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Toter Säugling in Müllsack gefunden: Kripo Duisburg rollt Cold Case wieder auf

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Ein Schild „Polizei“ an einer Polizeiwache.
Die Duisburger Polizei rollt Cold Cases routinemäßig auf (Symbolbild). © C.Hardt/FutureImage/IMAGO

In Duisburg wurden in den Jahren 2002 und 2000 tote Säuglinge gefunden. Die Ermittler erhoffen sich in den Cold Cases neue Hinweise.

Duisburg – Nach 19 Jahren ermittelt die Duisburger Kriminalpolizei erneut im Falle eines tot aufgefundenen Säuglings. Der schreckliche Fund ereignete sich am 22. Oktober 2002 am Baerler Busch. Jetzt bitten die Ermittler in diesem Cold Case um Mithilfe aus der Bevölkerung und erklären, warum man sich jetzt neue Hinweise erhofft.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung der Polizei und der Staatsanwaltschaft Duisburg berichten die Behörden sogar von zwei Fällen toter Säuglinge, die nach bisherigem Kenntnisstand allerdings nicht zusammenhängen sollen. Fälle wie diese greife die Polizei „als Cold Cases routinemäßig wieder auf“.

Cold Cases aus Duisburg: Die Fälle in Kürze

Cold Case um toten Säugling am Baerler Busch in Duisburg

Am 22. Oktober 2002 wurde ein weiblicher Säugling in einem Müllsack in Böschung am Baerler Busch gefunden. „Die Obduktion ergab damals, dass das Kind kurz nach der Entbindung verstarb und vermutlich Anfang Oktober 2002 an den späteren Fundort verbracht wurde – auf welchem Weg blieb unklar“, erklären Polizei und Staatsanwalt. Als genau Fundstelle gibt die Polizei die Verbandstraße/Ecke Orsoyer Allee an.

Dieser Ort liege „in unmittelbarer Nähe eines beliebten Parkplatzes“, auf dem noch heute Jogger oder Gassigeher ihre Autos abstellen. Schon 2002 hatten Ermittler der Mordkommission dort zahlreiche Menschen angesprochen und nach verdächtigen Beobachtungen gefragt. Befragt wurden etwa auch Krankenhausmitarbeiter, Hebammen und Frauenärzte – ohne Erfolg. Wer die Mutter des toten Mädchens ist, ist bis heute nicht geklärt.

Duisburg: Polizei sucht schwangere Frau aus dem Jahr 2002

19 Jahre später erhoffen sich die Ermittler Hinweise auf Frauen, die um den Tatzeitpunkt schwanger waren, ohne dass sie später ein Kind bei sich hatten. „Möglicherweise waren potenzielle Zeugen seinerzeit aufgrund einer Konfliktsituation nicht in der Lage, sich bei der Polizei zu melden – das könnte heute anders sein“, heißt es in der Pressemitteilung.

Duisburg: Weiterer Fall um totes Baby ungelöst

Schon im Jahr 2000 wurde in Duisburg ein toter Säugling gefunden. Zeugen hatten das tote Mädchen Anfang Januar am Ufer des Weikensees gefunden. Man geht davon aus, dass das Baby schon im November des Vorjahres dort abgelegt worden war. „Es war in ein rot-weiß gestreiftes Handtuch gewickelt und steckte in einer Plastiktasche mit der Aufschrift des Modelabels ‚Coast‘“, beschreibt die Polizei die Auffindesituation. Die Fälle hängen vermutlich nicht zusammen. Die Mütter der Kinder konnten bis heute nicht ermittelt werden.

So erreichen Zeugen die Polizei Duisburg

Wer Angaben zu den Fällen aus den Jahren 2000 oder 2002 machen oder Hinweise geben kann, kann sich beim Kriminalkommissariat 11 der Duisburger Polizei melden. Unter der Telefonnummer 0203/2800 werden sachdienliche Hinweise entgegen genommen. Auch per E-Mail ist die Kontaktaufnahme möglich: baby.duisburg@polizei.nrw.de.

Immer wieder gibt es Kriminalfälle, die ungelöst bleiben. Sobald diese zu den Akten gelegt werden, werden aus ihnen sogenannte „Cold Cases“. Solche Fälle möchte das Land Nordrhein-Westfalen nun wieder aktiv angehen – und das mit der Unterstützung von pensionierten Polizei-Ermittlern. (sk/ots) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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