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Explosion im Chempark Leverkusen: Zwischenbericht gibt womögliche Ursache an

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Löscharbeiten im Chempark. Mehrere Einsatzwagen am Explosionsort.
Die Ursache für die Explosion im Chempark Leverkusen könnte nun feststehen (Archivbild) © Oliver Berg/dpa

Nach der schweren Explosion im Chempark Leverkusen steht nun die womögliche Ursache fest: Eine chemische Reaktion. Dennoch soll es weitere Untersuchungen geben.

Leverkusen – Die schwere Explosion im Chempark Leverkusen mit sieben Toten könnte durch eine chemische Reaktion des Abfalls ausgelöst worden sein. Nach Angaben der Bezirksregierung Köln geht aus einem ersten Zwischenbericht eines Sachverständigen hervor, dass vermutlich eine chemische Reaktion des Abfalls mit zunehmender Temperatur zu einem rapide ansteigenden Überdruck im Lagertank geführt habe. Dieser Überdruck habe trotz der Sicherheitssysteme des Tanks nicht mehr abgebaut werden können. Dem Zerplatzen des Tanks folgte dann wahrscheinlich eine Zündung der entstandenen Explosionswolke und dadurch der anschließende Brand.

Das hat die Bezirksregierung Köln heute in der Sitzung des Rates der Stadt Leverkusen unter Berufung auf den ersten Zwischenbericht zur Brandursachenermittlung bekannt gegeben. „Die Ergebnisse dieses Zwischenberichts passen zu unseren bisherigen Erkenntnissen“, erklärt Currenta-Geschäftsführer Hans Gennen. „Sie sind ein wichtiger Teil der Aufklärung durch die Ermittlungs- und Aufsichtsbehörden, die wir vollumfänglich unterstützen werden“, so Gennen weiter.

Explosion im Chempark Leverkusen: Weitere Untersuchungen sollen folgen

Bevor endgültige Schlussfolgerungen aus dem Ereignis und den daraus folgenden Konsequenzen gezogen werden können, müssten weitere Untersuchungen des Sachverständigen abgewartet werden, heißt es in einer Mitteilung der Bezirksregierung am Montag. Sie hatte eine sicherheitstechnische Prüfung angeordnet.

Daraufhin habe der Chempark-Betreiber Currenta einen Sachverständigen zur Ermittlung der Brand- und Explosionsursache beauftragt. Wann und in welcher Form der Zwischenbericht veröffentlicht werden kann, werde derzeit mit der Staatsanwaltschaft wegen des laufenden Verfahrens sowie mit Currenta in Hinblick auf die Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse geklärt.

Explosion im Chempark Leverkusen: Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung

Bei der Explosion in Leverkusen am 27. Juli waren sieben Menschen ums Leben gekommen. 31 Menschen erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft Köln hat ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und fahrlässiges Herbeiführen einer Explosion eingeleitet. Sie will herausfinden, ob menschliche Fehler zu dem Unglück geführt haben. Update-Hinweis: Der Artikel wurde zuletzt am 30. August, 20:47 Uhr aktualisiert. Neuerung: Statement von Currenta-Geschäftsführer Hans Gennen.

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