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Nach Explosion im Chempark: Giftstoffe im Rhein entdeckt

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Der Chempark Leverkusen nach der Explosion.
Im Chempark in Leverkusen gab es im Sommer eine schwere Explosion. © David Young/dpa

Nach der Explosion im Chempark Leverkusen wurden Giftstoffe im Rhein gemessen. Currenta soll Sonderabfälle und Löschwasser abgeleitet haben.

Köln/Leverkusen – Die schwere Explosion im Chempark Leverkusen liegt nun Monate zurück – doch scheinbar hat das Ereignis noch schwerwiegende Folgen. Denn nach der Explosion in Leverkusen habe das Landesamt für Natur, Verbraucher und Umweltschutz (LANUV) im Abwasser eines Klärwerks deutlich erhöhte Werte eines verbotenen Insektengiftes Clothianidin gemessen. Ebenfalls soll auch der gewässerschädliche Stoffes PFOS nachgewiesen worden sein, so der WDR. Currenta erklärt im Bericht, Sonderabfälle und Löschwasser der Explosion aufgefangen und über eine Kläranlage in den Rhein geleitet zu haben.

Explosion im Chempark Leverkusen: Sieben Menschen gestorben

Bei der Explosion im Chempark Leverkusen sind sieben Menschen ums Leben gekommen. Gegen drei Currenta-Mitarbeiter wurde bereits ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung fahrlässigen Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion eingeleitet.

Nach Explosion im Chempark Leverkusen: Giftstoffe im Rhein nachgewiesen

Der gemessene giftige Stoff Clothianidin soll aus dem Tank stammen, der Mitte Juli auf dem Gelände explodiert war. Das bestätigte Currenta dem WDR. Das Problem: Die Kläranlage könne Stoffe wie das Insektengift Clothianidin nicht abbauen, so Paul Kröfges, Wasserexperte des Umweltverbands BUND, im Bericht. Currenta soll dies scheinbar gewusst haben, doch betone, dass die zulässigen Grenzwerte nicht überschritten wurden.

Zwar gebe es für das Insektengift keinen Grenzwert, allerdings für eine ähnliche Chemikalie – Insektengift Imidacloprid. Für diesen Stoff gelte eine strenge Umweltqualitätsnorm – 0,002 Mikrogramm pro Liter Wasser. Im Abwasser der Leverkusener Kläranlage sollen 120 Mikrogramm Clothianidin gemessen worden sein, so der WDR-Bericht.

Insektengift im Rhein: Giftstoffe nach Explosion im Chempark Leverkusen

Auch an Wasserwerken in den Niederlanden, die Trinkwasser aus dem Rhein nehmen, sei im Sommer das erste Mal Clothianidin gefunden worden. Es bestehe „ein zeitlicher Zusammenhang mit der Einleitung des Stoffes in Leverkusen“ so Gerard Stroomberg, Direktor des Verbandes der niederländischen Rhein-Wasserwerke, gegenüber dem WDR.

Neben dem Insektengift sei auch PFOS – ein Stoff, der in Löschschaum enthalten ist – gefunden worden. Der Grenzwert sei deutlich überschritten, so der WDR-Bericht. Für sein Handeln berufe sich Currenta auf den Notstand nach der Explosion, heißt es weiter. (jaw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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