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Mehr Menschen krank mit Erkältung – Corona hat damit auch zu tun

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Von: Benjamin Stroka

Junge Frau liegt erschöpft im Bett und fühlt sich die Stirn
Viele Menschen sind wieder erkältet – was auch an Corona liegt. © Shotshop / Imago

NRW steckt mitten in der Erkältungsphase. Doch auch Corona hat einen Einfluss darauf, dass aktuell mehr Menschen erkältet sind. Was sind die Gründe dafür?

Düsseldorf – Die Nase läuft, der Hals kratzt und auch Kopf- und Gliederschmerzen sind typische Symptome. Eine Erkältung ist nervig, trifft aber die meisten Menschen im Laufe des Jahres. Gerade in den vergangenen Wochen haben Erkältungen in NRW wieder deutlich zugenommen. Doch warum ist das aktuell der Fall? Liegt es daran, dass die Menschen momentan wieder mehr nach draußen gehen? Ist unser Immunsystem durch die zahlreichen Corona-Einschränkungen der vergangenen rund 18 Monate geschwächt? Oder werden Hygieneregeln nicht mehr so ernst genommen?

Erkältungen nehmen zu: Durch Corona-Regeln nicht mehr so abgehärtet

Der Hauptgrund liegt tatsächlich in der klassischen Saisonalität, wie Monika Baaken, Sprecherin des Hausärzteverbands Nordrhein im Gespräch mit 24RHEIN erklärt. „Das liegt vor allem an den Wetter- und Temperaturwechseln in der aktuellen Jahreszeit. Tagsüber ist es zum Teil noch sehr warm, aber nachts kühlt es schon merklich ab. Das führt ganz normal bei vielen Menschen zu Erkältungen“, sagt Baaken. Das ziehe sich klassisch durch den September bis in den Oktober. „Bis zu den Herbstferien (in diesem Jahr vom 11. bis 23. Oktober; Anm. d. Red.) sind wir mitten in der Erkältungsphase“, so die Sprecherin.

Diese Saisonalität ist aber nicht der einzige Grund für die aktuelle Erkältungswelle. Auch die Corona-Zeit und die damit einhergehenden Einschränkungen spielen eine Rolle. „In dieser Zeit waren wir sehr stark geschützt und nur mit wenigen Viren konfrontiert. Daher ist es nicht von der Hand zu weisen, dass einige Menschen nun ein bisschen mehr auf Erkältungsviren anspringen“, erklärt Baaken.

Die Sprecherin des Hausärzteverbands Nordrhein berichtet außerdem von einer Kinderärztin, die ähnliche Sorgen teilt. Die Kinder seien durch ihren Alltag normalerweise ziemlich gut abgehärtet, aber „weil sie kaum Viren ausgesetzt waren, wird die Zahl der Erkältungen und grippalen Infekte zunehmen“, befürchtet die Ärztin. Ihre Körper seien es nicht mehr gewohnt, damit richtig umzugehen.

Mehr Erkältungen in NRW – auch eine größere Grippewelle könnte bevorstehen

Dem stimmt auch das Gesundheitsamt der Stadt Bonn zu. „Grundsätzlich kann gesagt werden, dass es aufgrund des konsequenten Masketragens im vergangenen Jahr zu weniger Infektionen gekommen ist und dadurch der Körper in diesem Jahr mehr auf Erreger reagiert“, erklärt ein Sprecher der Stadt. Distanzunterricht in den Schulen und Homeoffice bei vielen Berufstätigen hätten außerdem dafür gesorgt, dass sich die Viren nicht so ausbreiten. Das habe „sich mittlerweile durch Präsenzunterricht und einem nicht mehr so hohen Anteil an Homeoffice geändert“. Dass inzwischen weniger Wert auf Hygieneregeln gelegt wird, ist nach Einschätzung des Bonner Gesundheitsamtes hingegen nicht der Fall.

Der Hausärzteverband Nordrhein sieht aber keinen Grund zur Beunruhigung. „Wir wissen mit grippalen Infekten umzugehen. Man muss, trotz Corona-Pandemie, nicht sofort beim ersten Schnupfen zum Arzt gehen, sondern kann in den meisten Fällen weiterhin zu den klassischen Hausmitteln aus der Vergangenheit greifen“, erklärt Monika Baaken. Und wie sieht es mit einer möglichen Grippewelle aus? „Eine richtige Grippewelle gab es letztes Jahr nicht. Durch mehr Präsenz in Privatleben und Beruf wird sich die Zahl dieses Jahr wahrscheinlich deutlich erhöhen“, sagt Baaken und betont gleichzeitig: „Die Grippeimpfung ist schon in Planung und beginnt im Oktober“ – übrigens ohne Einschränkungen durch die Corona-Impfung. (bs) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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