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Neonazi-Demo in Dortmund bislang friedlich – zahlreiche Straßen wurden gesperrt

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Kundgebung von Rechtsextremisten nach Tod von Neonazi Borchardt
Ein Teilnehmer der Kundgebung von Rechtsextremisten trägt nach dem Tod von Neonazi Siegfried Borchardt einen Kranz durch die Polizeiabsperrung. © Roland Weihrauch/dpa

In Dortmund sind am Samstag zahlreiche Neonazis bei einer Demo durch Dortmund marschiert. Doch es gab auch Gegenveranstaltungen. Die Lage blieb bislang friedlich.

Dortmund – Bei einer Kundgebung von Rechtsextremisten und mehreren Gegenveranstaltungen in Dortmund ist nach ersten Erkenntnissen bisher alles friedlich verlaufen. Die Dortmunder Polizei sprach am Samstag von 480 Teilnehmern an der rechtsextremen Versammlung. Der Veranstalter hatte 250 Teilnehmer für die Demo angemeldet. „Diese Zahl war von vornherein unrealistisch“, sagte eine Polizeisprecherin am frühen Nachmittag der Deutschen Presse-Agentur. Man habe sogar mit mehr als den tatsächlich aufmarschieren knapp 500 Demonstranten gerechnet.

Neonazi-Demo in Dortmund: Zahlreiche Straßen und zwei U-Bahnlinien wurden gesperrt

Nach dem Tod des Dortmunder Neonazis Siegfried Borchardt hatte ein rechtsextremistischer Anmelder zu der Versammlung aufgerufen. Borchardt war als „SS-Siggi“ bundesweit bekannt. Daher war die Anreise von Anhängern der Szene auch über Nordrhein-Westfalen hinaus erwartet worden. Die Rechtsextremen wollten nach dem Treffen gegen 14.00 Uhr in der Nähe des Hauptbahnhofs Dortmund durch die Innenstadt bis zum Stadtteil Dorstfeld ziehen. Zahlreiche Straßen in dem betroffenen Gebiet waren gesperrt. Der Verkehr wurde teilweise umgeleitet. Auch zwei U-Bahnlinien wurden für die Dauer des Aufzugs gesperrt.

„Sofern Sie beabsichtigen, zum Hauptbahnhof zu gehen, planen Sie besser ein paar Minuten mehr ein. Aufgrund der Absperrungen in Höhe der und rund um die Katharinentreppe müssen Sie eventuell den einen oder anderen Umweg einplanen“, twitterte die Polizei gegen Mittag. Für Medienvertreter war eine eigene Anlaufstelle der Polizei eingerichtet worden. Die Polizei, die für die Veranstaltungen strenge Auflagen verfügt hatte, war mit „starken Kräften vor Ort“, sagte die Sprecherin.

Demo von Neonazis in Dortmund: Grüne, DGB und Antifa organisieren Gegenveranstaltung

Zu Gegenverstaltungen hatten unter anderem die Dortmunder Grünen und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) aufgerufen. Hinzu kam eine Eil-Anmeldung der linksextremen Szene. Die Antifa hatte bereits im Vorfeld für eine Kundgebung mobil gemacht.

Neonazi-Demo in Dortmund: „SS-Sigi“ starb vor einer Woche – er beging zahlreiche Straftaten

Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Borchardt vor einer Woche im Alter von 67 Jahren gestorben war. „SS-Siggi“ galt als einer der Köpfe der Dortmunder Rechtsextremen-Szene, die mittlerweile als geschwächt gilt. Er saß für „Die Rechte“ 2014 kurzzeitig im Dortmunder Stadtrat, legte das Mandat aber nach zwei Monaten nieder. Er hatte ein langes Vorstrafenregister und verbüßte mehrere Haftstrafen - unter anderem wegen Volksverhetzung, Landfriedensbruch, Sachbeschädigung und gefährlicher Körperverletzung.  (dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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