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Duisburger Hafenchef (67) ließ sich vorzeitig gegen Corona impfen – jetzt bittet er um Entschuldigung

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Frachtschiffe liegen in Duisburg am Rhein im Hafen.
Die Duisburg-Ruhrorter Häfen entstanden durch die Zusammenlegung des Ruhrorter und des Duisburger Hafens. Sie sind eine bedeutende Logistikdrehscheibe Europas. © picture alliance / Marcel Kusch/dpa

Der Duisburger Hafen wurde als „systemrelevant“ eingestuft. Hafenchef Erich Staake nahm deshalb an einer Impfung mit Restdosen teil. Das sorgte für lautstarke Kritik.

Update vom 25. März, 17:35 Uhr: Nach heftiger öffentlicher Kritik hat sich der Duisburger Hafenchef Erich Staake am Donnerstag für seine vorzeitige Corona-Schutzimpfung entschuldigt. Er habe aus Sorge um seine persönliche Gesundheit gehandelt. „Diesen Fehler bedauere ich sehr“, erklärte der Hafenchef. „Mein Verhalten war falsch. Ich möchte mich dafür entschuldigen.“

Der 67-jährige Staake hatte sich unter Umgehung der geltenden Priorisierung bereits am 13. Januar und am 3. Februar impfen lassen. Das hatte unter anderem Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link (SPD) und den SPD-Landtagsfraktionschef Thomas Kutschaty auf den Plan gerufen. „Wer meint, den Weg zur Spritze abkürzen zu können, schadet dem ohnehin angeschlagenen Vertrauen in der Bevölkerung massiv“, hatte Link erklärt. Die Stadt Duisburg ist zusammen mit dem Land Eigentümerin der Hafengesellschaft Duisport. (bs/dpa)

Duisburger Hafenchef (67) ließ sich mit Restdosen impfen – „halbes Dutzend Auslandsreisen“ im ersten Quartal

Erstmeldung vom 24. März, 7:33 Uhr: Duisburg – Der Chef des Duisburger Hafens, Erich Staake, hat sich bereits zu Beginn des Jahres gegen Corona immunisieren lassen. Der 67-Jährige habe bereits am 13. Januar und am 3. Februar seinen Piks erhalten, wie ein Sprecher des Duisburger Hafens der Rheinischen Post (Mittwoch) bestätigte. Dem Bericht zufolge wäre er aufgrund seines Alters noch nicht an der Reihe gewesen.

Angesichts des knappen Impfstoffs gilt eine strenge Reihenfolge, wer zuerst geimpft wird. Die über 80-Jährigen und die Menschen in Pflegeheimen erhalten den Schutz vorrangig, weil das Todesrisiko bei Covid-19 bei den Hochbetagten am größten ist. Für Schlagzeilen hatten aber Fälle gesorgt, in denen führende Mitarbeiter im Klinik- oder Feuerwehrbereich sowie Bürgermeister den Impfstoff bereits erhalten hätten.

Frühzeitige Impfung: Duisburger Hafenchef macht „halbes Dutzend Auslandsreisen“

Der Hafensprecher habe Staakes frühe Impfung damit gerechtfertigt, das der Hafen in Duisburg als „systemrelevantes Unternehmen“ eingestuft worden sei, wie die RP weiter berichtet. „Die bestmögliche Ausübung seiner Tätigkeit erfordert von Herrn Staake internationale Mobilität“, so der Sprecher.

Allein im ersten Quartal des Jahres seien ein halbes Dutzend Auslandsreisen notwendig gewesen, die mit den langen Quarantänezeiten nicht vereinbar gewesen seien. „Der Vorstandsvorsitzende der Duisburger Hafen AG hat sich deshalb entschieden, an einer Impfung teilzunehmen, bei der Restdosen zur Verfügung standen“, erklärte er.

Nach dem Bund-Länder-Treffen hat auch NRW die verschärften Maßnahmen rund um Ostern bestätigt. Die Corona-Notbremse führt derweil zur Rücknahme vorheriger Lockerungen. (dpa/lnw)

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