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Explosion im Chempark Leverkusen: Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Tötung

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Nach der Explosion im Leverkusener Chempark sind am Gebäude Schäden zu erkennen.
Nach der Explosion im Chempark Leverkusen hat die Polizei aus Köln die Ermittlungen aufgenommen. © David Young/dpa

Polizei und Staatsanwaltschaft aus Köln haben die Ermittlungen nach der Explosion im Chempark Leverkusen übernommen. Es wird auch wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Leverkusen/Köln – Die Ursache der schweren Explosion im Chempark Leverkusen ist noch völlig unklar. Aber jetzt hat die zuständige Polizei aus Köln eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Der Verdacht geht auf fahrlässiges Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und fahrlässige Tötung.

Explosion im Chempark Leverkusen: Polizei Köln ermittelt

Am Dienstagmorgen kam es um 9:42 Uhr in einem Entsorgungszentrum im Chempark Leverkusen zu einer heftigen Explosion. Eine gigantische Rauchwolke zog über die Stadt und sogar bis nach Solingen und in Teile des Ruhrgebiets. Durch die Explosion wurden zwei Menschen getötet. Fünf werden noch vermisst, aber die Betreiberfirma Currenta hat trotz weiterer Sucharbeiten die Hoffnung aufgegeben, die Mitarbeiter noch lebend zu finden. 31 Menschen wurden verletzt, einer von ihnen schwer.

Über die Unfallursache ist weiterhin nichts bekannt. Aber die Polizei Köln hat nun die Ermittlungen unter der Leitung der Kölner Staatsanwaltschaft aufgenommen. Eine Ermittlungsgruppe wurde eingerichtet, wie ein Polizeisprecher am Mittwochnachmittag bekannt gab. „Das wegen des Anfangsverdachts des fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und fahrlässiger Tötung aufgenommene Ermittlungsverfahren richtet sich gegen Unbekannt“, heißt es weiter.

Polizei ermittelt im Chempark Leverkusen: Todesopfer werden obduziert

Derweil hat die Staatsanwaltschaft Köln eine Obduktion der beiden Todesopfer veranlasst. Sie wurden noch nicht abschließend identifiziert, daher macht die Polizei noch keine Angaben zum Alter der Verstorbenen. Die Untersuchungen am Unfallort gestalten sich weiterhin extrem schwierig. Der Zugang sei „für Rettungskräfte und Brandermittler weiterhin nur stark eingeschränkt möglich“, erklärt der Polizeisprecher. Priorität habe weiterhin die Suche nach den Vermissten. „Um sich einen Überblick von den noch nicht betretbaren Bereichen zu machen, setzten die Einsatzkräfte Drohnen ein“, erklärt der Sprecher. Zudem würden auch Sachverständige die Ermittlungen unterstützen. Der Einsatz wird wohl sowohl für die Feuerwehr als auch für die Polizei noch mehrere Tage lang dauern.

Die Anwohner im betroffenen Gebiet sollen weiterhin vor allem im Hinblick auf die aus der Rauchwolke herabgeregneten Rußpartikel sehr vorsichtig sein. Sie sollen nicht berührt werden, Gemüse oder Obst aus betroffenen Gärten nicht gegessen werden. Man sollte mit Schuhen nicht in die Wohnungen gehen. Am Mittwoch gab zudem das Landesumweltamt (Lanuv) bekannt, dass bei der Explosion wohl hochgiftige Stoffe in der Rauchwolke enthalten waren, die auch in Wohngebiete getragen wurden. (bs mit ots)

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