortmund muss der 56-jährige Täter vorerst nicht ins Gefängnis. Das Oberlandesgericht Hamm bestätigte eine entsprechende Entscheidung des Gerichts, gegen das die Staatsanwaltschaft Dortmund Beschwerde eingelegt hatte. Der Mann war im Januar 27 Jahre nach dem Tod einer Schülerin wegen Mordes verurteilt worden. Der Beschluss des OLG ist nicht anfechtbar.

Mord in Dortmund: Justiz hat zu langsam gearbeitet – Täter wurde aus der Haft entlassen

Der erste Prozess gegen ihn war Anfang 2020 wegen eines kranken Richters geplatzt, nachdem er bereits über zwei Jahre in Untersuchungshaft gesessen hatte. Das OLG hatte ihn daraufhin im vergangenen Jahr aus der Haft entlassen. Nach Ansicht der Richter hatte die Justiz zu langsam gearbeitet. Dem Beschleunigungsgebot in Haftsachen sei damit „nicht hinreichend Rechnung getragen worden“, so das Oberlandesgericht im Sommer 2020.

Dortmund: 56-Jähriger wegen Mordes verurteilt – darum wurde nun kein Haftbefehl erlassen

Nach dem Urteilsspruch erließ das Landgericht keinen Haftbefehl. Bis das Urteil rechtskräftig ist, muss der 56-Jährige nicht ins Gefängnis. Diese Sicht bestätigte das OLG jetzt. „Der staatliche Strafverfolgungsanspruch müsse, auch wenn sich dessen Gewicht mit der am 25.01.2021 erfolgten Verurteilung des Angeklagten vergrößert habe, gegenüber dem Freiheitsanspruch des Angeklagten zurücktreten“, heißt es zur Begründung.

Dortmund 1993: Mann erwürgte Schülerin – so kam die Polizei dem Mörder auf die Schliche

Der jetzt Verurteilte soll im Oktober 1993 eine damals 16-jährige Schülerin in Dortmund verfolgt, überfallen und erwürgt zu haben. An der Leiche hatte die Polizei damals eine Hautschuppe gesichert, die nach einer nachträglichen DNA-Untersuchung 2018 schließlich zur Festnahme des Castrop-Rauxelers geführt hat. Der Fall war damals auch in der Sendung „Aktenzeichen XY“ Thema.

Mordfälle aus NRW: Auch diese Fälle wurden bei Aktenzeichen XY ausgestrahlt

Neben dem Mord an der Schülerin aus Dortmund wurden auch andere Mörder aus NRW in der Sendung „Aktenzeichen XY“ gesucht. Manche von ihnen sind immer noch flüchtig – so wie die Mörder einer jungen Prostituierten, die vor zwölf Jahren in Heinsberg bei Aachen tot auf einem Feld gefunden wurde. Und auch der Mörder von Bärbel Werner konnte noch nicht identifiziert werden. Die junge Frau wurde im Februar 1987 an einer Autobahn-Auffahrt A57 bei Kamp-Lintfort, etwa 20 Kilometer von Duisburg entfernt, tot aufgefunden.

(nb mit dpa)

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