1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

Schüsse bei Alter Synagoge in Essen – Polizei veröffentlicht Foto

Erstellt:

Von: Simon Stock

Einsatzkräfte stehen am Rabbinerhaus bei der Alten Synagoge.
Einsatzkräfte stehen am Rabbinerhaus bei der Alten Synagoge. © Markus Gayk/dpa

Am Rabbinerhaus der Alten Synagoge in Essen wurden Einschusslöcher entdeckt. Die Polizei hat ein Foto eines mutmaßlichen Zeugen veröffentlicht.

Update vom 21. November: Nach den Schüssen auf ein Nebengebäude der Alten Synagoge in Essen sucht die Polizei mit einem Foto nach einem Mann. „Die Ermittlungen dauern an“, sagte ein Behördensprecher. Auch im Fall der beiden am Samstag entdeckten Löcher im Dach der neuen Synagoge gingen die Untersuchungen weiter. Die Polizei hatte mitgeteilt, dass es sich bei den älteren Beschädigungen um Einschusslöcher handeln könnte. Am Sonntag sperrte die Polizei zeitweise die Autobahn A40 in Fahrtrichtung Dortmund, damit Spürhunde eine Fährte auf der Autobahn verfolgen konnten. 

StadtEssen
Bevölkerung583.109 (2019)
OberbürgermeisterThomas Kufen

[Ursprungsmeldung vom 18. November] Essen - Auf die Tür des Rabbinerhauses neben der Alten Synagoge in Essen (NRW) sind mindestens vier Schüsse aus einer scharfen Waffe abgefeuert worden. Verletzt wurde niemand, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Der Mann, der die Schüsse abgefeuert haben soll, wird noch gesucht.

In dem getroffenen Gebäude ist ein Institut für deutsch-jüdische Geschichte untergebracht, berichtet wa.de. Es grenzt direkt an die Alte Synagoge, die heute als Kulturzentrum und nicht mehr als Gotteshaus genutzt wird. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) sprach von einem „Anschlag“.

Essen: Einschusslöcher an Synagoge entdeckt - Großeinsatz mit Hunden

Die Einschusslöcher waren laut einem Polizeisprecher am Freitag gegen 8.30 Uhr von Zeugen gemeldet worden. Wann die Schüsse fielen, war zunächst unklar. „Wir gehen stark davon aus, dass es irgendwann in der Nacht war, als keiner da war“, sagte der Sprecher. Es gebe Videoaufzeichnungen einer Kamera, die den Platz filme, auf denen eine Person zu sehen sei, die die Tat begangen haben soll.

Ein Polizeisprecher schränkte aber ein: „Die Qualität dieser Aufzeichnungen ist äußerst schlecht.“ Laut Reul, der den Tatort besuchte, wird nach einem männlichen Tatverdächtigen gefahndet. Der Staatsschutz sei eingebunden. „Wenn jemand mit einer scharfen Waffe schießt, muss man von einem Anschlag sprechen“, sagte der Innenminister.

Essen: Herbert Reul spricht von einem Anschlag

Die Schüsse trafen laut dem Polizeisprecher eine verglaste Eingangstür. Der Rahmen sei beschädigt, und es gebe Schüsse durch die Scheibe. Anhand der Spurenlage stehe mittlerweile fest, dass es sich um eine scharfe Schusswaffe gehandelt habe.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) schrieb bei Twitter, die Schüsse auf die Synagoge schockierten und entsetzten ihn. Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) äußerte sich auf Facebook: „Diese Nachricht bestürzt mich sehr!“

Anfang November sind in Essen Schüsse aus einer Polizeiwaffe gefallen. Ein Polizist hat offenbar auf einen Einbrecher geschossen, als der auf ihn zustürmte.

Auch interessant