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Eingeschlossen in Fluten: Zahlreiche Tiere aus Hochwasser-Gebieten vermisst

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Von: Nina Büchs

Hochwasser im Harsleben im Harz
Zahlreiche Tiere werden in Hochwassergebieten derzeit noch vermisst. Dieses Foto entstand bei Überschwemmungen in Sachsen-Anhalt im Jahr 2017. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Durch die Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz werden zahlreiche Haustiere noch immer vermisst. Tierbesitzer berichten von emotionalen Szenen.

Erftstadt/Ahrweiler/Euskirchen – Neben zahlreichen Menschen werden auch einige Vierbeiner nach der Flutkatastrophe in Krisengebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen noch vermisst. Denn während Hausbewohner evakuiert wurden, mussten manche Tiere in den Häusern bleiben oder wurden wie auch manche vermisste Anwohner von der Flut überrascht. Tierretter haben einige Tiere inzwischen gefunden und aus den Fluten gerettet, manche von ihnen sind jedoch ertrunken oder weiterhin verschollen. In der Facebook-Gruppe „Hochwasser, Tiere vermisst oder gefunden“ werden nun zahlreiche Vermisstenanzeigen geteilt – um Besitzer und Tiere wieder zusammenzubringen.

Flutkatastrophe: Vermisstenanzeigen von Haustieren in Facebook-Gruppe

Eine Facebook-Gruppe, die erst am 17. Juli 2021 ins Leben gerufen wurde, hat inzwischen schon über 13.000 Mitglieder. Einige von ihnen suchen ihre Haustiere, andere haben welche gefunden und versuchen, Tiere und Besitzer nach der Unwetterkatastrophe wieder zusammenzuführen. Berichtet wird dort von vermissten Goldfischen, Katzen, Hunden, Hasen, Schildkröten, Kühen oder auch Pferden. Fotos zeigen Hunde, die sich auf Mauern gerettet haben, um sie herum nur Wasser – Kühe, die in den Fluten stehen oder Katzen, die erschöpft auf Trümmern am Straßenrand sitzen.

Hochwasserkatastrophe: Hund Boby vermisst – Besitzerin hofft auf Wunder

Sehr bewegend ist auch die Vermisstenmeldung von Hund Boby. Unter dem Foto ihres Hundes schrieb die Besitzerin: „Wie heißt es – in der Hoffnung liegt die Kraft! Wir geben nicht auf Boby zu finden, auch wenn es eigentlich unmöglich ist, dass er die Fluten des Hochwassers überlebt hat. Aber vielleicht geschehen noch Wunder. Der kleine Boby ist ein Mops/Kavalier-Rüde und 9 Monate alt. Er wohnt in Altenahr“. Altenahr liegt im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Das Gebiet war von der Flutkatastrophe besonders stark betroffen.

Hochwasser: Rinderherde von Fluten mitgerissen

Aber nicht nur kleine, sondern auch große Tiere sind seit der Flut verschwunden. So auch eine Rinderherde, bestehend aus 15 schwarzen Gallowayrindern. Sie wurden zwischen Wetter und Witten von den Fluten mitgerissen, heißt es in einem Post. „Einzelne Tiere sind leben zwischen Hattingen und Witten im Ruhrtal gesehen worden“, schreibt ein Nutzer.

Hochwasser in NRW und Rheinland-Pfalz: Manche Tiere haben es nicht geschafft

Leider gibt es auch einige Fellnasen, die die Fluten nicht überlebt haben. So auch der kleine Hund „Rosi“. Die Besitzerin postete ein Foto von ihrem Hund in der Gruppe, eingewickelt in ein Handtuch. Darunter schreibt sie: „Mein ein und alles ist ertrunken, Kaninchen, Meerschweinchen, Küken – alle tot. Mein Zuhause auch. Bitte zündet eine Kerze an für Rosi und alle, die es nicht geschafft haben“.

Flutkatastrophe: Das können Sie tun, wenn Ihr Haustier vermisst wird

Wer sein Haustier vermisst und in einem betroffenen Hochwassergebiet wohnt, sollte vor allem auch die Feuerwehr um Hilfe bitten. Zudem haben bereits einige Tierheime gerettete Tiere aufgenommen, wie zum Beispiel das Tierheim Bergheim im Rhein-Erft-Kreis. Unter anderem hat auch der Verein „Dogman e.V.“ einige Tiere in Erftstadt aus dem Überschwemmungsgebiet gerettet.

Der Rhein-Erft-Kreis informierte zudem, dass Anwohner, die ihre Tiere im Schadensgebiet vermissen, die zentrale Rufnummer der Stadt Erftstadt kontaktieren können, um Auskunft über den Verbleib ihrer Tiere einzuholen. Die Hotline ist unter der Nummer 02235 - 409850 erreichbar. (nb)

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