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Erftstadt: Jetzt dürfen auch Helfer wieder in die Stadt

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Von: Benjamin Stroka

Eine Frau wirft im Ortsteil Blessem Unrat auf den Müllberg vor dem Haus.
Eine Frau wirft im Ortsteil Blessem Unrat auf den Müllberg vor dem Haus. © Marius Becker/dpa

Am Donnerstag (22. Juli) konnten Bewohner in Erftstadt-Blessem wieder in ihre Häuser zurückkehren. Es gilt jedoch ein Trinkwasser-Abkoch-Gebot.

Update, 16:32 Uhr: Nachdem bereits seit Donnerstagmorgen viele Bewohner in Erftstadt-Blessem wieder in ihre Häuser zurückkehren durften, geht die Stadt Erftstadt den nächsten Schritt. Die Situation sei ausreichend stabilisiert, „um weitere Personen in den Ort zu lassen. Seit dem Mittag ist das Begehungsverbot nunmehr auch für Helferinnen und Helfer sowie die Vertreterinnen und Vertreter der Presse bis auf Weiteres aufgehoben“, teilten Landrat Frank Rock und die Erftstädter Bürgermeisterin Carolin Weitzel am Donnerstag mit.

Vor Ort gibt es Sirenen, die mit Alarmtönen oder Sprachdurchsagen vor möglichen Gefahren warnen sollen. Feuerwehr und Polizei seien ebenfalls dauerhaft vor Ort. „Das Betretungsverbot gilt weiterhin für die 100-Meter-Sicherheitszone, die um die Abbruchkante gezogen wurde. Der Bereich Radmacher Straße/Eschenweg/Frauenthaler Straße 100-151 darf weiterhin nicht betreten werden. Er bleibt durch Bauzäune abgesperrt“, so die Stadt Erftstadt.

Erftstadt-Blessem: Trinkwasser muss abgekocht werden

Update, 22. Juli, 12:22 Uhr: Auch in Erftstadt gilt nach der Flutkatastrophe ein Trinkwasser-Abkoch-Gebot. Das teilt die Stadt auf Facebook mit. „Grund hierfür ist die teilweise Wiederinbetriebnahme des überschwemmten Wasserwerks Weilerswist-Lommersum, das vom Verbandswasserwerk Erftstadt betrieben wird.“ Dabei handle es sich um „eine reine Vorsichtsmaßnahme“, so der Versorger, das Verbandswasserwerk Euskirchen. Betroffen sind:

Erftstadt-Blessem: Evakuierung könnte noch heute aufgehoben werden

Update, 22. Juli, 8:53 Uhr: Im Katastrophengebiet Erftstadt-Blessem dürfen einige Anwohner voraussichtlich schon ab heute dauerhaft in ihre Häuser zurück. Voraussetzung sei, dass die Standsicherheit der Gebäude gewährleistet ist, teilte Landrat Frank Rock mit. Dies werde ab dem Vormittag durch den Geologischen Dienst überprüft. Ist dies geschehen, müsse „den Blessemer Bürgern auch die Möglichkeit eröffnet werden, ihre Häuser und Wohnungen wieder dauerhaft zu betreten, insbesondere um Aufräumarbeiten zu leisten“, sagte Rock. Dies könne noch am Donnerstag geschehen.

Der Einlass in das Gebiet nach der Flut in der vergangenen Woche werde zunächst nur Blessemer Bürgern erlaubt. Für sie werde ein Shuttleservice eingerichtet. Teams von Feuerwehr, Polizei und Psychologen stünden bereit. Vorher hieß es, dass die Bürger laut Krisenstab nur kurzzeitig in ihre Häuser dürfen, um persönliche Gegenstände zu holen.

Erftstadt-Blessem: Bewohner dürfen am Donnerstag kurzzeitig in Häuser zurück

Update vom 21. Juli, 14:18 Uhr: Wie die Polizei Köln meldete, werden nun im Rhein-Erft-Kreis, zu dem auch die Stadt Erftstadt gehört, keine Personen mehr vermisst. Zudem dürfen Bewohner von Blessem ab Donnerstag, 22. Juli, wieder kurzzeitig in ihre Häuser zurückkehren. Wie die Stadt Erftstadt mitteilt, werden dann Menschen einzeln mit Sicherheitskräften in ihre Häuser geführt, um wichtige Gegenstände zu sichern.  Weitere Informationen sollen im Laufe des Tages bekannt gegeben werden.

