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Duisburg will jedem bis zu 5000 Euro zahlen – doch der Topf ist jetzt schon leer

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Von: Peter Sieben

Duisburg will mit Geldzuschuss Erneuerbare Energie fördern
Die Stadt Duisburg will jedem, der ein Fahrrad kauft oder eine Photovoltaikanlage installiert, Geld geben. Doch die Nachfrage war größer als gedacht. © K. Schmitt/imago

Duisburg will grüner werden und setzt auf erneuerbare Energie. Für den Kauf von Photovoltaikanlagen und Fahrräder verspricht die Stadt saftige Prämien. Doch der Plan geht nicht ganz auf.

Duisburg – Diese Ankündigung hat Wellen geschlagen: Ende November hatte Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link im Interview erwähnt, dass die Stadt Duisburg Bürgerinnen und Bürgern bis zu 4.500 Euro für die Anschaffung von Photovoltaikanlagen zahlt und bis zu 500 Euro Subvention für die Anschaffung eines Fahrrads: „Wir werden allen Duisburgern, die sich ein Fahrrad kaufen, 20 Prozent des Kaufpreises erstatten“, so Link. Die Nachfrage war wohl deutlich größer als gedacht: Denn die Fördertöpfe sind jetzt schon wieder zu.

Duisburg zahlt saftige Subventionen – doch der Topf ist schon leer

„Ab dem 6. Dezember waren die Antragsformulare zu beiden Förderprogrammen online und Anträge konnten gestellt werden. Zu jeder Förderung wurden jeweils mehr als 250 Anträge gestellt“, so ein Stadtsprecher auf Nachfrage. Schon drei Tage später wurde das Förderfenster wegen der hohen Nachfrage vorerst geschlossen, wie es heißt: „Es war da bereits abzusehen, dass die Fördertöpfe zunächst ausgeschöpft sind.“

Sören Link, Oberbürgermeister von Duisburg
Duisburgs Oberbürgermeister weiß Sören Link (SPD) will das Image der Stadt aufbessern. © Peter Sieben

Die eingegangenen Anträge werden nun geprüft und bei positivem Ergebnis werden die Förderbescheide mit der Post versendet, so der Sprecher. Also war es das schon mit der Förderung für Photovoltaik und Fahrradkauf? „Sollte das Förderfenster noch einmal geöffnet werden, wird dies kommuniziert“, teilt die Stadt mit.

Duisburg will schuldenfrei werden

Wann das sein wird, ist noch unklar. Immerhin: Duisburg hat nach wie vor das Ziel, schuldenfrei zu sein – wohlgemerkt eine Stadt, die so verschuldet war, dass sie zur Haushaltssicherungskommune wurde. Sprich: Die Stadt muss weiter sparen, die Fördertöpfe dürften vorerst ein kurzes Leuchtfeuer gewesen sein. Auch als Symbol. Denn Duisburg will einen Image-Wandel: „Das Selbstbewusstsein ist deutlich gestiegen, ja. Und Duisburg hat ein anderes Image verdient. Es ist einfach viel schöner hier, als es das Klischee vermuten lässt“, so Oberbürgermeister Sören Link im Interview. Dazu gehört auch: Die Stadt soll grüner werden – und sich beim Thema Erneuerbare Energien zum Vorreiter entwickeln.

Duisburg setzt auf Wasserstoff-Vorreiterrolle - und ist zum Erfolg verdammt

Im Duisburg-Ruhrort etwa soll bis spätestens 2030 das erste umweltneutrale Quartier der Welt entstehen: Mit Dachbegrünungen, Solaranlagen und Stromgewinnung über die Hafenspundwände. Und die Stadt soll zum nationalen Wasserstoff-Zentrum werden: An der Uni Duisburg hat sich längst das Zentrum für Brennstoffzellentechnik (ZBT) etabliert, der Hafen soll zum Umschlagsplatz für die Wasserstoff-Logistik werden Thyssen Krupp Steel (TKS) stellt auf Direktreduktionsanlagen mit Wasserstoff um. Duisburg steckt wie die anderen Ruhrgebietsstädte immer noch im sogenannten Strukturwandel und setzt alles auf die Vorreiter-Karte: Eine Maßnahme, die zum Erfolg verdammt ist, denn: Allein bei TKS arbeiten fast 30.000 Menschen. Gelingt die Umstellung nicht, hat die Stadt ein ernstes Problem. (pen)

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