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Unwetter in Erkrath: Nicht duschen und waschen, um „Situation nicht zu verschärfen“

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Blick in die überflutete Morper Allee in Erkrath.
Die zentral gelegene Morper Allee in Erkrath ist komplett überflutet. © David Young/dpa

Nach dem Starkregen sind die Abwasserkanäle im niederbergischen Erkrath komplett überfüllt. Eine Flüchtlingsunterkunft musste nun evakuiert werden. Duschen ist unerwünscht.

Erkrath – Regen, Regen und noch mehr Regen: Über ganz Nordrhein-Westfalen fegt zurzeit das Tief „Bernd“ hinweg und sorgt mit Unwettern für einige Überschwemmungen. Nach dem Unwetter am Morgen sind die Abwasserkanäle in Erkrath (Kreis Mettmann) nun so voll, dass die Stadt ihre Bewohner um eine drastische Maßnahme gebeten hat, um weiteres Abwasser zu verhindern. Duschen oder Wäsche waschen solle man vorerst unterlassen.

Überschwemmungen in Ekrath: Bewohner sollen nicht mehr duschen

Nach den schweren Regenfällen hat die Stadt die Erkrather am Mittwochmorgen über die Sozialen Medien angehalten, möglichst „kein weiteres Abwasser zu produzieren und möglichst nur noch die Toilette zu nutzen“. Demnach sollen „Duschen, Waschen und die Nutzung der Spülmaschine“ unterlassen werden, „um die Situation nicht zu verschärfen“.

Zudem mussten etwa 100 Bewohner eines Wohnheims ihre Unterkunft verlassen. Die Unterkunft für Geflüchtete befinde sich in einem alten Schulgebäude, dort sei der Keller und die Sporthalle voll Wasser gelaufen, sagte eine Sprecherin der Stadt am Mittwoch. Das Gebäude werde deshalb evakuiert. Gefahr für die Bewohner bestehe aber nicht. Die Evakuierung soll nach Angaben der Stadt auch über Nacht bestehen bleiben. „Die Evakuierung erfolgt vorsorglich, falls es in der Nacht durch weitere Regenfälle zu einer stärkeren Überflutung kommen sollte“, teilte die Stadt auf ihrer Homepage mit. Die Bewohnerinnen und Bewohner kommen demnach im Bürgerhaus unter.

Unwetter in Erkrath: Krisenstab eingerichtet

Seit 1 Uhr nachts sei die Feuerwehr in Erkrath wegen des Unwetters im Einsatz. „Die Düssel ist übergetreten und drückt in die Überflutungsbecken“, sagte die Sprecherin. Kanaldeckel wurden hochgedrückt. Etwa 200 Kräfte der Feuerwehr seien im Einsatz, mehr als 100 davon seien von der Bezirksregierung zur Unterstützung geschickt worden. Auch ein Krisenstab sei eingerichtet. Die Feuerwehr musste nach Angaben der Sprecherin bisher vier Menschen vor dem Wasser retten, zwei aus einem Haus und zwei aus einem Auto. Verletzt wurde demnach bisher aber niemand.

Die Feuerwehr habe im Stadtgebiet Sandsäcke ausgelegt. Die Stadt rief dazu auf, äußert vorsichtig zu sein und Bereiche rund um Kanäle zu meiden. Autofahrer wurden gebeten, sich von den Wassermassen an bestimmten Stellen fernzuhalten. Man solle mit dem Auto auch nicht durch überflutete Stellen fahren.

Unwetter in NRW: Viele weitere Orte ebenfalls betroffen

Das erste große „Opfer“ der extremen Regenfälle war bereits am späten Dienstagabend Hagen geworden. In der Ruhrgebietsstadt musste die Feuerwehr sogar Menschen aus ihren Autos befreien. Auch viele weitere Orte in ganz NRW müssen am Mittwoch und Donnerstag wohl mit ähnlichen Szenarien rechnen. So gilt im größten Teilen des Landes wie auch in Köln die höchste Unwetterwarnstufe des Deutschen Wetterdienstes (DWD). (os mit dpa/lnw)

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Dieser Artikel wurde am 14. Juli aktualisiert. Neuerung: Die Evakuierung der Unterkunft für Geflüchtete soll auch über Nacht bestehen bleiben.

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