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Spielplatz-Schlägerei in Duisburg – Video hat jetzt ernste Konsequenzen für Polizisten

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Von: Maximilian Gang

Im Indoor-Spielplatz Pippolino in Duisburg ist eine Massenschlägerei ausgebrochen. Einem Polizisten drohen jetzt Konsequenzen, nachdem ein Video aufgetaucht ist.

Duisburg – Gerade zur Winterzeit sind Indoor-Spielplätze sehr beliebt. Dort können Kinder in Ruhe miteinander spielen – eigentlich. Was am ersten Adventswochenende im Pippolino in Duisburg als kleine Streitigkeit zwischen zwei Kindern begann, entwickelte sich schnell zu einer regelrechten Massenschlägerei. Von dieser kursiert momentan ein Video in den sozialen Medien. Das Brisante: Der Account, von dem es gepostet wurde, gehört anscheinend einem Duisburger Polizisten. Er muss nun mit ernsthaften Konsequenzen rechnen, wie die Polizei Duisburg gegenüber 24RHEIN erklärt.

Pippolino Duisburg: Streit zwischen Kindern führt zu Massenschlägerei

Was war passiert? Auslöser war nach ersten Angaben ein kleiner Unfall beim Spielen: Ein Mädchen soll mit ihrem Dreirad über den Fuß eines Jungen gefahren sein. Der Junge stürzte sich auf das Mädchen und zog an ihren Haaren. Was normalerweise mit einer Entschuldigung erledigt wäre, brachte die Gemüter am ersten Adventssonntag (27. November) zum Kochen. In einem 33-sekündigen Video sieht man, wie Frauen herbeieilen und versuchen, den Jungen vom Mädchen runterzuziehen. Dann eskaliert die Lage komplett.

Weitere Personen kommen hinzu und es beginnt ein Tumult. Erwachsene schreien, rangeln und schubsen sich. Gegen 18:47 Uhr ging der Notruf von den Betreibern des Spielerparadieses bei der Polizei ein. Laut Polizei seien neun Erwachsene an der Schlägerei beteiligt gewesen. Wer das Video vom Zwischenfall gedreht hat, ist bisher unbekannt. Bekannt ist jedoch, von welchem Facebook-Account das Video erstmals geteilt wurde. Auf dem Profilbild ist ein Polizeimotorrad zu sehen. Und tatsächlich: Das Konto gehört offenbar einem Polizisten.

Polizist soll rechtspopulistische Posts auf Facebook abgesetzt haben

Dazu soll er geschrieben haben: „Falls jemand mal mit den Kindern zum Pippolino nach Duisburg Wedau möchte…Fachkräfte / Angestellte versuchen halbherzig zu beruhigen“. Auf dem Account des Polizisten finden sich weitere krude, teils rechtspopulistische Thesen. So hatte er dort Nachrichten über Straftaten geteilt, die angeblich von Migranten begangen worden waren. Zudem wünscht er sich Gesundheitsminister Karl Lauterbach in einer „Geschlossenen“ und lobt Elon Musk für die „rotgrüne Säuberung“ von Twitter.

Polizei Duisburg: Polizist anhand des Profilbilds identifiziert

Usern fielen diese Äußerungen auf, und sie meldeten das Verhalten an die Behörden. Dort wurden nun Maßnahmen eingeleitet: „Als wir von einer Hinweisgeberin von dem Post und der Facebook-Seite erfuhren, haben wir direkt einen der beiden Extremismusbeauftragten unserer Behörde informiert“, so die Duisburger Polizeisprecherin Jacqueline Grahl gegenüber 24RHEIN.

Dort werde jetzt geprüft, ob die Posts tatsächlich von dem Polizisten getätigt worden sind. Anhand des Profilbildes habe man einen Duisburger Polizisten identifizieren können. Persönliche Gespräche seien bisher jedoch noch nicht möglich gewesen: „Da er seit Längerem aufgrund von gesundheitlichen Problemen nicht im Dienst ist, konnten wir ihn auch noch nicht erreichen“.

Nach Hasspostings: Duisburger Polizeihauptkommissar muss um Job fürchten

Zudem sei die Kriminalpolizei zur rechtlichen Klärung hinzugezogen worden. Auch Disziplinarmaßnahmen innerhalb der Dienststelle seien möglich. „Natürlich haben auch die Vorgesetzten und der Behördenleiter Kenntnis bekommen“, wie Grahl erklärt. Im Pippolino wurden ebenso Konsequenzen gezogen – die Betreiber des Spielplatzes haben mehreren Personen Hausverbot erteilt. Bei der Polizei wurden mehrere Anzeigen erstattet.

Duisburg war zuletzt öfter Schauplatz von Handgreiflichkeiten und Gewaltdelikten geworden. Ein Unbekannter hatte beispielsweise einen 17-Jährigen am Hauptbahnhof Duisburg mehrfach geschlagen. Selbst, als dieser am Boden lag, hörte er nicht auf. Die Polizei sucht nun mit einem Foto nach dem Schläger. (mg) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren

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