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Duisburg setzt Shuttle-Busse von Schulen zum Impfzentrum ein – doch wer bezahlt das?

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Eine 15-Jährige wird im Impfzentrum geimpft.
Um sich gegen Corona impfen zu lassen, können Schüler in Duisburg per Shuttlebus zum Impfzentrum fahren (Symbolbild). © Sina Schuldt/dpa

In Duisburg werden Schüler mit Shuttle-Bussen von den Schulen zum Impfzentrum gebracht. Die Kosten dafür will das Land nicht übernehmen – und sorgt für Unmut bei der Stadt.

Duisburg – Um möglichst viele Schülerinnen und Schüler gegen das Coronavirus impfen zu lassen, hat Duisburg seit vergangenem Montag einen Shuttle-Busverkehr für Impfwillige von den Schulen zum Impfzentrum organisiert. Dass das Land Nordrhein-Westfalen die Kosten von rund 27.000 Euro für die Transfers der Schülerinnen und Schüler nicht übernimmt, sorgt beim Duisburger Stadtdirektor und Krisenstabsleiter Martin Murrack für Unmut. „Dass das Land NRW keine finanziellen Gründe anführt, sondern die Freiwilligkeit der Impfung infrage stellt, ist ehrlich gesagt ein Beleg dafür, dass man sich dort weit von der Realität vor Ort entfernt hat“, kritisierte Murrack am Mittwoch auf dpa-Anfrage. Zuerst hatte die WAZ berichtet.

Duisburg: NRW-Gesundheitsministerium will Kosten für Impf-Shuttles nicht übernehmen

Die Entscheidung für eine Impfung ist eine sehr persönliche und beruht auf Freiwilligkeit. Den hierfür erforderlichen vertraulichen Rahmen sehen wir durch den Einsatz von Shuttle-Bussen nicht gewährleistet.

Ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums

Ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministerium (Mags) bestätigte, dass solche Transferkosten – anders als die Aufwendungen für Impfungen vor Ort an den Schulen durch mobile Impfteams – generell nicht übernommen würden. Dies habe aber keine finanziellen Gründe. Man wolle keinen unnötigen Druck auf Schülerinnen und Schüler ausüben, die sich nicht impfen lassen wollen. „Die Entscheidung für eine Impfung ist eine sehr persönliche und beruht auf Freiwilligkeit. Den hierfür erforderlichen vertraulichen Rahmen sehen wir durch den Einsatz von Shuttle-Bussen nicht gewährleistet“, teilte ein Mags-Sprecher am Mittwoch mit.

„Diese Situation könnte, vor allem angesichts des Alters, Druck auf die Kinder und Jugendlichen ausüben, den es zu vermeiden gilt.“ Daher habe sich das Ministerium entschieden, „konzertierte Fahrangebote“ nicht zu erstatten. Impfangebote an den Schulen befürworte das Ministerium aber ausdrücklich.

Duisburg: Stadtdirektor nennt Entscheidung des Landes „lächerlich“

In Duisburg können sie diese Haltung nicht nachvollziehen. Laut Murrack sei es „lächerlich“, dass das Land die vergleichsweise geringen Kosten von rund 27.000 Euro nicht übernehme. Das Infektionsgeschehen an den Schulen sei so turbulent wie zu keiner Phase der Pandemie, betonte Murrack. Es gebe „eindeutig Bedarf für praktikable Impfangebote“. Zur Impfung benötigte man die Zustimmungserklärung der Eltern, zudem gebe es eine Impfberatung vor Ort durch Kinderärzte. „Viele Eltern haben einfach nicht die Zeit oder die Möglichkeit, ihre Kinder zum Impfen zu bringen, und die Städte schaffen es logistisch nicht, allen Schulen ein Impfangebot vor Ort zu machen.“ Daher seien Bus-Shuttles der „effektivste Weg“, um allen Schülerinnen und Schülern ein Impfangebot machen zu können.

Die Busse seien alle voll, und Murrack versicherte: „Wir zwingen keinen dazu, in den Bus zu steigen und sich impfen zu lassen, freuen uns aber über jede und jeden, der sich freiwillig impfen lässt – und dafür machen wir gerne Angebote.“ (dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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