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Erftstadt: Vordamm der Erft überspült – Wasser lief in Kiesgrube

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Hinter einem Bauzaun steht eine Planierraupe, um die Abrisskante der Kiesgrube in Erftstadt-Blessem zu sichern.
Da ein Damm der Erft überspült wurde, lief Wasser in die Kiesgrube in Erftstadt-Blessem. Das Foto wurde am 27. August aufgenommen und zeigt eine Abrisskante. © Federico Gambarini/dpa

Ein Vordamm der Erft in Erftstadt-Blessem wurde aufgrund anhaltender Niederschläge überspült. Der Damm befindet sich auf Höhe der Kiesgrube Blessem.

Erftstadt – Erneut Aufsehen in Erftstadt im Rhein-Erft-Kreis: Der provisorische Vordamm der Erft in Höhe der Kiesgrube Blessem wurde überspült. Das teilte die Stadt Erftstadt am Sonntagabend mit. Wasser sei daher in den Zwischenbereich zwischen Vor- und Hauptdamm gelaufen. Das Wasser sei auch in die Kiesgrube eingedrungen. Aber: „Es besteht keine akute Gefahr“, hieß es in einer Mitteilung. Mittlerweile sei der Damm allerdings wieder dicht, sagte am Montag eine Sprecherin von Bürgermeisterin Carolin Weitzel (CDU). „Der Damm ist zu.“ Es sei die ganze Nacht gearbeitet worden.

Erftstadt: Vordamm der Erft überspült – Mehrere Helfer und Technisches Hilfswerk vor Ort

In der Nacht schütteten etwa 50 bis 60 Helfer mit schwerem Geräte die Bresche in dem Damm. „Es war eine richtig dicke Baustelle mit Flutlicht und Technischem Hilfswerk“, sagte Bernd Bucher, Vorstand des Erft-Verbands, der Deutschen Presse-Agentur. Gefahr für die Anwohner habe nicht bestanden. „Dennoch wollten wir hier keine zusätzlichen Risiken eingehen, gerade auch um die Bevölkerung nicht unnötig zu verunsichern.“

Erftstadt-Blessem: Vordamm der Erft überspült, Wasser lief in Kiesgrube

Die Kiesgrube und das Unwetter

Nach schweren Regenfällen spitzt sich die Lage am 15. Juli in Erftstadt-Blessem dramatisch zu. Der Fluss Erft schwillt stetig an und sucht sich einen Weg durch den Ortsteil. Häuser stürzen ein.

Nahe einer Kiesgrube gibt es durch die Fluten einen Erdrutsch. Ein riesiger Krater entsteht. Direkt an der entstandenen Abrisskante bestand lebensgefahr.

Wieso lief das Wasser in die Kiesgrube? Grund dafür ist die Wasserdurchlässigkeit des Hauptdamms. Auslöser der Überspülung waren die anhaltenden Regenfälle der vergangenen Tage. Der Erftverband, der Betreiber der Kiesgrube sowie die Bezirksregierung Arnsberg wurden informiert. Erste Sicherungsmaßnahmen wurden noch am Sonntag veranlasst und es wurde an der Sicherung des Damms gearbeitet. Die Situation vor Ort soll beobachtet werden.

Erftstadt: Vordamm der Erft überspült – „nur Ruhe, wenn wir diesen ganzen Krater verfüllen“

Bucher, Vorstand des Erft-Verbands, sprach sich dafür aus, den Krater mit Erde aufzufüllen. „Wir denken, das Ganze gibt nur Ruhe, wenn wir diesen ganzen Krater verfüllen“, sagte er. Sonst fließe die Erft in Hochlage in geringem Abstand an dem Krater vorbei, was immer ein Sicherheitsrisiko darstelle. Die nötige Erde könne von umliegenden Feldern abgetragen werden. Anstelle des Kraters solle dann ein natürlicher Retentionsraum entstehen, in dem sich die Erft bei Hochwasser gefahrlos ausbreiten könne. Ein solcher Raum hätte sowohl einen ökologischen Wert als auch einen hohen Naherholungswert. Er hoffe, dass dies zügig in Angriff genommen werden könne.

Erftstadt: Wasser lief in Grube nach Regen

Bewohner wurden am Sonntagabend mit einer Meldung via Katwarn informiert. Am Montagvormittag wurde die Meldung sowohl über die Warn-App „Katwarn“ als auch über „Nina“ wieder zurückgezogen. Es gibt ein Bürgertelefon. Persönliche Auskünfte in Erftstadt sind ebenso möglich. Die Feuerwehr informierte über Lautsprecherdurchsagen, es wurden zudem Handzettel ausgeteilt. „Sobald sich eine Lageveränderung ergibt, werden Sie unverzüglich durch die Einsatzkräfte informiert“, hieß es in einem Posting der Stadt auf Facebook.

Die schweren Unwetter im Juli haben in Erftstadt-Blessem Häuser mit in den Abgrund gezogen, massive Erdrutsche sorgten für Zerstörung. Auslöser waren die tagelangen Regenfällen mit Starkegen und Unmengen von Niederschlägen.

Update-Hinweis: Der Artikel wurde zuletzt am 30. August, 15:49 Uhr aktualisiert. Neuerung: Einordnung von Bernd Bucher, Vorstand des Erft-Verbands (mlu/dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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