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Duisburg: Bombe entschärft – Straßensperrungen aufgehoben

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Von: Nina Büchs

Bild von Einsatz in Duisburg.
In Duisburg wurde auf der Kohleinsel eine Bombe mit Säurezünder entdeckt. Zum Schutz der Ölinsel und eines Tanklagers wurden sechs Container mit Wasser befüllt und vor Ort aufgestellt. © Stadt Duisburg

Auf der Kohleinsel in Duisburg-Ruhrort wurde bei Bauarbeiten eine Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Alle Informationen im Überblick.

Duisburg – Erst vergangene Woche wurde in Duisburg eine Weltkriegsbombe entschärft, nun wurde in der Stadt im Ruhrgebiet am Rhein erneut eine Fliegerbombe gefunden. Die englische Fünf-Zentner-Bombe mit Säurezünder sei bei Bauarbeiten in Duisburg-Ruhrort auf der Kohleinsel gefunden worden, teilte die Stadt am Mittwochmittag auf Facebook mit. Am Abend wurde die Bombe entschärft – doch der Einsatz vor Ort dauerte trotzdem noch an.

Bombe in Duisburg entschärft: Zweites Kampfmittel an Fundstelle vermutet – Stadt gibt nun Entwarnung

Wie die Stadt auf Facebook bekannt gab, wurde die Bombe um 21:00 Uhr entschärft – vorbei war der Einsatz aber noch lange nicht. Denn „unter der Fundstelle der Fünf-Zentner-Bombe wurde ein weiterer Verdachtspunkt festgestellt, der überprüft werden muss“. Die Sondierungsbohrungen werden sofort eingeleitet, hieß es weiter.

Eine Stunde später kam dann die Entwarnung. „Bei den weiteren Sondierungsbohrungen wurde keine weitere Bombe gefunden“, so die Stadt. Alle Straßensperrungen seien nun aufgehoben, heißt es weiter.

Duisburg: Bombe mit Säurezünder auf Kohleinsel gefunden – die wichtigsten Infos im Überblick

Duisburg: Entschärfung hat um 20:45 Uhr begonnen

Die Stadt Duisburg teilte nun auf Facebook mit, dass die Entschärfung der Bombe um 20:45 Uhr begonnen hat. Zuvor war unklar, ob die Bombe gesprengt oder entschärft werden soll, so ein Polizeisprecher gegenüber 24RHEIN.

Duisburg: Fünf-Zentner-Bombe auf Kohleinsel – kein Aufenthalt im Freien im Bereich von 500 Metern

Der Evakuierungsbereich wurde laut der Stadt Duisburg auf 250 Meter festgelegt, Menschen leben zum Glück nicht in der direkten Nähe. Zudem wurde eine Sicherheitszone von 500 Metern rund um den Bombenfundort festgelegt. „Ein Aufenthalt im Freien ist in dieser Sicherheitszone ab sofort nicht mehr gestattet“, so die Stadt. Die Menschen seien dort zudem aufgefordert, sich in Räumen aufzuhalten, die der Fundstelle abgewandt sind.

Bombe mit Säurezünder in Duisburg entdeckt – Entschärfung unter schweren Bedingungen

Was ist ein Säurezünder? Und warum ist diese Art von Bombe besonders tückisch?

Säurezünder werden auch chemisch-mechanische Langzeitzünder genannt. Sie wurden häufig im Zweiten Weltkrieg von der britischen Royal Air Force und den United States Army Air Forces eingesetzt. Im Säurezünder wird beim Aufschlag auf die Oberfläche Aceton freigesetzt, das auf eine Zelluloidscheibe trifft. Das Lösungsmittel löst das Zelluloid dann auf, dadurch wird der Schlagbolzen ausgelöst und die Bombe explodiert.

Die Entschärfung von Bomben mit Säurezündern ist übrigens besonders tückisch, da die Bomben als unberechenbar gelten und auch Stunden nach Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg noch explodierten. Häufig werden Bomben mit Säurezündern aus sicherer Entfernung unschädlich gemacht.

Duisburg: Hier wurde die Bombe gefunden – Tanklager mit entzündlichen und giftigen Stoffen in der Nähe

Karte zum Bombenfund in Duisburg
Hier wurde die Fünf-Zentner-Bombe mit Säurezünder gefunden. © Stadt Duisburg

Zwar leben keine Menschen in unmittelbarer Nähe rund um den Fundort der Bombe – dennoch könnte die Entschärfung heikel werden. Denn in der Nähe des Fundortes liegt eine Ölinsel, auf dieser befindet sich ein Tanklager der Firma „Tanquid“. Nach eigenen Angaben der Firma werden in den Tanklagern entzündbare Flüssigkeiten wie Benzin, Heizöl, Diesel, Flüssiggas und giftige Stoffe wie Methanol, Phenol und Benzol gelagert.

„Der Betrieb des Tanklagers wurde weitestgehend eingestellt. Einige Mitarbeiter des Unternehmens wurden aus den Außenbereichen in gesicherte Gebäudebereiche gezogen“, teilte das Unternehmen Tanquid nun mit. Im unmittelbaren Schutzbereich im Umkreis von 250 Metern liege ein Schiffsteiger, in dem jedoch keine Produkte gelagert werden. Schiffe hötten das Hafenbecken bereits verlassen, so Tanquid weiter.

Um die Ölinsel und das Tanklager vor einer Detonation zu schützen, wurden laut der Stadt Duisburg insgesamt sechs Container mit rund 60.000 Litern Wasser befüllt und vor Ort aufgestellt.

Bombenfund in Duisburg: Diese Straßen sind gesperrt

Derzeit sind außerdem einige Straßen rund um die Kohleinsel gesperrt. „Ortskundige Autofahrer werden gebeten, den Bereich großräumig zu umfahren“, so die Stadt weiter. Diese Straßen sind gesperrt:

Der Schifffahrtsverkehr rund um die Kohleninsel sei zudem stark beeinträchtigt, heißt es weiter. (nb) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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