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Lernplattformen der Uni Duisburg-Essen wieder nutzbar – LKA sieht mehr Cyberkriminalität

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Von: Jonah Reule

Nach einem Hackerangriff an der Uni Duisburg-Essen können Lernplattformen vor Ort wieder genutzt werden. Das LKA NRW sieht einen Anstieg an Cyberkriminalität.

Duisburg – Die Uni Duisburg-Essen hat nach dem Hackerangriff auf die eigenen IT-Systeme auch etwas mehr als eine Woche danach noch mit den Auswirkungen des Angriffs zu kämpfen. Dennoch gäbe es Lichtblicke, wie eine Sprecherin der Uni erklärte. Einige Dienste seinen zumindest vor Ort wieder nutzbar. Indes legen Auswertungen des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen einen signifikanten Anstieg an digitaler Kriminalität nahe.

Hackerangriff friert Onlinedienste ein – Neue Webseite schafft Abhilfe

Während des Hackerangriffs waren weite Teile des internen Systems, auf das mehr als 40.000 Studierende angewiesen sind, lahmgelegt worden. In der Folge waren weder die Webseite der Uni Duisburg-Essen, noch telefonische Anschlüsse erreichbar. Die Uni baute nach dem Hackerangriff umgehend eine neue Webseite auf, die nun kontinuierlich weiter mit Inhalten für die Studierenden gefüllt werde, sagte die Sprecherin Birte Vierjahn gegenüber 24RHEIN. „Lernplattformen, wie Moodle und Programme für die Erstellung von Prüfungsarbeiten können seit Donnerstag beziehungsweise Freitag letzter Woche zumindest vor Ort wieder genutzt werden“, so Vierjahn.

Aus Sicherheitsgründen könne auf die Lernplattformen nur vor Ort zugegriffen werden, betonte sie. Vorlesungen finden derweil weiter in Präsenz vor Ort statt. Welche Daten genau vom Hackerangriff betroffen sind, sei nach wie vor Gegenstand der laufenden Ermittlungen seitens der Behörden.

LKA NRW: 24 Millionen Euro Schaden durch Cyberkriminalität

BezeichnungCyberkriminalität in NRW 2021
Anzahl registrierter Fälle30.1115
Anstieg im Vergleich zum Vorjahr+24 Prozent
Entstandener Schaden24,2 Millionen Euro

Die Anzahl an Fällen im Bereich der Cyberkriminalität hat laut dem Landeskriminalamt NRW im vergangenen Jahr weiter zugenommen. In seiner Jahresbilanz für das Jahr 2021 spricht das LKA von 30.115 Fällen in gesamten Bundesland. Das seien rund 24 Prozent mehr als noch 2020. Der durch Cyberkriminalität entstandene Schaden beläuft sich nach LKA-Angaben auf satte 24,2 Millionen Euro. Dennoch rechnet die Polizei mit einer hohen Dunkelziffer, aufgrund digitaler Erpressungsversuche.

Generell „ist eine hohe Professionalisierung der Täter festzustellen“, so das LKA weiter. Bei einem Großteil der Fälle sei eine sogenannte „Ransomware“ verwendet worden. Damit verschlüsseln Hacker die Server von Unternehmen oder Institutionen und verlangen Lösegeld, erklärt die Polizei. Öffentliche Einrichtungen seien von den Attacken auch öfter betroffen. Als Beispiele nannte das LKA die Erpressungen der Stadtverwaltung Witten und der Verwaltung des Kreis Wesel.

Als einen Grund für den Anstieg sehen die Beamten die Corona-Pandemie, da in dieser Zeit viele Menschen von zu Hause aus und über das Internet gearbeitet hätten. „Mit einer breiteren Nutzung von digitalen Dienstleistungen, z.B. Online-Banking und -Shopping, eröffnete sich für Cyberkriminelle ein weites Feld für kriminelle Aktivitäten.“, so das Landeskriminalamt NRW. Betroffenen wird geraten, sich an die Polizei zu wenden.

Cyberkriminalität gerät in jüngerer Vergangenheit verstärkt in den Fokus der Polizei. Erst Ende November waren während des bundesweiten Aktionstags gegen Hasskommentare im Netz bei einer Großrazzia zahlreiche Wohnungen in NRW durchsucht worden. (jr/dpa) Fair und unabhängig informiert, was in NRW und Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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