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Feuerwerkhersteller Weco aus NRW wegen Lockdown in Existenzangst – 400 Mitarbeiter bangen um ihren Job

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Von: Nina Büchs

Raketen von Weco Feuerwerk, aufgenommen am Dienstag (15.12.2009) in der Firmenzentrale in Eitorf.

Das Unternehmen Weco darf sein Silvesterfeuerwerk in diesem Jahr nicht verkaufen (Archivbild). © Rolf Vennenbernd/dpa

Das im harten Lockdown verhängte Verkaufsverbot von Silvesterfeuerwerk macht Weco schwer zu schaffen. Ohne staatliche Hilfen könnte es die Firma aus NRW bald nicht mehr geben.

Eitorf – Dunkle Zeiten stehen den 400 Mitarbeitern des Feuerwerkherstellers Weco aus Eitorf in Nordrhein-Westfalen bevor. Schon im nächsten Jahr könnten sie ihre Arbeit verlieren. Der Grund ist das im Lockdown verhängte Verkaufsverbot von Silvesterfeuerwerk, durch das sich das Unternehmen ohne staatliche Hilfe nicht erholen würde.

Eitorf/NRW: Weco erwirtschaftet 95 Prozent des Jahresumsatzes mit Silvesterfeuerwerk

Wie Weco in einer Pressemitteilung bekannt gab, hat das verhängte Verkaufsverbot vonSilvesterfeuerwerk für das Unternehmen enorme wirtschaftliche Konsequenzen. Das zeigt sich auch anhand der Zahlen, denn das Unternehmen erwirtschaftet 95 Prozent seines Jahresumsatzes mit Silvesterfeuerwerk an nur drei Tagen im Jahr. „Wir holen unseren Umsatz nicht einfach Ende Januar wieder nach, wie es unser Bundesfinanzminister Olaf Scholz jüngst mit Bezug auf den Handel geäußert hat. Silvester ist nur einmal im Jahr“, so Thomas Schreiber, Geschäftsführender Gesellschafter von Weco. Die Existenzangst des Unternehmens ist also real, das macht Schreiber unmissverständlich klar: „Ich betone es nochmal ganz deutlich, ohne finanzielle Hilfe in zweistelliger Millionenhöhe, gibt es uns nächstes Jahr nicht mehr“.

Kein Silvesterfeuerwerk wegen Corona: Großteil der Ware bereits ausgeliefert

Noch im November nach der Ministerpräsidentenkonferenz wurde ein Verkaufsverbot von Silvesterfeuerwerk seitens der Politik für private Feiern abgelehnt. Doch nun, in Zeiten des harten Lockdowns sieht die politische Entscheidung anders aus. Für Weco kommt das nun verhängte Verkaufsverbot zu spät, laut Schreiber befindet sich ein Großteil der Ware bereits im Handel. Das Problem: „Da es sich um ein Kommissionsgeschäft handelt, liegt das Risiko vollständig bei der Industrie, das heißt wir müssen die Ware auf eigene Kosten zurückholen,“ so Schreiber.

NRW-Unternehmen Weco nimmt Stellung zum Verkaufsverbot von Silvesterfeuerwerk

Zwar sei es für das Unternehmen absolut nachvollziehbar, wegen der hohen Corona-Infektionszahlen keine Großveranstaltungen zum Jahreswechsel stattfinden zu lassen. Nicht verständlich ist es aus Sicht des Unternehmens aber, dass auch ein privates Silvesterfeuerwerk nun von der Politik verboten wurde. Dies hätte „eine ideale Gelegenheit geboten, den Jahreswechsel im engsten Familienkreis und vor allem corona-konform feiern zu können“, heißt es.

Weco macht Existenzangst auf Facebook öffentlich – so reagieren die User

Auf Facebook veröffentlichte das Unternehmen Weco nun eine Stellungnahme zur aktuellen Situation und bedankte sich bei den Facebook-Usern für ihren Zuspruch. Dass das Schicksal des Unternehmens viele Menschen berührt, zeigten auch die über 1000 Kommentare. So schreibt zum Beispiel Mathias Ullrich: „Ich wünsche euch in dieser Zeit viel Glück all das zu überstehen. Feuerwerk und vor allem Weco Feuerwerk begleitet mich seit meiner Kindheit. Ich hoffe für euch nur das Beste.“ Der Großteil der Facebook-User kritisierte zudem das Verkaufsverbot von Silvesterböllern. Skutta Thorsten schreibt: „Wenn die Regierung dieses Jahr private Feuerwerke aufgrund von Corona absagt und verbietet, wird es privat nie wieder ein Feuerwerk geben. Warum auch? Ich hoffe, dass das Verbot kann noch rechtzeitig gekippt werden kann. Müssen wir uns alles gefallen lassen?“

Wie und ob es nun für Weco weitergeht, ist bislang noch unklar. Fest steht: Für die 400 Weco-Mitarbeiter und die gesammte Pyrotechnik-Branche ist die Jahreswende in diesem Jahr mit vielen Unsicherheiten und Exitenzängsten verbunden. (nb)

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