Mehr Ladesäulen

NRW: Zahl der E-Autos hat sich fast verdoppelt –doch gibt es genug Ladesäulen?

Ein Tesla lädt an einer Ladesäule für Elektroautos an der Uni Hannover.
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Die Zahl der E-Autos auf den Straßen NRWs hat sich fast verdoppelt.
  • VonKatharina Birkenbeul
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Mehr als 500.000 E-Autos sind auf den Straßen Nordrhein-Westfalens zugelassen. Doch durchschnittlich 27 Autos müssen sich eine Ladesäule teilen.

Köln/Essen/Düsseldorf – Eine gute Nachricht für das Klima: Die Zahl der Elektroautos in Nordrhein-Westfalen hat sich 2021 im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Insgesamt sind nun mehr als 500.000 elektrische Fahrzeuge, Hybrid- oder reiner Elektroantrieb, in NRW zugelassen. Das geht aus den neuesten Zahlen des Statistischen Landesamtes hervor.

NRW: Immer mehr E-Autos auf Straßen unterwegs

1. Januar 20211. Januar 2022
Hybrid220.794375.306
Elektro62.737131.257
Quelle: Statistisches Landesamt NRW

E-Autos werden in Deutschland immer beliebter. Ein Trend, der sich auch in ganz NRW zeigt. Sogar der Discounter Lidl bietet ein E-Auto an. In allen Regierungsbezirken hat sich die Zahl der elektrisch betriebenen Autos und Hybriden fast verdoppelt. Den höchsten Anteil im Verkehr haben E-Autos in Bielefeld. Dort machen sie zwei Prozent des Straßenverkehrs aus. Im Ruhrgebiet sieht es schlechter aus: Dort liegt der Anteil an E-Autos zum Beispiel in Duisburg nur bei 0,7 Prozent.

Hybride nehmen immer noch den größten Anteil an elektrischen Fahrzeugen ein. Reine Hybride müssen nicht an den Strom angeschlossen werden, sie laden sich durch Bremsen auf und geben überschüssige Energie beim Beschleunigen ab. Plug-in-Hybride und reine E-Autos müssen mit Strom geladen werden.

E-Autos in NRW: So ist die Lage bei den Ladesäulen

Auch wenn die erhöhte Anzahl an E-Autos in NRW von Klimaschützern positiv bewertet wird, bleibt doch ein Problem: Es gibt zu wenig öffentliche Ladepunkte in den Städten. Das wird auch auf dem sozialen Netzwerk Twitter spürbar. Dort beschweren sich immer wieder Menschen über fehlende Lademöglichkeiten. In ganz NRW gibt es laut Bundesnetzagentur nur rund 11.000 Ladepunkte. Davon sind etwa 1500 Schnelladepunkte, die auf mehr als 800 Ladesäulen verteilt sind. Durchschnittlich kommen auf einen öffentlichen Ladepunkt so rund 27 Autos in NRW. Dabei sei eine flächendeckende Ladeinfrastruktur eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Menschen auf E-Mobilität umsteigen, wie die Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie Hildegard Müller jüngst betonte.

E-Autos: Öffentliche und private Ladesäulen

Öffentliche Ladesäulen stehen zum Beispiel an Einkaufszentren, bei Ikea oder an Straßen. Angeboten werden sie häufig von den Energiewerken der jeweiligen Stadt oder auch von privaten Unternehmern wie Tesla. Der Strom an öffentlichen Ladesäulen muss häufig wie Sprit bezahlt werden.

Private Ladesäulen sind die sogenannten Wall-Boxen, also Starkstrom-Ladestationen, die Privatpersonen in ihre eigene Garage hängen können. Zuhause kann der Stecker auch einfach in die Steckdose gesteckt werden, die sich außen am Haus befindet. Dabei dauert es allerdings seine Zeit, bis die Autos aufgeladen sind. Privat kann nur mit 11 bis 22 Kilowatt geladen werden, öffentliche Ladesäulen schaffen bis zu 350 Kilowatt.

Vergleich: So viele E-Autos teilen sich in Essen, Köln und Düsseldorf einen Ladepunkt

Die meisten Ladesäulen gibt es in Essen und Köln. Dort gibt es jeweils fast 600 Ladepunkte auf dreihundert Ladesäulen verteilt. An einer Ladesäule befinden sich durchschnittlich ein bis drei Ladepunkte. Somit können an einer Ladesäule mehrere Autos gleichzeitig laden. Schlechte Karten haben E-Auto-Besitzer hingegen im Oberbergischen Kreis. Beispielsweise in Nümbrecht gibt es nur zwei öffentliche Ladestationen.

Allerdings ist auch die Anzahl von rund 600 Ladepunkten nicht ausreichend. In Essen sind 5117 Plug-in-Hybride sowie 3339 reine E-Autos zugelassen. Bedeutet: 14 Autos müssen sich einen Ladepunkt teilen. In Düsseldorf müssen sich bei insgesamt 13.416 elektrisch betriebenen Autos auf 408 Ladepunkten sogar 32 Autos einen Ladepunkt teilen. Doch nicht alle E-Autos müssen an einer solchen Ladesäule geladen werden, da zahlreiche Autofahrer ihre Fahrzeuge auch privat laden.

StadtAnzahl Plug-In-Hybride und Elektro Ladepunkte
Essen8456593 bei 298 Ladesäulen
Köln16.917541 auf 272 Ladesäulen
Düsseldorf13.416408 auf 182 Ladesäulen

Wo sich Ladepunkte in NRW befinden, kann auf der Karte von Elektromobilität NRW, bereitgestellt durch das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, nachgesehen werden. Auch diverse Apps können bei der Suche nach freien Ladesäulen helfen.

E-Autos: Städte wollen Ladeinfrastruktur ausbauen

Gibt es jetzt noch verhältnismäßig wenige Ladesäulen, soll sich das in den kommenden Jahren ändern. Städte wie Köln, Essen und Düsseldorf wollen ihre Infrastruktur ausbauen. „Die Elektromobilität kann sich nur entwickeln, wenn ausreichend Ladeinfrastruktur vorhanden ist“, so die Stadt Düsseldorf. Wie viele Ladesäulen in welcher Zeit in Düsseldorf geplant sind, ist unklar. In Köln sollen 200 Ladesäulen mit 400 Ladepunkten entstehen. Rund 30 Standorte davon sollen über Schnelladestationen verfügen, die eine kürzere Ladezeit ermöglichen. Auch in Essen sind zahlreiche neue Standorte über den kompletten Stadtbezirk in Planung. Diese können auf einer Karte der Stadt Essen angesehen werden. (kab) Fair und unabhängig informiert, was in NRW und Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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