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„Weißer Riese“ in Duisburg erfolgreich gesprengt – mit 500 Kilo Sprengstoff

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Von: Stefanie Knupp

 Das Hochhaus «Weißer Riese» wird nach monatelanger Vorarbeit gesprengt
Spektakuläre Aufnahmen: Das Hochhaus „Weißer Riese“ in Duisburg wird gesprengt. © Stadt Duisburg/dpa

Um kurz nach 12 Uhr fiel der zweite „Weiße Riese“ in Duisburg. Das Hochhaus aus den 1970er Jahren wurde gesprengt. 1750 Menschen wurden zuvor evakuiert.

Duisburg – Ein 63 Meter hoher Hochhausblock wurde am Sonntag (5. September) gegen 12 Uhr in Duisburg gesprengt. Das Hochhaus aus den 1970er Jahren– im Volksmund „Weißer Riese“ genannt – soll einem attraktiven Stadtpark weichen. Damit will die Stadt das Viertel Hochheide aufwerten.

Um 12:11 Uhr war der zweite „Weiße Riese“ in Duisburg Geschichte. Das Hochhaus fiel in sich zusammen – planmäßig und ideal, wie Bernd Zaum, Geschäftsführer vom zuständigen Sprengunternehmen, auf den ersten Blick im WDR sagte. Zunächst fielen die beiden inneren Türme zusammen, danach die äußeren. Einige Explosionen waren auf den Fernsehbildern zu erkennen. Eine riesige Staubwolke türmte sich über der Einsturzstelle auf, die Feuerwehr wirkte dem mit Wasserschilden entgegen, so wie es vorgesehen war.

Sprengung Hochhaus «Weißer Riese» aus der Luft
Der „Weiße Riese“ in Duisburg fällt nach der Sprengung in sich zusammen. © --Stadt Duisburg/dpa

„Weißer Riese“ in Duisburg: Sprengung verzögert sich wegen Menschen auf Nachbargebäude

Die Sprengung verzögerte sich einige Minuten. Kurz bevor es losgehen sollte, hielten sich noch Menschen auf dem Dach des Nachbargebäudes auf. Die mussten erst in Sicherheit gebracht werden. Die Polizei begleitete die Schaulustigen vom Dach. Neuer Sprengzeitpunkt war 12:10 Uhr .

Aus Sicherheitsgründen mussten schon zuvor rund 1750 Duisburger die Evakuierungszone rund um den Sprengort verlassen. Welche Häuser evakuiert werden mussten und welche Straßensperrungen es in Duisburg gab, erklären wir in unserer Übersicht zur Sprengung des „Weißen Riesen“ in Duisburg. Kurz vor der Sprengung waren Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link und NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach im WDR-Interview zuversichtlich. Man sei „perfekt vorbereitet“.

„Weißer Riese“ Duisburg: Explosionen aus Tierschutzgründen

In Sicherheit sollte sich auch die tierische Nachbarschaft bringen. Wie das funktioniert, erklärte der in Duisburg zuständige Sprengmeister auf Instagram. Der erste Knall wird nämlich noch nicht den „Weißen Riesen“ zum Einsturz bringen. Aus Tierschutzgründen gab es zwei sogenannten Vergrämungssprengungen, die Tiere verscheuchen sollte. Eine zum Zeitpunkt null und eine weitere fünf Sekunden später, erklärte der Sprengmeister, damit „auch jede Taube mitbekommen hat, dass wir jetzt sprengen.“

„Weißer Riese“ in Duisburg: Die Sprengung in Zahlen

Die Stadt Duisburg versorgt alle Interessierten auf ihrem Instagram-Kanal mit Infos. So postete die Stadt einige beeindruckende Zahlen zur Sprengung des „Weißen Riesen“

Sprengung „Weißer Riese“ in Duisburg: Kein Zuschauen vor Ort

Die Sprengung des Hochhauses ist ein spektakulärer Anblick. Doch wie die Stadt Duisburg ausdrücklich mitteilte, ist ein Zuschauen vor Ort nicht möglich. „Wegen der weiträumigen Absperrungen, der Verkehrssituation und da es praktisch keinen Sichtmöglichkeiten auf das Sprengobjekt gibt, bittet die Stadt Duisburg von einer Anreise abzusehen“, hieß es auf der Internetseite der Stadt. Der WDR übertrug die Sprengung live im Fernsehen.

Was ist der „Weiße Riese“ in Duisburg?

1972 wurden im Stadtteil Hochheide in Duisburg mit einem damals als Vorzeigewohnprojekt bezeichneten Unternehmen mehrere Hochhäuser gebaut, die später als „Weiße Riesen“ bekannt werden sollten. 20 Stockwerke hoch, bis zu 320 Wohnungen in den größten Hochhäusern.

Jahre später wurden die „Weißen Riesen“ zu einem Problem. Heruntergekommen, vermüllt und große Sicherheitsmängel zwangen die Stadt zum Handeln. Ein kleineres der Hochhäuser wurde 2008 und 2009 saniert. Der erste der größten „Weißen Riesen“ wurde am 24. März 2019 gesprengt.

Sprengung „Weißer Riese“ in Duisburg: Was plant die Stadt?

Nach der Sprengung klafft im Stadtteil Hochheide ein riesiges Loch. Die Stadt Duisburg hat aber schon einen Plan, was anstelle des Hochhauses dort entstehen soll. Ein Stadtpark mit drei großen Arealen soll den als problematisch geltenden Stadtteil aufwerten. Je ein Areal soll es für Sportangebote, für Erholung und für gemeinschaftliche Bürgerprojekte wie zum Beispiel Gärtnern geben (sk/dpa)

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.

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