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Großprojekt Hafenterminal Duisburg: China gab Anteile bereits im Juni auf

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Von: Nina Büchs

In Duisburg wird das größte Hafenterminal im europäischen Binnenland gebaut. Daran beteiligt war zuletzt auch die chinesische Reederei Cosco.

Duisburg – Am Duisburger Hafen soll auf 235.000 Quadratmetern das größte Hafenterminal im europäischen Binnenland entstehen – Kostenpunkt: 100 Millionen Euro. Zudem soll das Terminal mithilfe von Wasserstoff komplett klimaneutral betrieben werden: ein Pilotprojekt mit internationaler Strahlkraft. An dem Vorhaben beteiligt war mit 30 Prozent auch die chinesische Reederei Cosco. Doch nun heißt es, dass sich die Chinesen bereits im Sommer aus dem Projekt zurückgezogen und ihre Anteile am Bau des Containerterminals abgegeben haben. Was steckt dahinter?

Cosco (Reederei)
Voller FirmennameChina COSCO Shipping Corporation Limited
HauptsitzPeking
Unternehmensartstaatlich

Hafen Duisburg: Hafenterminal – chinesische Reederei Cosco gab schon im Juni Anteile auf

Das Projekt aus Duisburg wurde Anfang 2022 vorgestellt. Zu dieser Zeit begann Russland mit dem Angriffskrieg in der Ukraine, zudem drohte China erneut damit, die Insel Taiwan gewaltsam zu erobern. Kritische Stimmen, die vor einer Abhängigkeit zu China warnten, mehrten sich aufgrund der politischen Spannungen.

Umstritten war zuletzt auch der Einstieg Coscos in den Hamburger Hafen. Am Mittwoch, 26. Oktober, gab die Bundesregierung um Olaf Scholz dafür jedoch dafür grünes Licht. Neben dem Hamburger Hafen ist Cosco an weiteren Seehäfen weltweit beteiligt – unter anderem an Häfen in Rotterdam, Antwerpen, Singapur und wichtigen Häfen an beiden Seiten des Suezkanals in Ägypten und Saudi-Arabien.

Mit einer Containerbruecke wird am  Hafen Duisburg ein Frachtschiff mit Containern beladen.
Am Duisburger Hafen entsteht aktuell ein riesiger Hafenterminal. © Malte Ossowski/Sven Simon/Imago

Wie der WDR berichtet, hat die Duisburger Hafengesellschaft die Anteile von Cosco (China Ocean Shipping Group Company) bereits im Juni übernommen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Diskussionen um die chinesische Reederei noch nicht zugespitzt. Warum die Chinesen aus dem Projekt ausgestiegen sind, ist unklar. Laut WDR haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Ebenfalls unbeantwortet bliebt, warum der Ausstieg Coscos erst jetzt mitgeteilt wurde.

Duisburger Hafenterminal: Informationen zum Projekt

Der Duisburger Hafen (Duisport) ist der größte Binnenhafen weltweit. Jedes Jahr werden dort über 20.000 Schiffe und 25.000 Züge abgefertigt sowie Millionen Container umgeschlagen. Das geplante, klimaneutral betriebene Containerterminal entsteht dort aktuell auf einer ehemaligen Kohleinsel. Am Terminal sollen künftig Rangierlokomotiven mit Wasserstoffantrieb eingesetzt werden. Für jedes Binnenschiff am Kai steht ein Landstromanschluss bereit, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Quelle: Duisport.de

Duisburg: Hafenterminal – Handel mit China weiterhin relevant

Der Handel mit China bleibt für Duisburg weiterhin wichtig. Jede Woche kommen über 30 Züge über die sogenannte Seidenstraße an den Duisburger Hafen, berichtet der WDR. Man wollte die Kooperation „auf Augenhöhe“ fortsetzen, heißt es weiter. Dabei gehe man auch Kooperationen mit zahlreichen internationalen Partnern ein.

An dem klimaneutralen Großprojekt beteiligt sind unter anderem noch die Hupac AG (Schweizer Unternehmensgruppe), die niederländische HTS Group, die Westenergie Netzservice GmbH, der Rolls-Royce-Geschäftsbereich Power Systems, die Netze Duisburg GmbH, die Stadtwerke Duisburg und die Stadtwerke Duisburg Energiehandel GmbH. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. (nb) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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