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Gab es Baupfusch? Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen Erdrutsch in Erftstadt

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Erdrutsch im Stadtteil Blessem in Erftstadt
Ein Erdrutsch ließ in Erftstadt nach heftigen Unwettern Häuser einstürzen. © Christoph Reichwein/Imago

Die Staatsanwaltschaft Köln hat nun offiziell Ermittlungen wegen des Erdrutsch in Erftstadt eingeleitet. Vor allem geht es um Baugefährdung, aber auch um Versäumnisse.

Köln/Erftstadt – Drei Wochen nach dem schweren Erdrutsch in Erftstadt-Blessem während der Flutkatastrophe in NRW hat die Staatsanwaltschaft Köln ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet. Es gehe um den Verdacht der Baugefährdung im Zusammenhang mit der Havarie der Blessemer Kiesgrube, erklärte die Behörde am Freitag gegenüber der dpa.

In der Stadt im Rhein-Erft-Kreis, nahe Köln, war in der Nacht zum 16. Juli. der Boden nahe einer Kiesgrube am Fluss Erft weggerutscht, nachdem Starkregen bei der Flutkatastrophe die Grube geflutet hatte. Mehrere Gebäude wurden mitgerissen, es gab keine Toten.

Erdrutsch in Erftstadt: Versäumnisse bei den Verantwortlichen?

Parallel werde die Einleitung von Ermittlungsverfahren wegen möglicher Versäumnisse von Verantwortlichen bei der Flutkatastrophe geprüft, erklärte eine Sprecherin der Kölner Staatsanwaltschaft. Dafür müssten aber zunächst die komplexen Fakten und Zuständigkeiten der Flutkatastrophe aufgearbeitet werden.

Dies werde sicherlich längere Zeit dauern. Ähnlich äußerten sich Sprecher der Staatsanwaltschaften Bonn und Aachen. Auch in diesen Behörden gibt es derzeit keine förmlichen Ermittlungsverfahren gegen konkrete Beschuldigte. „Wir prüfen den Sachverhalt ergebnisoffen“, sagte ein Sprecher der Behörde in Aachen.

Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz: Ermittlungen gegen Landrat aus Ahrweiler – heftige Vorwürfe

In Rheinland-Pfalz hatte die Staatsanwaltschaft Koblenz am Freitag die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen den Landrat des von der Flutkatastrophe besonders betroffenen Landkreises Ahrweiler, Jürgen Pföhler (CDU), bekannt gegeben. Es gehe um den Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassen am Abend des Hochwassers vom 14. Juli, teilte die Behörde am Freitag mit.

Die Zahl der Todesopfer im Ahrtal liegt mittlerweile bei 141, noch immer werden 17 Menschen vermisst. In Nordrhein-Westfalen gab es bei dem Jahrhundert-Unwetter Mitte Juli 47 Todesopfer. Hinzu kamen enorme Sachschäden. (dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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