1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

Düsseldorfer Rolltreppen-Aktion „Rechts stehen, links gehen“ vor dem Aus

Erstellt:

Station Heinrich-Heine-Straß: Wehrhahn-Linie in Düsseldorf in Betrieb genommen
Gerade im Düsseldorfer Stadtzentrum sind die Rolltreppen zu den Stoßzeiten ziemlich voll. © Monika Skolimowska/dpa

Die geplanten „Rechts stehen, links gehen“-Schilder in Düsseldorf kommen wohl doch nicht. Laut Stadtverwaltung ist die Regel verboten – und soll ohnehin nichts bringen.

Düsseldorf – Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt Düsseldorf will auf eine angedachte „Rechts stehen, links gehen“-Beschilderung in den Düseldorfer U-Bahnhöfen verzichten. Der überraschende Grund: Laut Verwaltung ist das Gehen auf Rolltreppen offiziell verboten.

Die Verwaltung hatte die mehrsprachige Beschilderung für den Verkehrsausschuss geprüft und herausgefunden, dass nach Bestimmungen der Deutschen Unfallversicherung „ein Gehen auf Fahrtreppen nicht gestattet“ sei. Man habe extra noch einen Sachverständigen konsultiert – mit dem gleichen Ergebnis.

Düsseldorf: Vorlage gibt Erkenntnisse über Rolltreppen – Studie zeigt Schwächen von beliebter Regel

Die Vorlage an den Ausschuss bietet viele Erkenntnisse über Rolltreppen: „Die Stufenhöhe von Fahrtreppen ist höher als von normalen Treppenstufen.“ Das führe „vermehrt zum Stolpern von laufenden Personen“, die andere Menschen mitreißen könnten. Durch die geriffelten Stufen könne man sich außerdem noch mehr verletzen als auf einer normalen Treppe.

Untersuchungen der britischen Transportbehörde hätten zudem ergeben, „dass die maximale Beförderungsleistung erreicht wird, wenn die Fahrtreppen nebeneinander und dicht hintereinander stehend besetzt sind.“ Es erhöhe die Leistungsfähigkeit nicht, wenn die Fahrtreppen nur rechts durchgehend besetzt sind – und einzelne Personen links überholen. Nun wird dem Verkehrsausschuss empfohlen, die Idee am Freitag zu begraben. Eine Geschwindigkeitserhöhung der Rolltreppen sei aus Sicherheitsgründen übrigens auch ausgeschlossen.

In der Nachbarstadt Köln ist man derweil auf eine ganz andere Idee gekommen: Eine defekte Rolltreppe am Ebertplatz wurde in eine Rutsche umgewandelt. (dpa/lnw)

Auch interessant