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„RWE enteignen“ – Protest und Kletteraktion vor Hauptsitz in Essen

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Aktivisten von Robin Wood hängen an Seilen an einem Gebäude der RWE und haben ein Transparent mit der Aufschrift „RWE enteignen“.
Aktivisten von Robin Wood hängen an Seilen an einem Gebäude der RWE und haben ein Transparent mit der Aufschrift „RWE enteignen“. © Marcel Kusch/dpa

Vor dem Hauptsitz von RWE in Essen kam es am Donnerstag zu einer Protestaktion. Aktivisten der Umweltorganisation Robin Wood forderten die Enteignung von RWE.

Essen – Mit einer friedlichen Kletteraktion am Hauptsitz des Energiekonzerns RWE in Essen haben Aktivisten der Umweltorganisation Robin Wood gegen die Enteignung und Umsiedlung der Menschen im Zusammenhang mit dem Braunkohletagebau in NRW protestiert. Eine Gruppe der Umweltaktivisten hängte am Donnerstagmorgen ein großes Banner mit der Aufschrift „RWE enteignen – im Sinne des Gemeinwohls“ an der Fassade der Konzern-Zentrale auf.

Essen: Robin Wood wirft RWE „Energiepolitik der letzten Jahrhunderte“ vor

Trotz der sich zuspitzenden Klimakrise und der Bereitschaft der Politik, den Kohleausstieg bereits bis 2030 anzustreben, verfolge RWE „noch immer die Energiepolitik der letzten Jahrhunderte“ und wolle noch weitere Dörfer im Rheinischen Braunkohle-Revier abbaggern. „Das schadet dem Gemeinwohl“, betonte Robin-Wood-Energiereferentin Ronja Heise und forderte: „Die Kohle muss im Boden bleiben. RWE gehört enteignet, nicht die Menschen in den Dörfern.“

Das Dorf Lützerath soll als nächstes für die Erweiterung des Tagebaus abgebaggert werden. Dort kam es bereits am Sonntag (31. Oktober) zu Protesten. Der Energiekonzern RWE als Betreiber des Tagebaus kündigte bereits an, vorerst auf Abrissarbeiten zu verzichten. Man wolle zunächst eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts in Münster abwarten. Das Gericht soll über die Rechtmäßigkeit eines Hof-Abrisses entscheiden.

Robin Wood: RWE verfolgt „Profitinteressen ohne Rücksicht auf Menschen, Umwelt und Klima“

Die Kohle unter Lützerath und weiteren Dörfern zu fördern und zu verbrennen, sei unvereinbar mit den Klimazielen und der 1,5-Grad-Grenze. „Ob in Lützerath oder im Hambacher Forst – RWE hat vielfach unter Beweis gestellt, dass der Konzern seine Profitinteressen ohne Rücksicht auf Menschen, Umwelt und Klima verfolgt und den Umbau des Energiesystems aktiv blockiert.“

Daher dürfe auch die Enteignung großer Energiekonzerne wie RWE „kein Tabu mehr“ sein, hieß es in der Mitteilung weiter. (bs/dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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