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Attacken auf Rettungskräfte in Duisburg – Polizei verstärkt Präsenz in zwei Stadtteilen

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Von: Maximilian Gang

In Duisburg gab es in der Neujahrsnacht schwere Ausschreitungen. Besonders zwei Stadtteile wurden zum Schauplatz. Einer davon überraschend.

Duisburg – Vermummte Gestalten beschießen Menschen mit Sprengkörpern und werfen Steine und Flaschen. Straßenbarrikaden brennen lichterloh. Szenen wie aus einem apokalyptischen Spielfilm. Doch in vielen Städten in Deutschland waren solche Bilder zum Jahreswechsel bittere Realität. Sicher ist: Unruhen gab es an Silvester auch schon in der Vergangenheit. Sicher ist aber auch, dass das Niveau der Gewalttaten vielerorts ein neues, erschütterndes Level erreicht hat – auch und vor allem in Duisburg. Zwei Stadtteile rücken nun in den Fokus der Polizei.

Duisburg: Schlimmste Silvester-Krawalle in Hochheide und Hochfeld

Schaut man in die allgemeine Kriminalstatistik der Duisburger Polizei, kommen vor allem drei Orte in Duisburg immer wieder vor: Marxloh, Altstadt und das Dellviertel. Egal, ob Wohnungseinbrüche, Raub oder Gewaltkriminalität – in den meisten Kategorien ist einer der drei Stadtteile trauriger Spitzenreiter. Doch hört man die Schilderungen von Stadt und Polizei, fanden die auffälligsten Einsätze in der Nacht zum 1. Januar woanders statt: in Hochheide und Hochfeld. Was war dort los?

In Hochheide haben zwei Menschengruppen Passanten und Polizisten mit Feuerwerk, Steinen und Flaschen angegriffen. Auch ein Streifenwagen wurde beschädigt. Ähnlich die Geschehnisse in Hochfeld: Auch dort wurde ein Einsatzfahrzeug beschädigt, als Menschen versuchten, in die Fahrerkabine des Wagens einzudringen. Dazu standen E-Scooter in Flammen und auch hier flogen Sprengkörper in Richtung der Polizei. Die Kriminalitätsstatistik zeigt, dass die Schauplätze sonst eher unauffällig sind.

Kriminalität in Duisburg: Zahl der Fälle in Hochheide in 2021 vergleichsweise gering

Besonders Hochheide ist als Eskalationsstätte eher unerwartet: Meist liegt die etwa 15.000 Menschen-Gegend für 2021 auf einem zweistelligen Rang im Ranking der Kriminalitätsfälle, weit abgeschlagen von den Hotspots: Betrachtet man alle Delikte, dann liegt Hochheide mit 1.379 Fällen auf dem elften Rang der 46 Stadtteile. Zum Vergleich: Das Dellviertel hat mit 3.226 mehr als doppelt so viele. Hochfeld ist auf Platz vier – und mit 2.272 Fällen dabei in puncto Kriminalität bereits vorbelastet.

Reaktion auf Silvester-Krawalle: Polizisten der Hundertschaft im Einsatz

„Die Zahlen zeigen, dass die beiden Stadtteile zwar im Duisburger Gesamtranking auftauchen, aber nicht die am stärksten betroffenen Stadtteile sind“, erklärt ein Sprecher der Duisburger Polizei gegenüber 24RHEIN. Die Ermittlungen zu den Ausschreitungen dauern aktuell noch an. Hochfeld und Hochheide sind nun stärker in den Fokus der Polizei gerückt: „Wir als Polizei haben Hochfeld und Hochheide gezielt im Auge und fahren dort vermehrt Streife – auch mit Polizisten der Hundertschaft“, so der Sprecher.

Nicht nur in Duisburg ist es dabei zu Angriffen auf Einsatzkräfte gekommen. Viele weitere Regionen in Nordrhein-Westfalen waren ebenso betroffen. Auch in Köln wurden Polizisten mehrfach mit Böllern beworfen. (mg) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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