Größte Stadt am Niederrhein

Duisburg – alles Wichtige über die Stadt, die Rheinland und Ruhrgebiet verbindet

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Duisburg erstreckt sich als Ruhrgebietsstadt und Oberzentrum des Ruhrgebiets an der Mündung der Ruhr in den Rhein

Duisburg: Wissenswertes zu der größten Stadt am Niederrhein, die sich in Nordrhein-Westfalen über Teile der Metropolregionen Rhein-Ruhr und Rheinland ausdehnt.

  • Der Großteil der Stadt Duisburg inklusive des Zentrums erstreckt sich rechtsrheinisch, Rheinhausen und ein Teil von Homberg-Ruhrort-Baerl linksrheinisch
  • Mit Stand 30.06.2020 verzeichnete Duisburg 501.591 Einwohner
  • Der Duisburger Hafen spielt als trimodale Logistikdrehscheibe Zentraleuropas und als Jobmotor eine bedeutende Rolle

Duisburg – Rheinische und Ruhrgebietsstadt zugleich, verbindet Duisburg das Rheinland mit dem Ruhrgebiet: Hier mündet die Ruhr in den Rhein. Als größte Stadt am Niederrhein dehnt Duisburg sich über Teile der Metropolregionen Rhein-Ruhr und Rheinland aus. Sie gehört dem Landschaftsverband Rheinland sowie dem Regionalverband Ruhr an und grenzt im Süden direkt an die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf.

Duisburg – von der Römersiedlung am Rhein zur Industriestadt im Ruhrgebiet

Die Geschichte Duisburgs reicht bis in die Römerzeit zurück.

Handelszentrum

  • Archäologische Ausgrabungen legten Reste römischer Besiedelungen aus dem 1. Jahrhundert im Bereich des heutigen Burgplatzes frei.
  • Duisburg wurde 883 vom Abt des Klosters Prüm, Regino von Plüm, erstmals schriftlich erwähnt.
  • Im 5. Jahrhundert war Duisburg als Grenzstadt zum Sachsenreich aufgrund seiner Lage an einer Rheinfurt und am Hellweg von Bedeutung. Zentraler Handelsplatz war der Alte Markt.
  • 740 wurde mit der Errichtung eines Königshofs begonnen, der im 10. Jahrhundert zur Duisburger Königspfalz ausgebaut wurde. Aus dieser Zeit sind die ersten Münzprägungen in Form von Pfennigen belegt.
  • 1407 wurde Duisburg Mitglied der Hanse.
  • Im späten Mittelalter war der heutige Innenhafen ein bedeutender Standort der Holzindustrie, die dann Getreidemühlen und Speichergebäuden wich. Der Innenhafen galt als „Brotkorb des Ruhrgebiets“.

Montanstadt

  • Gegen Ende des 17. Jahrhunderts leiteten Textil- und Tabakmanufakturen die Industrialisierung ein. Zwei Jahrhunderte später verwandelte sich Duisburg während der Phase der Hochindustrialisierung zur Montanstadt.
  • 1832, nach der Eröffnung des Rheinkanals, wurden der Außen- und der Innenhafen errichtet; 1884 war Duisburg nach der Fertigstellung des Ruhrkanals wieder an beide Flüsse angebunden.
  • 1904 erreichte Duisburg eine Einwohnerzahl von 100.000 und wurde dadurch zur Großstadt.
  • 1905 wurden die Duisburg-Ruhrorter Häfen gegründet; durch den Zusammenschluss der Städte Duisburg, Ruhrort und Meiderich entstand die neue Stadt Duisburg.
  • Die Eisen- und Stahlindustrie siedelte sich im Raum Duisburg an und beeinflusste die Entwicklung der Stadt maßgeblich: 1891 schlug die Geburtsstunde der Thyssen AG, als in Hamborn-Bruckhausen das Stahlwerk der Gewerkschaft Deutscher Kaiser in Betrieb ging. Die alleinigen Inhaber der Aktien waren die Brüder August und Joseph Thyssen. 1897 erfolgte in Rheinhausen die Gründung der Hütten- und Bergwerke Rheinhausen AG, die später mit der Friedrich Krupp AG verschmolz. 1999 entstand durch Fusionierung die Thyssenkrupp AG.