Flutkatastrophe in Erftstadt-Blessem: Noch fünf Personen vermisst

Erftstadt – Erftstadt und besonders der Ortsteil Blessem wurden von der Hochwasser-Katastrophe mit Überflutungen und Zerstörungen extrem hart getroffen. Immer noch werden fünf Menschen vermisst. Und auch der Erdrutsch und die dadurch entstandene Abbruchkante an der Kiesgrube bereitet den Behörden und Einsatzkräften vor Ort große Sorgen.

Erftstadt-Blessem: Schon über 300.000 für Flutopfer gespendet

„Der Rhein-Erft-Kreis und besonders Erftstadt sind von einer Naturgewalt getroffen worden, deren Ausmaße uns immer noch verstören. Wir verzeichnen enorme materielle und immaterielle Schäden. Verbunden mit unsagbarem menschlichem Leid“, sagte Landrat Frank Rock am Dienstag auf einer Pressekonferenz zur aktuellen Lage nach dem schweren Hochwasser. Den Betroffenen werde man gemeinsam beistehen, betonte Rock.

Die Zahl der Vermissten liegt am Dienstag bei fünf. Alle weiteren Vermisstenfälle konnten inzwischen aufgeklärt werden. Dass es bislang keine Todesopfer im Rhein-Erft-Kreis zu beklagen gebe „grenzt für mich an ein Wunder“, so Rock. Er lobte die große Hilfsbereitschaft unter den Menschen und das Spendenaufkommen aus der Bevölkerung. „Bislang sind 308.685,75 Euro eingegangen. Ich bin überwältigt von der Spendenbereitschaft. Dieses Geld wird direkt den Menschen vor Ort zugutekommen“, versprach der Landrat. Auch der Verein „Helfen helfen“ organisiert derzeit eine große Hilfsaktion für die Flutopfer.

Erftstadt-Blessem: An Abbruchkante besteht immer noch „akute Lebensgefahr“

Die Entspannung an der Steinbachtalsperre sei „eine wirklich gute Nachricht“. Damit könne eine weitere Überflutung im nördlichen Kreisgebiet und eine „kreisweite Katastrophenlage“ ausgeschlossen werden. Dennoch bleibe die Lage vor allem in Blessem prekär. „Teilweise besteht weiterhin akute Lebensgefahr, insbesondere in der Nähe der Abbruchkante“, sagte Rock. Zurzeit würden Möglichkeiten geprüft, um die Kiesgrube zu stabilisieren. „Der Erftverband, RWE und die Bezirksregierung Arnsberg als Bergbaubehörde erarbeiten derzeit eine Lösung, wie die Bruchstelle zwischen Erft und Kiesgrube schnellstmöglich geschlossen werden kann“, erklärt Rock.

Der Ortsteil Blessem bleibe weiterhin abgesperrt. „Ein weiteres Nachrutschen von Erdmasse in der Kiesgrube ist immer noch möglich“, betonte auch Bürgermeisterin Carolin Weitzel. Deshalb werde der Ort ständig mit Drohnen aus der Luft überwacht. Es laufen außerdem geologische Untersuchungen, die ein genaueres Bild von den Schadensstellen in und um Blessem zeigen sollen. „Wir kämpfen um den Erhalt jedes Hauses“, betonte Weitzel.

Blessem: Evakuierung nach Hochwasser bleibt noch bestehen

Weiterhin habe aber die Sicherheit der Bewohner und Einsatzkräfte Vorrang. Ihr sei bewusst, so Weitzel, dass die Bewohner dringend in ihre Häuser wollen, um die wichtigsten Gegenstände in Sicherheit zu bringen. „In den nächsten Tagen können die Blessemer einzeln und in Begleitung von Sicherheitskräften zeitweise ihre Häuser betreten.“ Die Evakuierung könne aber aufgrund der weiterhin bestehenden Gefahrenlage nicht aufgehoben werden.

Derweil läuft die Müllentsorgung in Erftstadt auf Hochtouren. Es wurden bereits 1400 Tonnen Sperrmüll entsorgt. Ein Ende ist nach den katastrophalen Hochwasserschäden aber noch nicht in Sicht. (bs)

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