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Uni Duisburg-Essen: Große Probleme nach Hackerangriff – 40.000 Studierende betroffen

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Von: Jonah Reule

Das Hochschulgebäude der Uni Duisburg-Essen von der Vorderseite.
Die Uni Duisburg-Essen wurde Opfer eines Hackerangriffs. © Roland Weihrauch/dpa

Nach einem Hackerangriff sind Internet- und Telefonanschluss der Uni Duisburg-Essen weiter gestört. Nun soll das digitale Lehrangebot neu aufgestellt werden.

Duisburg – Ein Hackerangriff hat am ersten Adventswochenende an der Uni Duisburg-Essen für große Probleme gesorgt. Bislang unbekannte Hacker waren dabei in interne Systeme der Universität eingedrungen und hatten große Teile davon verschlüsselt. Die Uni erstattete Anzeige bei der Polizei. Auch mehrere Tage nach dem Angriff ist der Lehrbetrieb weiterhin massiv beeinträchtigt. Nun arbeitet die Uni an einer Alternative, um den Studierenden baldmöglichst wieder alle Inhalte digital zur Verfügung zu stellen. Derweil hat die Staatsanwaltschaft Köln die Ermittlungen übernommen.

Hackerangriff auf IT-System: Lehrbetrieb massiv gestört – 40.000 Studierende betroffen

Nachdem die Hacker in das IT-System der Uni eingedrungen waren, fielen dort zahlreiche für den Unibetrieb wichtige Dienste aus. Durch die von den Hackern vorgenommene Verschlüsselung wurde der Zugriff auf digitale Unterrichtsmaterialien und die An- und Abmeldefunktion zu Prüfungen lahmgelegt. Auch das Hochladen von Arbeiten funktioniert seither nicht mehr. Aktuell arbeitet die Uni an der Einrichtung einer neuen Website, die nach und nach mit Inhalten gefüllt werden soll. Der Zugriff auf die alte Website ist weiterhin gestört.

Ein leerer Hörsaal der Uni Duisburg-Essen mit durchnummerierten Sitzreihen
Der Betrieb an der Uni Duisburg-Essen ist nach dem Hackerangriff weiter beeinträchtigt © Rolf Vennenbernd/dpa

Neben der Website ist auch der Telefonanschluss der Uni vom Hackerangriff betroffen. Die gesamte Festnetztelefonie stehe weiterhin nicht zur Verfügung, sagte Universitätssprecherin Birte Vierjahn. Der Vorlesungsbetrieb laufe weiterhin in Präsenz weiter. Der Austausch zwischen Dozenten und mehr als 40.000 Studierenden läuft sonst größtenteils über dienstliche und private Handys.

Nach Hackerangriff: Staatsanwalt geht von langwierigen Ermittlungen aus

Die Uni Duisburg-Essen reagierte nach dem Hackerangriff sofort und fuhr das IT-System herunter. Nun hat die Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime bei der Staatsanwaltschaft Köln die Ermittlungen übernommen.

Der für den Fall zuständige Staatsanwalt Dr. Christoph Hebbecker geht von langwierigen Ermittlungen aus. Zunächst sei es wichtig herauszufinden, welche Teile des IT-Systems der Uni genau betroffen sind und wie die Täter darauf zugreifen konnten. Gegenüber 24RHEIN bestätigte Hebbecker, dass die Hacker bei ihrem Angriff eine sogenannte „Ransom Note“ hinterlassen haben. Diese ähnelt einem Erpresserschreiben. „In der Regel versteckt sich darin eine Aufforderung zur Kontaktaufnahme“, erklärte der Staatsanwalt. Ob eine konkrete Forderung vorliegt, konnte er zu diesem Zeitpunkt nicht sagen.

Hebbecker sieht die Chancen auf eine genaue Ermittlung zur Identität der Hacker als nicht sonderlich groß an. Fälle wie diese seien oftmals geprägt von Spuren ins Ausland und daran anschließende internationale Ermittlungen. Je nach Land nimmt das viel Zeit in Anspruch, da dort die nationalen Behörden zuständig sind. Wie lange die Untersuchungen dauern werden, ist noch nicht abzusehen. Auch die Dauer der Behebung der Schäden an der Uni ist nicht abzusehen. „Wir arbeiten unter Hochdruck“, erklärte die Sprecherin. (jr/dpa) Fair und unabhängig informiert, was in NRW und Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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