Strukturwandel

  • In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts setzte mit der Kohlekrise 1958 in Duisburg – wie im gesamten Ruhrgebiet – ein Strukturwandel ein. Die auf Stahl und Kohlebergbau beruhende Montanindustrie verlor an Bedeutung. Der Fokus verlagerte sich auf Dienstleistungen, Landschaftspflege, den Ausbau des Bildungssystems und den Aufbau einer Kulturlandschaft.
  • 1972 erfolgte die Gründung der Universität und Gesamthochschule Duisburg; sie fusionierte 2003 zur Universität Duisburg-Essen.
  • Zur Bewältigung der Strukturkrise im Ruhrgebiet rief Nordrhein-Westfalen 1989 ein Zukunftsprogramm ins Leben, das auf zehn Jahre ausgelegt wurde: die Internationale Bauausstellung Emscher Park (IBA). Im Rahmen ihrer 120 Projekte entstanden unter anderem das Konzept des Emscher Landschaftsparks, der ökologische Umbau des Emscher-Systems und die Umwandlung von Industrieanlagen in Industriedenkmäler.
  • Der Innenhafen Duisburg wurde zu einem Ankerpunkt auf der Route der Industriekultur; der britische Star-Architekt Sir Norman Foster entwarf die Pläne für das Quartier am Wasser. Das Revier am Innenhafen vereint heute Industriearchitektur und Neubauten zu einem attraktiven Lebensraum zum Wohnen, Arbeiten und einer vielfältigen Freizeitgestaltung.
  • 2010 wurde das Ruhrgebiet zur Europäischen Kulturhauptstadt ernannt.
  • Jeder achte Einwohner arbeitet bei duisport und dadurch – direkt oder indirekt – in einem der rund 300 Transport- und Logistikunternehmen, die im Gebiet der Duisburg-Ruhrorter Häfen angesiedelt sind.

Duisburg – Stadtteile, Zahlen & Fakten

Duisburg liegt im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen und gehört zum Regierungsbezirk Düsseldorf. Seine 501.591 Einwohner verteilen sich über eine Fläche von 233 Quadratkilometern. Duisburg hat das Autokennzeichen DU. Zu Duisburg gehören die Postleitzahlen 47051-47279 sowie die Telefonvorwahlen 0203, 02065, 02066, 02841, 02844 und 02151. Oberbürgermeister, Chef der Verwaltung und politischer Repräsentant der Stadt ist seit dem 4. Juli 2012 Sören Link.

Duisburg gliedert sich in 46 Stadtteile, die sich über sieben Stadtbezirke verteilen:

Stadtbezirk 100 WalsumVierlinden, Overbruch, Alt-Walsum, Aldenrade, Wehofen, Fahrn
Stadtbezirk 200 HambornRöttgersbach, Marxloh, Obermarxloh, Neumühl, Alt-Hamborn
Stadtbezirk 300 Meiderich/BeeckBruckhausen, Beeck, Beeckerwerth, Laar, Untermeiderich, Mittelmeiderich, Obermeiderich
Stadtbezirk 400 Homberg-Ruhrort-BaerlRuhrort, Alt-Homberg, Hochheide, Baerl
Stadtbezirk 500 Duisburg-MitteAltstadt, Neuenkamp, Kaßlerfeld, Duissern, Neudorf-Nord, Neudorf-Süd, Dellviertel, Hochfeld, Wanheimerort
Stadtbezirk 600 RheinhausenRheinhausen-Mitte, Hochemmerich, Bergheim, Friemersheim, Rumeln-Kaldenhausen
Stadtbezirk 700 Duisburg-SüdBissingheim, Wedau, Buchholz, Wanheim-Angerhausen, Großenbaum, Rahm, Huckingen, Hüttenheim, Ungelsheim, Mündelheim

Duisburg – Öffentlicher Personenverkehr & Anreise

Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist in Duisburg durch ein Netz der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) erschlossen. Dieses umfasst ein 53 Kilometer umspannendes Schienennetz, auf dem drei Straßenbahnlinien und eine Stadtbahn verkehren. Letztere wird in Kooperation mit der Düsseldorfer Rheinbahn AG betrieben und in der Innenstadt als U-Bahn geführt. Sie wurde nach der Fertigstellung des Innenstadt-Tunnels bis Meiderich verlängert.

