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Verbindung zu Duisburg-Morden: Mafia-Boss in Lissabon festgenommen

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Blumen liegen vor dem Lokal „Da Bruno“ in Duisburg (Archivfoto vom 16.08.2007)
In den Morgenstunden des 15. August 2007 wurden sechs Menschen vor einem italienischen Restaurant in Duisburg erschossen (Archivbild). © Federico Gambarini/dpa

Wegen einer Corona-Infektion musste der flüchtige Mafia-Boss der Ndrangheta, der in die Duisburg-Morde verwickelt ist, ein Krankenhaus aufsuchen. Kurz darauf wurde er festgenommen.

Rom/Lissabon (dpa/lnw) - Die Polizei hat einen flüchtigen Mafia-Boss der „Ndrangheta“ in Lissabon festgenommen, der im Zusammenhang mit Mafia-Morden in Duisburg steht. Der Mann sei im Juni 2019 kurz vor der endgültigen Verurteilung durch das Kassationsgericht zu lebenslanger Haft verschwunden und wurde vom italienischen Innenministerium auf der Liste der gefährlichsten gesuchten Italiener geführt, teilte die Polizei am Montagabend mit. Die Festnahme von Francesco Pelle sei am Montag erfolgt. Medienberichten zufolge lag der Gesuchte wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus.

Mafia-Boss ist in Blutbad von Duisburg verwickelt – Dutzende Menschen starben

Pelles Verurteilung stand den Berichten zufolge im Zusammenhang mit dem blutigen Kampf zweier Ndrangheta-Clans, nämlich der Pelle-Vottari-Familie und des Strangio-Nirta-Clans, der schon im Jahr 1991 begonnen haben soll. Zwischen 2006 und 2007 starben dabei Dutzende Menschen, darunter auch bei einem Blutbad in Duisburg in Nordrhein-Westfalen.

Laut Nachrichtenagentur Ansa wurde Francesco Pelle Ende Juli 2006 bei einem Schusswechsel an der Wirbelsäule verletzt und war fortan auf einen Rollstuhl angewiesen. Die Rache folgte schließlich beim sogenannten Blutbad von Weihnachten 2006, bei dem die Frau des Bosses des Strangio-Nirta-Clans getötet wurde. Dafür wurde Pelle schließlich verurteilt. Mit dem „Blutbad von Duisburg“ rächte sich der Clan des gegnerischen Mafiabosses schließlich 2007 bei den Rivalen. Sie erschossen damals, am 15. August 2007, vor dem italienischen Nobel-Restaurant „Da Bruno“ am Duisburger Hauptbahnhof sechs Menschen.

Mafia-Boss in Lissabon festgenommen: Er saß zuvor bereits neun Jahre im Gefängnis

Der Gesuchte saß seit 2008 laut Ansa bereits rund neun Jahre im Gefängnis. Das Gericht entließ ihn allerdings 2017 in den Hausarrest nach Mailand, wo er bis zur Bestätigung des endgültigen Urteils bleiben sollte. Von dort floh er schließlich bis er nun in im portugiesischen Krankenhaus aufflog. (nb mit dpa)

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