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Mord an Schülerin aus Dortmund: Polizei will Verurteiltem Fußfessel anlegen – doch er ist nicht auffindbar

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JVA Dortmund, das Gefängnis in der Innenstadt.

Ein verurteilter Mörder, der vor 27 Jahren eine Schülerin in Dortmund getötet hat, ist noch immer auf freiem Fuß. © IMAGO / Olaf Döring

27 Jahre nach dem Mord an einer Schülerin ist ihr Mörder noch auf freiem Fuß, trotz Verurteilung. Die Polizei will ihm nun eine Fußfessel anlegen, doch er ist verschwunden.

Münster/Dortmund – Die Polizei Münster will einem auf freiem Fuß befindlichen und vom Landgericht Dortmund des Mordes an einer Schülerin schuldig gesprochenen Mann eine Fußfessel umlegen lassen - auffindbar sei der Mann zurzeit allerdings nicht. Nach ihm suchen könne man erst, sollte das Gericht dem Antrag auf polizeiliche Beobachtung mittels Fußfessel stattgeben, sagte ein Sprecher der Polizeibehörde in Nordrhein-Westfalen am Sonntag. Die Prüfung dieser Maßnahme dauere noch an. Die Zeitung Bild hatte zuvor berichtet.

Oktober 1993: Mann erwürgt Schülerin in Dortmund – Spuren am Tatort führen zu ihrem Mörder

Der mutmaßliche Mörder war am 25. Januar 27 Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer damals 16-Jährigen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der jetzt Verurteilte soll die Schülerin im Oktober 1993 in Dortmund verfolgt, überfallen und erwürgt haben. Der Fall wurde auch in der Sendung „Aktenzeichen XY“ im ZDF ausgestrahlt.

Weil die Justiz keine Fluchtgefahr sah und das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, blieb er nach dem Schuldspruch frei. Er war 2018 festgenommen worden, nachdem nachträgliche DNA-Analsysen von Tatortspuren einen Treffer ergeben hatten.

Mord in Dortmund: Polizei kann nicht ausschließen, dass von dem Mann eine Gefahr für andere ausgeht

Die Polizei in Münster, wo der Deutsche gemeldet ist, könne nicht ausschließen, dass von dem Mann eine Gefahr für andere ausgehe. Daher habe man beantragt, ihm eine Fußfessel umzulegen, um seinen Standort nachverfolgen zu können. „Wir wissen allerdings nicht, wo er ist. Aber er ist nach wie vor ein freier Mann“, sagte der Polizeisprecher am Sonntag.

56-Jähriger ermordet Schülerin in Dortmund: Deshalb wurde er aus der Untersuchungshaft entlassen

Der mutmaßliche Gewalttäter war 2020 nach einem wegen der Erkrankung einer Richterin geplatzten ersten Prozess aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Aus Sicht des Oberlandesgerichts Hamm hatten sich die Dortmunder Richter zu viel Zeit gelassen, um den Prozess wieder neu zu beginnen. Ein Verstoß gegen das Beschleunigungsgebot in Haftsachen, hieß es damals. Seitdem ist der 56-Jährige auf freiem Fuß. Zuletzt hatte das Oberlandesgericht seine Auffassung Ende Februar erneut bestätigt.(nb mit dpa)

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