Die Straßenbahnen erschließen die Stadtteile Hamborn, Walsum und Hüttenheim und führen zu den Nachbarstädten Dinslaken und Mühlheim an der Ruhr. Als Mitglied im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) besitzt die DVG zudem einen Wagenpark von mehr als 100 Bussen, die – ergänzt um Fahrzeuge von Subunternehmen – auf 39 Linien verkehren. Neun Nachtbuslinien und elf Taxibusse komplettieren die Erschließung Duisburgs durch den ÖPNV.

Die Anreise nach Duisburg erfolgt über den Hauptbahnhof Duisburg und ein gut ausgebautes Autobahnnetz. Die nächsten Flugverbindungen stehen über den Flughafen Düsseldorf, den Airport Dortmund und sowie den Flughafen Weeze Niederrhein zur Verfügung. Der Duisburger Hafen ist als Europas größter Binnenhafen ein besonderer Knotenpunkt für Fracht, die dann auf dem Fluß, der Schiene oder Straße weitertransportiert wird.

Duisburg – Sehenswürdigkeiten

Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Duisburgs zählen die Industriedenkmäler der Stadt, die zugleich Ankerpunkte der Route der Industriekultur markieren. Diese verbindet als Projekt des Landesverbandes Ruhr (RVR) und als touristische Themenstraße eindrucksvolle Industriedenkmäler des Ruhrgebiets. Sie bildet ein Netz mit 26 Ankerpunkten, 13 Arbeitersiedlungen und 17 Aussichtspunkten; zentrales Besucherzentrum ist das UNESCO-Welterbe Zollverein Essen mit der Zeche und der Kokerei.

Die Ankerpunkte der Route der Industriekultur in Duisburg

  • Museum der Deutschen Binnenschifffahrt im Stadtteil Ruhrort
  • Innenhafen Duisburg mit dem Museum Küppersmühle, dem Stadtmuseum Duisburg, dem „Garten der Erinnerung“ und dem Explorado Kindermuseum
  • Landschaftspark Duisburg Nord rund um ein einstiges Hüttenwerk: auf 180 Hektar unter anderem Attraktionen wie Lichtinstallationen von Jonathan Park, Promenaden, ein Klettergarten, ein Höhenkletterparcours

Themenroute 1 der Route der Industriekultur

Den Spuren der Geschichte des Duisburger Hafens folgt die Themenroute 1 „Duisburg: Stadt und Hafen“. Sie gliedert sich in drei Touren mit je 26, 16 und 11 Stationen, die die Hafenpfade Innenhafen und Ruhrort sowie die wichtigsten Hafen- und Schifffahrt-Schauplätze zwischen Duisburg und Ruhrort beinhalten. Die ideale Ergänzung stellt eine Hafenrundfahrt dar.

Duisburg – Shopping & Restaurants

Die Duisburger Innenstadt gilt als Shoppingparadies. Im Bereich der Königstraße, der Münzstraße und des Sonnenwalls reihen sich zahlreiche Geschäfte aneinander. Hauptflaniermeile ist die Königsstraße mit ihren überdachten Arkaden, unter denen Kaufhäuser, Boutiquen, Fachgeschäfte und Restaurants zum Bummeln einladen. Das Forum Duisburg, eines der modernsten innerstädtischen Einkaufscenter Deutschlands, dehnt sich über eine Fläche von 60.000 Quadratmetern aus.

Es bietet ein breit gefächertes Angebot an Geschäften, gastronomischen und Freizeiteinrichtungen und eröffnet von seiner Dachterrasse einen weiten Ausblick über die Stadt. Einzigartig in Deutschland ist das CityPalais in der Duisburger Innenstadt mit seiner Kombination aus Shopping, Kulinarik, Entertainment und Kultur. Es beherbergt eine kleine Shopping Mall, Lokale, die Mercatorhalle mit der Duisburger Philharmonie, Deutschlands modernstes Casino und das Kongresszentrum.

Eines der bekanntesten Restaurants von Duisburg befindet sich im ältesten Gebäude der Stadt, dem Dreigiebelhaus von 1536: Am Vinckekanal, in Duisburg-Ruhrort, erfreut sich die „Schifferbörse“ großer Beliebtheit.

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