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Nach Flutkatastrophe: „Hilfen in Rekordhöhe“ von Bund und Ländern

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Ein Transporthubschrauber der Bundeswehr bringt Hilfsgüter nach Dernau.
Die Hilfsaktionen der Bundeswehr laufen weiterhin auf Hochtouren. © Boris Roessler/dpa

NRW und Rheinland-Pfalz wurden schwer vom Hochwasser getroffen. Vieles wurde zerstört. Bund und Länder wollen helfen – mit der Rekordsumme von rund 400 Millionen Euro.

NRW – Nach dem verheerenden Hochwasser in NRW wollen Bund und Länder die Flutopfer nicht nur mit millionenschweren Soforthilfen unterstützen, sondern ihnen später auch beim Wiederaufbau helfen. Wie Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) bereits angekündigt hat, sollen als schnelle Hilfen rund 400 Millionen Euro bereitstehen. Die Soforthilfe soll zur Hälfte vom Bund und zur Hälfte von den betroffenen Ländern getragen werden.

Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz

Nach Flutkatastrophe: Politiker kündigen „Hilfen in Rekordhöhe“ an

Zusätzlich ist ein Aufbaufonds geplant, über den Bund und Länder nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur verhandeln wollen, sobald die entstandenen Schäden eingeschätzt werden können. Darüber hatte am Montag zunächst die Rheinische Post berichtet.

Außerdem will der Bund den Ländern die Kosten für Rettungseinsätze von Bundespolizei, Technischem Hilfswerk (THW) und Bevölkerungsschutz erlassen. Auch die Bundeswehreinsätze im Überschwemmungsgebiet sollen den Ländern nicht in Rechnung gestellt werden. Das Hilfspaket soll am Mittwoch vom Kabinett auf den Weg gebracht werden. Auch vorher können die Länder allerdings schon Soforthilfen aus eigenen Töpfen auszahlen.

Auch CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat den Opfern „volle Unterstützung“ zugesichert. „Wir werden dafür Hilfen in Rekordhöhe bereitstellen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Montag in Berlin. „Wir brauchen jetzt eine Solidaritätsoffensive für Soforthilfe und Wiederaufbau für die Hochwassergebiete.“

Flutkatastrophe: Infrastruktur soll schnellstmöglich instandgesetzt werden

Die zerstörte Brücken, Gleise, Straßen und Mobilfunkmasten in den Hochwasser-Katastrophengebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sollen ebenfalls schnellstmöglich wieder instandgesetzt werden. Dazu tagte am Montag eine Taskforce im Bundesverkehrsministerium, wie ein Sprecher von Ressortchef Andreas Scheuer (CSU) sagte. Daran hätten auch Vertreter der Deutschen Bahn und der Autobahngesellschaft des Bundes teilgenommen.

In einem ersten Schritt solle das bereits bestehende Lagebild vervollständigt und konsolidiert werden, hieß es. Gleichzeitig solle, soweit bereits möglich, eine Schadensermittlung erfolgen, um die voraussichtlichen Kosten für die Schadensbeseitigung zu ermitteln und den Wiederaufbau der zerstörten und beschädigten Infrastrukturen umgehend in Gang zu setzen. Dazu werde in einzelnen Arbeitsgruppen für Straße, Schiene, Wasserstraße und digitale Infrastrukturen der weitere Handlungsbedarf ermittelt und priorisiert.

Weiter hieß es, das Verkehrsministerium setze sich innerhalb der Bundesregierung dafür ein, dass Bundesmittel für eine schnelle Fluthilfe verfügbar gemacht werden. Das Bundeskabinett will am Mittwoch über Bundeshilfen für die Hochwasser-Katastrophengebiete entscheiden.

Scheuer hatte gesagt, das endgültige Ausmaß der Infrastrukturschäden nach den Hochwassern werde erst nach weiteren Räumungsarbeiten zu beurteilen sein. „Wenn an der Ahr von 35 Brücken wohl 20 zerstört sind, dann kann man jetzt schon die Riesenaufgabe, die vor uns steht, erahnen“, hatte er der Passauer Neuen Presse und dem Donaukurier gesagt. Allein auf der Rhein-Ahr-Bahn seien sieben Brücken und 27 Kilometer Gleisanlagen durch das Hochwasser zerstört worden.

Flutkatastrophe: Hilfsaktionen der Bundeswehr laufen weiter

Derweil laufen die Hilfsaktionen der Bundeswehr weiterhin auf Hochtouren. Man fliegt vom Nürburgring aus mit Hubschraubern Hilfsgüter in die teils noch abgeschnittenen Dörfer. „Vom Nürburgring gehen im Minutentakt lebenswichtige Güter wie Wasser und medizinische Ausrüstung in die betroffenen Gebiete“, schrieb das Heer am Montag auf Twitter.

Die Bundeswehr habe zudem 4.800 Feldbetten bereitgestellt, schrieb die sogenannte Streitkräftebasis. Insgesamt seien am Montag mehr als 1.000 Soldaten im Hilfseinsatz gewesen, davon etwa 550 in Nordrhein-Westfalen, 300 in Rheinland-Pfalz und nun auch rund 100 in Bayern.

Hochwasser Rhein-Erft / Euskirchen: Spenden durch Geld, Tatkraft, Konzert-Tickets

Für die vom Unwetter stark betroffenen Regionen Rhein-Erft-Kreis und Kreis Euskirchen haben Unternehmen die Aktion „Helfen helfen e.V.“ gegründet. Ziel ist es, Menschen, die helfen möchten mit Bedürftigen zusammenzubringen – und Spenden zu sammeln. Daniel Lublinsky, Mitgründer des Vereins: „Jetzt ist unkomplizierte und schnelle Unterstützung gefragt.“ Dafür gibt es ein Spendenkonto sowie eine Plattform, über die Tatkraft und Sachspenden vermittelt werden. Außerdem können hier Tickets für Benefizkonzerte in Zusammenarbeit mit dem KKK Klub Kölner Karnevalisten erworben werden, hinter dem namhafte Künstler und Bands des Kölner Karnevals stehen. (dpa)

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