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Dortmund: Zum 15. Todestag von NSU-Opfer Kubaşık – Kundgebung gegen rechte Gewalt am Sonntag

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Weiße und rote Rosen liegen am 04.04.2016 in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) auf dem Gedenkstein für den vom NSU ermordeten Kioskbesitzer Mehmet Kubasik.
Der Gedenkstein für den vom NSU ermordeten Kioskbesitzer Mehmet Kubaşık in Dortmund. © Bernd Thissen/dpa

Zwischen 2000 und 2007 ermordete der rechtsterroristische NSU zehn Menschen in Deutschland. Zum 15. Todestag an das Opfer Mehmet Kubaşık findet am Sonntag in Dortmund eine Kundgebung statt.

Dortmund – Zum 15. Todestag des NSU-Opfers Mehmet Kubaşık am kommenden Sonntag (4. April) ruft das Bündnis „Tag der Solidarität“ zum Gedenken an die Opfer von rechtem Terror auf. Der türkischstämmige Kioskbetreiber und dreifache Vater war im Alter von 39 Jahren am 4. April 2006 von der rechtsextremen Terrorzelle NSU in seinem Laden in Dortmund ermordet worden. Zur Erinnerung an ihn und andere Opfer rechter und rassistischer Gewalt soll am Sonntag eine Kundgebung unter Einhaltung der Corona-Regeln am Mahnmal der Getöteten in der Nähe des Dortmunder Hauptbahnhofs stattfinden, kündigte das Bündnis „Tag der Solidarität - Kein Schlussstrich“ an.

Dortmund: Bündnis „Tag der Solidarität“ kritisiert fehlende Aufklärung im NSU-Komplex

Es sei ihnen ein Anliegen, die Erinnerung an Mehmet Kubaşık wach zu halten und gemeinsam mit der Familie umfassende Aufklärung zu fordern, sagten die Veranstalter der Deutschen Presse-Agentur. Bis heute seien weder politische noch gesellschaftliche Konsequenzen aus dem NSU-Komplex gezogen worden. Rechte Gewalt werde immer wieder verharmlost, während Betroffene und Angehörige stigmatisiert würden. Diese „Verhältnisse sind es, die rechte und rassistische Gewalt immer wieder ermöglichen“, so ein Sprecher des Bündnisses.

Die Stadt Dortmund kündigte an, man werde am Sonntag mit der Familie in stillem Gedenken zusammenkommen.

Als NSU hatten sich die Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt bezeichnet, die zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen ermordeten. Die Opfer waren acht türkischstämmige und ein griechischstämmiger Kleinunternehmer sowie eine Polizistin. Den ersten Mord begingen die Rechtsterroristen am 9. September 2000. Die Mittäterin Beate Zschäpe wurde 2018 verurteilt. (bs/dpa/lnw)

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