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Forderung nach mehr Geld und Personal: Pflegekräfte demonstrieren mit Rollatoren

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Die Teilnehmer der Demonstration stehen mit Rollatoren auf dem Vorplatz des Rathaus in einem Kreis.
Die Teilnehmer der Demonstration stehen mit Rollatoren auf dem Vorplatz des Rathaus in einem Kreis. © Fabian Strauch/dpa

In Düsseldorf und Recklinghausen haben Pflegekräfte am Mittwoch für mehr Personal und eine bessere Bezahlung protestiert.

Düsseldorf/Recklinghausen – Pflegekräfte haben am Mittwoch bei Demonstrationen der Gewerkschaft Verdi vor dem Landtag in Düsseldorf und in Recklinghausen mehr Personal und eine bessere Bezahlung und Ausbildung gefordert. Rund 200 Teilnehmer zeigten der Pflegepolitik des Bundes bei der Demonstration in Düsseldorf symbolisch die Rote Karte, in Recklinghausen kamen etwa 50 Bewohner und Beschäftigte von Pflegeheimen und Psychiatrien mit Rollatoren zu einem Demonstrationszug in die Innenstadt, wie eine Verdi-Sprecherin berichtete.

Demos in Düsseldorf und Recklinghausen: Laumann unterstützt Pflegekräfte

„Das Hauptproblem ist die Überlastung: Wir brauchen mehr Personal“, forderte die Verdi-NRW-Sprecherin Lisa Isabell Wiese in Düsseldorf. „Jetzt müssen die richtigen Lehren aus der Corona-Pandemie gezogen werden“, forderte Verdi-Gewerkschaftssekretärin Vera Foullong-Marquardt in Recklinghausen. Daran fehle es bisher.

Unterstützung bekamen die Düsseldorfer Demonstranten von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). „Die Arbeitsbedingungen müssen so sein, dass die Menschen den Beruf gern viele Jahre machen“, sagte Laumann in einem Auftritt als Gastredner vor dem Landtag. Um ausreichend Personal zu gewinnen, sei auch eine „Willkommenskultur für Kollegen und Kolleginnen aus anderen Ländern“ nötig, die in Pflegeberufen arbeiten wollten.

Auslöser für Demos der Pflegekräfte war Konferenz der Gesundheitsminister

SPD-Landtagsfraktionschef Thomas Kutschaty verwies in einer Mitteilung auf den Leitantrag der Landtags-SPD für einen „Neustart in der Gesundheits- und Pflegeversorgung“ mit fairen Löhnen und perspektivisch einer 35-Stunden-Woche in der Pflegebranche.

Anlass der bundesweiten Demonstrationen der Gewerkschaft vor Gesundheitsministerien und Landtagen war die Konferenz der Gesundheitsminister von Bund und Ländern, die am Mittwoch online stattfand.

In einem per Livestream auch in Düsseldorf gezeigten Streitgespräch mit Verdi-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler verteidigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) seine Politik. Wenn ausgebildete Pflegekräfte nicht in den Beruf zurückkehrten, könnten die Stellen nicht besetzt werden. „Alle suchen Personal“, sagte Spahn. Die Bundesregierung habe viele Zusagen eingehalten. (dpa/lnw)

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