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Wie es mit „Zoo Zajac“ in Duisburg weitergeht

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Von: Peter Sieben

Hundewelpen hinter Glas bei Zoo Zajac in Duisburg
2012 startete „Zoo Zajac“ mit dem Verkauf von Welpen. Tierschützer kritisierten das immer wieder. Das Geschäftskonzept wird sich auch nach dem Tod von Norbert Zajac nicht ändern. © Roland Weihrauch/dpa

Norbert Zajac aus Duisburg ist tot. In seinem Zoogeschäft leben 3000 Tiere – darunter Affen und Faultiere. Wie geht es nun weiter mit dem Geschäft?

Duisburg – Am Dienstag ist Norbert Zajac überraschend im Alter von 67 Jahren gestorben. Sein Geschäft „Zoo Zajac“ in Duisburg ist der größte Zoofachhandel der Welt: Auf 13.000 Quadratmetern leben Hunde, Katzen, Papageien, Affen, Kaimane – und neuerdings sogar ein Faultierbaby. Insgesamt etwa 160 Menschen arbeiten bei „Zoo Zajac“. Wie geht es nun weiter mit dem Geschäft? Und was passiert mit all den Tieren?

„Zoo Zajac“ in Duisburg bleibt geöffnet

„Zoo Zajac“ war am Todestag von Norbert Zajac geöffnet. „Das ist ja ganz plötzlich und unerwartet passiert“, sagt Kathi Geven, die neben Zajacs Frau Jutta zur Geschäftsleitung gehört. „Wir wollten nicht im Laden anrufen und da für Panik sorgen.“ Eine Schließung sei generell keine Option, das sei auch im Sinne von Norbert Zajac. „Mit dem Geschäft geht es jetzt ganz normal weiter“, sagt Geven. Das heißt: Die Ausrichtung bleibt wie bisher, auch exotische Tiere und Hundewelpen will „Zoo Zajac“ weiterhin verkaufen.

Norbert Zajac aus Duisburg sorgte auch für Kontroversen

Tierschützern wird das nicht gefallen. Norbert Zajac, der sich selbst manchmal „Tier-Dealer“ nannte, sorgte im Lauf seines Lebens immer wieder auch für Kontroversen und polarisierte. Hunderttausende, die seinem Youtube-Kanal folgen, sahen in ihm einen sympathischen Kult-Tierfreund. Schon als Jugendlicher hatte Zajac zusammen mit seinen Brüdern Wellensittiche gezüchtet und verkauft. 1975 gründete er den Fachhandel „Zoo Zajac“, der 2004 expandierte und sich zum größten Zoohandel der Welt entwickelte – samt Eintrag ins „Guinnes-Buch der Rekorde“.

Zoo Zajac in Duisburg

► 1975 startete Norbert Zajac mit einem Zoohandel in Duisburg-Meiderich (NRW). 2004 expandierte „Zoo Zajac“ an neuem Standort in Duisburg-Neumühl und wurde schließlich zum weltweit größten Zoofachhandel.

► Auf einer Ladenfläche von 13.000 Quadratmetern leben 12.000 Tiere. Im Geschäft gibt es 1000 Aquarien, 500 Terrarie, Dutzende Volieren und zahlreiche Teichbecken.

► „Zoo Zajac“ verkauft auch sehr exotische Tiere, womit Zajac immer wieder für Aufsehen sorgte: So waren und sind zum Beispiel Faultiere, Erdmännchen, Kaimane, Affen, Gürteltiere und weitere Tierarten im Angebot.

► 2012 startete Norbert Zajac mit dem Verkauf von Hundwelpen, die seit den 90er Jahren in Deutschland eigentlich nicht mehr in Zoogeschäften angeboten wurden. Damit handelte sich „Zoo Zajac“ immer wieder Kritik von Tierschützern ein. An prominenter Stelle kritisierte TV-Hundetrainer Martin Rütter immer wieder den Handel mit Hundewelpen: Für die Tiere sei das Psychoterror.

Für viele andere hingegen ist „Zoo Zajac“ ein rotes Tuch. Spätestens, als der Zoohandel 2012 mit dem Verkauf von Hundewelpen anfing, liefen Tierschützer Sturm. Seinerzeit gab es sogar Drohungen gegen Zajac und seine Familie. Hundewelpen werden seit den frühen 90er Jahren in Deutschland nicht mehr im Zoohandel verkauft, so ein ungeschriebenes Gesetz, das Zajac brach.

Tierschützer sprechen Beileid aus – und haben eine klare Forderung

Die Tierschutzorganisation Peta sprach den Angehörigen von Norbert Zajac ihr Beleid aus. Aber: „Unsere Sorge gilt weiterhin den vielen Tausend Tieren im Duisburger Zoogeschäft. Sollte das Unternehmen fortgeführt werden, ist eine Neuausrichtung dringend notwendig“, sagt Jana Hoger, Fachreferentin Peta. Der Tierverkauf müsse umgestellt werden und das Sortiment ausschließlich auf tiergerechtes Zubehör und Tierfutter umgestellt werden, so die Forderung. „Die Zeiten, in denen fühlende Lebewesen wie Äpfel und Birnen über die Ladentheke gehen, sind vorbei. Zudem platzen Tierheime aus allen Nähten. Das muss ein Ende haben“, so Hoger.

Kritik gibt es auch vom Deutschen Tierschutzbund. „Wir finden es schade, dass es da nun kein Umdenken gibt“, so Sprecherin Hester Pommerening. Zwar hatte Norbert Zajac immer betont, dass die Hunde fachgerecht betreut würden und „Zoo Zajac“ eine der modernsten Hundeanlagen Europas besitze. Aber das Problem gehe tiefer, heißt es beim Tierschutzbund: „Bei dieser Art von Handel werden Tiere wie eine bloße Ware angesehen, das darf nicht sein und das muss sich ändern“, so Pommerening.

„Zoo Zajac“ in der Kritik vom Tierschutzbund

Zudem bedeute es dauernden Stress für die Welpen, permanent der Präsentation im Laden ausgesetzt zu sein. „Auch ihren sozialen und zeitlichen Ansprüchen kann nicht Rechnung getragen werden“, sagt Tierschutzbund-Sprecherin Hester Pommerening. Hundewelpen sollten direkt nach der Entwöhnung von der Mutter während der sogenannten Prägephase, die etwa mit der zwölften Lebenswoche endet, zum späteren Halter. „Das ermöglicht dem Tier eine gute und stabile Bindung an die Bezugsperson und es kann sich besser an die zukünftigen Lebensumstände gewöhnen“, erklärt die Sprecherin. Fehler und Mängel in der Prägephase der Welpen könnten zu lebenslangen Verhaltensproblemen führen. (pen)

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