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Nach Düsseldorf: Düren hat jetzt ein Verweilverbot in der Problemzone Innenstadt

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Von: Stefanie Knupp

Rathaus in Düren (NRW)
Die Dürener Innenstadt gilt als Problemzone (Archivbild). © Werner Otto/IMAGO

Der Kreis Düren gehört aktuell zu den Inzidenz-Spitzenreitern in NRW. Nach Ansicht des Kreises gibt es dafür zwei Ursachen – jetzt gilt ein Verweilverbot.

Düren – Es hat für viele Diskussionen gesorgt, ist aber nach wie vor gültig: das Verweilverbot in Düsseldorf. Der Kreis Düren zieht jetzt nach und erlies ein solches Verbot für Teile der Stadt Düren. Verweilen in Parks und öffentlichen Grünanlagen ist seit dem 5. März untersagt. Die Regel gilt zunächst bis zum 21. März.

Höhe125 Meter
Fläche85,02 Quadratkilometer
Vorwahl02421
Vereine und Mannschaften1. FC Düren, Viktoria Arnoldsweiler, SG Düren 99, GFC Düren 09

Anlass für die neue Allgemeinverfügung war die hohe 7-Tage-Inzidenz der Stadt. Am Freitag (5. März) lag sie bei 229 und zählte damit zu den höchsten in NRW. Der Kreis reagierte mit verschärften Regeln, darunter die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske in der Innenstadt, ein Betretungsverbot für Spielplätze nach 17:30 Uhr und eben das Verweilverbot.

Verweilverbot in Düren: Kreis will fit für Lockerungen werden

„Menschen dürfen sich dort aufhalten, sie müssen sich aber fortbewegen, dürfen sich also nicht hinsetzen, auf eine Wiese legen oder länger stehen bleibe“, erklärt der Kreis das Verweilverbot auf seiner Internetseite. Der Verzehr von Speisen und Getränken ist ebenfalls untersagt, ausgenommen sind Kinder im Alter bis zu einem Jahr. Rechtliche Grundlage dafür sei das Infektionsschutzgesetz, heißt es weiter. „Zudem wird die Polizei im Dürener Stadtgebiet mit Lautsprecherwagen in deutscher und türkischer Sprache auffordern, die Corona-Regeln strikt einzuhalten.“

Die von der Bund-Länder-Runde beschlossenen Lockerungen gelten, solange NRW eine konstante Inzidenz zwischen 50 und 100 vorweisen kann, was aktuell der Fall ist, ansonsten greift die Notbremse. Der Kreis hat in Abstimmung mit dem NRW-Gesundheitsministerium und der Stadt Düren trotzdem verschärfte Corona-Regeln verfügt. „Wir wollen uns fit machen für Lockerungen“, sagt dazu Landrat Wolfgang Spelthahn. „Damit wir alle im Kreis Düren möglichst schnell wieder ein Stück Normalität zurück gewinnen.“

Verweilverbot in Düren: Innenstadt ist die Hauptproblemzone

In einem Facebook-Video wendet sich der Landrat auch direkt an die Dürener und erklärt, warum genau diese Maßnahmen jetzt getroffen wurden. Man könne lokalisieren, wo die hohen Zahlen herkommen. Es gebe zwei Ursachen. Zum Einen sei das die besonders hohe Quote der britischen Virus-Mutation. 75 Prozent der Neuinfizierten tragen diese Variante in sich, berichtet Wolfgang Spelthahn. Zum Anderen konnte die Innenstadt von Düren als Hauptproblemzone ausgemacht werden. Dort habe die Wocheninzidenz bei fast 300 gelegen. Man werde bei den Maßnahmen genau da ansetzen, wo zur Zeit das Problem liegt und deshalb unauffälligere Städte wie etwa Jülich nicht mit neuen Maßnahmen belegen.

Man wolle die „traurige Spitzenreiterstellung verlassen“, so der Landrat, wohlwissend, dass „das ihnen schon zum Hals heraus hängt.“ Das ständige Verkünden schlechter Nachrichten mache niemand gerne. „Aber wir sehen auch, was auf dem Spiel steht“, erklärt Wolfgang Spelthahn. (sk)

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